Prostatakrebs: Wissenschaftler entdecken 63 neue Genmarker

Ein sechsjähriges Forschungsprojekt identifiziert 63 Genveränderungen, die dabei helfen könnten, ein erhöhtes Prostatakrebsrisiko bei bestimmten Männern zu erkennen.

Forscher arbeiten an genauerer Einschätzung des Prostatakrebsrisikos

Ein sechsjähriges Forschungsprojekt identifiziert 63 Genveränderungen, die dabei helfen könnten, ein erhöhtes Prostatakrebsrisiko bei bestimmten Männern zu erkennen.

Die Studie wurde an der Case Western Reserve University School of Medicine in Cleveland durchgeführt. Krebs-Epidemiologie-Forscher Frederick R. Schumacher leitete ein internationales Team, das über 100 Forscher umfasste. Die entdeckten Genmarker könnten es erleichtern, Notwendigkeit und Häufigkeit regulärer Prostatakrebsscreenings festzulegen. Genmarker, auch bekannt als Einzel-Nukleotid-Polymorphismen (SNPs), werden durch die DNA-Werte ermittelt. Diese hängen nicht nur mit Prostatakrebs zusammen,  sie können Ärzten auch als Signal für ein erhöhtes Risiko zur Entwicklung anderer Krankheiten dienen.

Vor dieser Studie wurden rund 100 SNPs identifiziert, die mit einem erhöhten Prostatakrebsrisiko zusammenhängen könnten. Diese aktuellen Ergebnisse erhöhen die bekannten Prostatakrebs-Genmarker um mehr als 50 Prozent. Schumacher und seine Kollegen untersuchten DNA-Sequenzen von rund 140.000 Männern europäischer Abstammung und schlossen dabei auch Daten vorangehender Studien mit ein. Rund 80.000 dieser Männer hatten Prostatakrebs, während die anderen 60.000 keinerlei Anzeichen der Krankheit aufwiesen. Anhand dieser Daten konnten 63 neue Genmarker bei den an Prostatakrebs erkrankten Männern identifiziert werden, die nicht in der DNA der gesunden Männer vorkamen.

"Unsere Ergebnisse ermöglichen uns zu bestimmen, welche Männer frühe und regelmäßige PSA-Screenings machen sollten und könnten auch bei Behandlungsentscheidungen helfen", sagt Schumacher. Er merkt außerdem an, dass der genetische Stand ein wichtiger Faktor für die Therapie sein könnte. Es gibt vermutlich zwischen 500 und 1.000 Genmarker, die mit Prostatakrebs verbunden werden könnten. Schumacher schätzt, dass Kenntnis über 10-20 Prozent davon ausreichen, um Empfehlungen für Screening-Richtlinien auszusprechen.

Laut American Cancer Society (ACS) nimmt das Prostatakrebsrisiko mit dem Alter zu. Rund sechs von zehn Fällen werden bei Männern über 65 diagnostiziert. Ein erhöhtes Risiko liegt vor, wenn bereits Vater oder Bruder von Prostatakrebs betroffen waren. Ein prostataspezifischer Antigen Screening Test (PSA), der die Proteinmenge im Blut misst, kann dabei helfen, die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung einzuschätzen. Der PSA-Wert ist bei Männern mit Prostatakrebs oft erhöht und indiziert weitere Tests und, bei Bedarf,  Behandlung. Die ACS empfiehlt Männern mit ihren Ärzten über Risiken und Vorteile eines PSA-Tests zu sprechen.

Ergibt das Screening bei krebsfreien Personen einen PSA-Wert unter 2,5 ng/ml, muss für zwei Jahre kein weiterer Test vorgenommen werden. Liegt der Wert bei 2,5 ng/ml oder höher, sollte jährlich getestet werden. Die Ergebnisse der Studie sind hinsichtlich der Risikobewertung sehr vielversprechend, auch wenn nur an europäischen Männern getestet wurde. Weitere Studien mit Teilnehmern anderer Herkunft stehen noch aus. 

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