Psychologists for Future: Psychische Unversehrtheit in Gefahr

Der jungen Umweltbewegung Fridays for Future haben sich längst viele Erwachsene und Berufsgruppen angeschlossen. Scientists und Artists for future etwa. Die Rheinhessin Schulze hat die Psycholgists für Future gegründet - und erklärt warum.

Erst die Beine in die Hand nehmen, wenn der Grizzlybär vor einem steht

Der jungen Umweltbewegung Fridays for Future haben sich längst viele Erwachsene und Berufsgruppen angeschlossen. Scientists und Artists for future etwa. Die Rheinhessin Schulze hat die Psycholgists für Future gegründet - und erklärt warum.

Mit der Geburt ihrer Tochter hat sich die Sicht von Mareike Schulze auf die Welt verändert. Der Klimawandel und dessen Folgen auf die Zukunft machten der Psychologin zunehmend zu schaffen. Zugleich wurde die Klima-Bewegung Fridays for Future immer größer. "Das war ein Aha-Erlebnis", erzählt die Psychotherapeutin mit eigener Praxis in Rheinhessen. In einer Facebook-Gruppe mit KollegInnen fragte sie kurz vor der Europa-Wahl: Sollten wir als Berufsgruppe nicht auch etwas tun? "Die Reaktionen waren verhalten und zum Teil fast gegnerisch."

Die 35-Jährige ließ sich aber nicht unterkriegen und gründete gemeinsam mit Lea Dohm aus der Nähe von Hannover die Psychologists/Psychotherapists for Future (Psy4F). Rund 600 aktive Mitglieder gehören in Deutschland inzwischen dazu.

"Das menschliche Gehirn ist darauf programmiert, erst die Beine in die Hand zu nehmen, wenn der Grizzlybär direkt vor uns steht", erklärt die Psychotherapeutin den Umgang vieler Menschen mit dem Klimawandel. "Für eine solche Krise ist es nicht ausgelegt." Abwehrprozesse seien grundlegend auch gesund und normal. "Bei so einer Bedrohung wie dem Klimawandel sind sie aber auf Dauer nicht hilfreich, da sie verhindern, dass man die Gefahr erkennt und entsprechend handelt." Bei dem Verhalten in dieser menschengemachten Krise spielten neben beispielsweise Angst auch Gefühle wie Schuld und Scham eine Rolle. "Es ist eine existenzielle Krise, auch unsere psychische Unversehrtheit ist in Gefahr."

Aufzeigen, wie psychologisches und psychotherapeutisches Wissen im Umgang und Bewältigung hilfreich sein kann

"Wir wollen unseren Berufsstand mobilisieren, aufzeigen, wie psychologisches und psychotherapeutisches Wissen hilfreich sein kann im Umgang und der Bewältigung", erläutert Schulze ein Hauptziel von Psy4F. Die Berufsgruppe der PsychotherapeutInnen sei anders als etwa die der MedizinerInnen viel weniger präsent in der Öffentlichkeit, eher "konfliktvermeidend" und engagiere sich längst politisch nicht mehr so wie etwa noch in der Friedensbewegung.

Vor der Gründung von Psy4F hatten Schulze und Dohm bei Kammern und Verbänden angefragt, ob sie etwas gegen die Klimakrise unternehmen wollten. Da dies verneint worden sei, hätten sie eine Stellungnahme verfasst - auf Deutsch und Englisch. "Diverse internationale psychologische und medizinische Fakultäten forschen bereits seit vielen Jahren an den Zusammenhängen zwischen Klimawandel und Psychologie/Psychotherapie", heißt es darin. "Als Berufsgruppe sehen wir uns in der Verpflichtung, unser Expertenwissen einzubringen", sagt Schulze. "Mehr als 4.500 Kollegen mit akademischem Hintergrund aus 28 Ländern haben unterschrieben."

Klimakrise erfordert Veränderungen in Verhalten und Zusammenleben

"Die Klimakrise erfordert Veränderungen im Verhalten und in unserem Zusammenleben", sagt Schulze. Dies setzte aber ein entschiedenes Vorgehen in der Politik und der Gesellschaft voraus. Ohne grundlegende Veränderungen im Wirtschaftsleben und im Verkehr werde es nicht gehen, die Politik müsse dafür die Leitplanken setzen. Der Einzelne könne aber auch eine Menge tun - für das Klima und damit auch für seine psychische Gesundheit.

Engagement in Gruppen Gleichgesinnter, Vernetzung und Nachbarschaftshilfe nennt Schulze als Beispiele. Ein Trauerprozess gehöre auch dazu, weil die Menschen auf Gewohntem wie etwa ständiges Reisen verzichten müssten. "Wenn es aus innen heraus kommt, fällt es einem nicht schwer." Etwa nach dem Motto: "Mir steht die Welt offen, ich könnte überall hinreisen, mache es aber nicht." Gut seien auch "Vorbilder, auf die man sich beziehen kann", sagt Schulze, die mit einem E-Auto unterwegs ist. "Das Leben entsprechend eigener Werte gestalten und sich vernetzen" sei wohltuend. Schulze fällt das auch dank ihrer Tochter nicht schwer. "Ein Kind gibt ganz große Kraft, wenn man sich darauf einlässt."

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