Pneumonie bei Kindern: Mehr virale als bakterielle Erreger nachgewiesen

Virale Infektionen sind bei Kindern mit Pneumonien weitaus häufiger als bakterielle Infektionen, belegt eine Studie (DOI: 10.1056/NEJMoa1405870), die Patientendaten in Utha und Tenessee erhob.

Schutzimpfungen haben die Rate der bakteriellen Lungenentzündungen unter Kindern deutlich gesenkt. Laut Wissenschaftlern des US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) gibt es allerdings andere Gründe, die zur stationären Aufnahme von Kindern mit Pneumonie  führen.

Daher wurde vom CDC die Etiology of Pneumonia in the Community (EPIC) Studie in Zusammenarbeit mit der University of Utha Health Sciences ins Leben gerufen, deren Ergebnisse im New England Journal of Medicine publiziert wurden. Insgesamt wurden 2.638 Kinder, die im Zeitraum von Juli 2010 bis Juni 2012 Symptome einer Pneumonie äußerten, in die Studie eingeschlossen. Die Rekrutierung der Patienten fand im Childrens’s Hospital in Salt Lake City, Utha, im Le Bonheur Children’s Hospital in Memphis, Tenessee sowie im Monroe Carell Jr. Children’s Hospital in Nashville statt.

Pneumonie wurde per Röntgenthorax und Sputum Marker diagnostiziert

Eine Lungenentzündung wurde bei insgesamt 2.222 Kindern per Röntgenthorax und Sputum Proben auf bakterielle und virale Keime bestätigt. Kinder, die sich schon in stationärer Behandlung befanden, sowie Kinder, die unter Immunsuppression litten, wurden von der Studie ausgeschlossen. Unter den Kindern, bei denen Lungenentzündung diagnostiziert wurde, hatten 73% eine virale und 15% eine bakterielle Infektion. Laut Dr. Andrew Pavia, Chef der pädiatrischen Infektiologie-Station an der Universitätsklinik der Utha School of Medicine sei in den letzen 30 Jahren durch Impfungen gegen Haemophilus influenzae Typ B und durch die Pneumokokkenimpfung die Rate der bakteriellen Lungenentzündungen bei Kindern deutlich zurückgegangen. Die Ergebnisse der Studie belegen dies und weisen auf die Notwendigkeit dieser Impfungen hin.

Wegen des Übertragungsweges kommt es besonders im Winter vermehrt zu Lungenentzündungen, die vor allem junge und alte Patienten am schwersten treffen. Daher ist es den Autoren der Studie wichtig, die Ursachen einer Pneumonie zu erkennen um dadurch neue Therapieansätze entwickeln zu können.

Wissenschaftler sehen Notwendigkeit einer antiviralen Impfung gegen den RS Virus

Laut der Studie wurden mehr als 12 bakterielle und virale Pathogene bei den Kindern gefunden, die in 21% der Fälle einen Aufenthalt in der Intensivstation nötig machten. Am häufigsten wurde das Respiratory syncytial virus (RS Virus) gefunden; davon waren besonders Kinder unter 5 Jahren betroffen. Diese Patientengruppe war auch vermehrt anfällig für Adenoviren und Humane Metapneumoviren als ältere Kinder. Für die Autoren der Studie zeigt dies die Notwendigkeit der Entwicklung einer antiviralen Impfung, vor allem gegen den RS Virus. Unter den stationären Aufnahmen befanden sich häufiger jüngere Kinder: beinahe 50% waren zwei Jahre alt oder jünger. Auch Rhinoviren, die normalen Schnupfen verursachen, waren die am zweithäufigsten vertretene Erregergruppe. Auffällig war allerdings, dass das Virus auch bei 17% der Kinder, die keinerlei Symptome einer Lungenentzündung zeigten, nachgewiesen werden konnte. Eine Erklärung der Wissenschaftler hierfür war die Annahme, dass eine Infektion mit Rhinoviren nicht unbedingt zu einer Lungenentzündung führen. Manche Untertypen des Virus können eine Erkältung verursachen während andere zu einer Lungenentzündung mit stationärer Aufnahme führen.

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