Protein triggert Immunantwort gegen Virusinfektionen

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Neue Studie findet zelluläres Protein, das eine Immunantwort gegen Virusinfektionen triggern kann.

Forscher der Universität Washington haben herausgefunden, dass ein Molekül das angeborene Immunsystem aktivieren kann und bestimmte Gene induzieren kann, die die Infektion mit verschiedenen RNA-Viren kontrollieren können. Zu den RNA Viren gehören das West-Nil-Virus, Dengue-Virus, Hepatitis-C-Virus, Influenza-A-Virus, respiratorisches Synzytial-Virus, Nipha-Virus, Lassa-Virus und das Ebola-Virus.

Die Ergebnisse der Studie, die im Journal of Virology veröffentlicht wurden, liefern vielversprechende Hinweise für die Entwicklung einer neuen antiviralen Substanz mit einem breiten Wirkspektrum.

Wirkstoff hat antivirale Effekte

Nach Aussage von Michael Gale Jr. , Professor für Immunologie an der Universität Washington, hat der neue Wirkstoff antivirale Effekte gegen all die oben genannten Viren. Er ist der Ansicht, dass die Ergebnisse seiner Arbeit zeigen können, dass es möglich ist, die angeborene Immunität zu verstärken. Das hierfür verantwortliche Molekül heißt RIG-1 und ist in allen humanen Zellen präsent.

RIG-1 ist ein zelluläres Protein, das zu den pathogenen Erkennungsrezeptoren gehört. Diese Rezeptoren detektieren virale RNA und leiten eine angeborene Immunreaktion ein, die sich innerhalb der Zelle abspielt und notwendig ist für die Limitierung und Kontrolle der viralen Infektion. Das Signal führt zu der Expression von mehreren antiviralen Genen, die im Rahmen der angeborenen Immunität wirken. Es werden antivirale Genprodukte, proinflammatorische Zytokine, Chemokine und Interferon produziert. Diese Substanzen supprimieren und kontrollieren die virale Infektion.

Mechanismus bereits erfolgreich an Tieren getestet

Die Aktivierung der angeborenen Immunantwort zur Kontrolle einer viralen Infektion wurde bereits erfolgreich in vitro und in Labormäusen getestet. In weiteren Schritten müsste nun die Dosierung der Substanz und Stabilität dieser Prozesse in Tiermodellen und schließlich im menschlichen Organismus geprüft werden. Bis diese Schritte erfüllt sind, kann es zwei bis fünf Jahre dauern.

Derzeit gibt es keine antiviralen Medikamente mit einem breiten Wirkspektrum und generell gibt es wenige therapeutische Optionen gegen RNA-Virus-Infektionen.  Infektionen mit RNA-Viren stellen weltweit ein signifikantes Gesundheitsproblem dar, da die RNA-Viren durch ihre hohe Mutationsrate der Immunantwort entfliehen können. Oft kommt es zum Ausbruch, Abklingen und Wiederausbrechen der Infektionen. In den Vereinigten Staaten kam es zum Beispiel 2000 zu einem Ausbruch der Infektion mit dem West-Nil-Virus, die im Jahre 2012 erneut ausbrach. Die WHO berichtet von 50 bis 100 Millionen neuen Fällen von Denguefieber jährlich und 22.000 Todesfällen durch Denguefieber weltweit.

Das Hepatitis-C-Virus wird durch das Blut übermittelt und infiziert jährlich bis zu 4 Millionen Menschen. Bereits 150 Millionen Menschen sind chronisch infiziert und haben ein hohes Risiko, eine Leberzirrhose oder ein Leberkarzinom zu entwickeln. Direkte antivirale Medikamente können die Hepatitis-C-Infektion kontrollieren und heilen, aber mit vermehrtem und längerem Einsatz dieser Substanzen gibt es die Sorge, dass die RNA-Viren mutieren und das Medikament unwirksam wird. Zudem ist diese Medikation sehr kostspielig und macht sie unerschwinglich für viele Patienten.

Aufgrund der weltweiten Inzidenz der Virusinfektionen gibt es ein enormes Interesse daran, die angeborenen Immunmechanismen zu triggern. Zudem sprechen einige Infektionen nicht auf die traditionellen, antivirale Therapien an. Die Aktivierung der angeborenen Immunität hat den Vorteil, dass sie die infizierten Zellen als Ziel hat, durch Genexpression und –produkte wirkt, und nicht die Viren direkt als Target hat.

Text: esanum /ab

Foto: monofaction / Shutterstock.com

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