Prävention von Alzheimer durch Darmbakterien?

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Neue Studie zeigt: Darmbakterien bilden Granatapfel-Metaboliten, die vor Alzheimer schützen können.

Mit der Absicht gesund zu bleiben, suchen gegenwärtig immer mehr Menschen nach natürlichen Wegen zur Vermeidung neurodegenerativer Erkrankungen. Neuere Studien zeigen, dass Granatapfel-Extrakt, als eine reichhaltige Quelle krankheitsvorbeugender Polyphenole, vor der Entstehung der Alzheimer-Krankheit schützen kann. Allerdings war es den Wissenschaftlern bislang unbekannt,  welchen Molekülen der protektive Effekt letztendlich zu verdanken ist. Ein Forscherteam gibt nun bekannt  herausgefunden zu haben, dass die Phenolgruppe der Urolithine möglicherweise dafür verantwortlich ist. Die Verbindungen entstehen, wenn die Polyphenole des Extrakts durch Darmbakterien gespalten werden. Die neuen Erkenntnisse wurden im ACS Chemical Neuroscience veröffentlicht.

Die Alzheimer-Krankheit wird mit der Ablagerung von ß-Amyloiden (Aß) in unserem Gehirn assoziiert. Dabei aggregieren diese Proteine zu sogenannten Plaques, welche schließlich zu Beeinträchtigungen bestimmter Hirnfunktionen führen. Um die Ausbildung dieser Plaques zu verhindern, müsste ein Molekül mit dieser Wirkung jedoch die Blut-Hirn-Schranke passieren können. Diese Schranke besteht aus Endothelzellen, die über Tight Junctions eng miteinander verknüpft sind und verhindern, dass schädliche Stoffe in das Gehirn gelangen. In früheren Arbeiten konnte die Gruppe mithilfe von Versuchen an Fadenwürmern bereits zeigen, dass Granatapfel-Extrakt tatsächlich einen Anti-Alzheimer-Effekt hat. Wie eingangs erwähnt, ist es ihnen damals jedoch noch nicht gelungen, die verantwortlichen Verbindungen zu identifizieren. Navindra Seeram und seine Kollegen machten es sich daraufhin zur Aufgabe herauszufinden, welche Substanzen im Granatapfel sowohl in der Lage, sind die Blut-Hirn-Schranke zu passieren als auch die Ausbildung von Aß-Fibrillen zu verhindern.

Das Team isolierte und identifizierte im Rahmen ihrer Untersuchungen 21 Verbindungen – vor allem Polyphenole – aus dem Granatapfel-Extrakt. Computerbasierte Analysen konnten dabei feststellen, dass Polyphenole nicht die Blut-Hirn-Schranke übertreten können, währenddessen die Urolithine dazu in der Lage sind. Urolithine sind entzündungshemmend und neuroprotektiv wirkende Substanzen, die gebildet werden, wenn Ellagitannin, eine Art von Polyphenol, von Darm-Bakterien verstoffwechselt wird. Anschließend zeigten die Forscher, dass die neu entdeckten Urolithine das Aggregieren von Aß in-vitro reduzieren können. Darüber hinaus erhöhte die Verbindung die Lebensdauer der Alzheimer-Fadenwurm-Modelle. Die Wissenschaftler weisen jedoch darauf hin, dass weitere Forschungsarbeit nötig ist, um festzustellen, ob die schützende Wirkung dieser Substanzen letztlich auch bei der Prävention oder Behandlung von Alzheimer  helfen kann.

Text: esanum/ pvd

Foto: Barabasa / Shutterstock.com 

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