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Qualitativ bessere Ernährung könnte sich protektiv gegen Hirnatrophie auswirken

Verbesserte Ernährung wäre gute Präventionsstrategie, um kognitive Fähigkeiten auch im Alter zu erhalten

Die 'Rotterdam-Studie' zeigt an 4.213 älteren Erwachsenen einen Zusammenhang zwischen höherem Hirngewebe-Volumen und einer Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Fisch und Nüssen ist.

Laut einer Mitte Mai in der Fachzeitschrift der American Academy of Neurology (AAN) publizierten niederländischen Studie könnte eine Ernährung von hoher Qualität dazu beitragen, auch im Alter kognitiv leistungsfähig zu bleiben.

Die 'Rotterdam-Studie'

Zwischen 2005 und 2015 wurden 4.213 Erwachsene mit einem Durchschnittsalter von 66 Jahren in die Untersuchung eingeschlossen, die keine kortikalen Infarkte oder Demenz aufwiesen.
Mittels Fragebögen erfassten die Wissenschaftler, wie viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Milchprodukte, Fisch, Tee, ungesättigte Fette und Öle, rotes und industriell verarbeitetes Fleisch, zuckerhaltige Getränke, Alkohol und Salz (insgesamt 400 verschiedene Items) die Studienteilnehmer zu sich nahmen und vergaben anschließend eine Gesamtnote zwischen 0 und 14 für die Qualität der Ernährung (der Durchschnitt lag bei 7).

Das Hirnvolumen, die Anzahl von Läsionen in der weißen Substanz, Lakunen und cerebrale Mikroblutungen wurden mittels cMRT untersucht. Weitere Faktoren, die das Hirngewebevolumen beeinflussen könnten – wie Hypertonus, Nikotinabusus und körperliche Aktivität – wurden ebenfalls erhoben.

Zusammenhang zwischen Qualität der Ernährung und Hirnvolumen

Nach Korrektur für diese Faktoren sowie für Alter, Geschlecht, Schädelgröße und Bildung ergab sich eine Assoziation zwischen höherem Ernährungsscore und größerem Gesamt-Hirnvolumen, Volumen der grauen und weißen Substanz und höherem Volumen des Hippocampus.

Die nach den "Dutch Dietary Guidelines" beste Ernährung beinhaltete viel Gemüse, Obst, Nüsse, Vollkorn, Molkereiprodukte und Fisch sowie einen geringen Konsum von süßen Getränken und war mit größeren Hirnvolumina assoziiert.
Im Schnitt hatten Studienteilnehmer mit qualitativ besserer Ernährung 2 ml mehr Hirngewebevolumen. Um dies ins Verhältnis zu setzen: eine Abnahme des Hirnvolumens um 3,6 ml ist äquivalent zu einem Jahr Alterung.

Die Forscher betonen allerdings, dass es sich hier um eine Assoziation handelt, keinen Beweis, dass gesündere Essgewohnheiten zu höherem Hirnvolumen führen, da die Erfassung der Ernährung mittels der Fragebögen nur eine Momentaufnahme darstellt.

Wichtig dabei ist, dass der vorteilhafte Effekt nicht von einem einzelnen Nahrungsmittel ausgeht, sondern von der Kombination mehrerer Nahrungsmittelgruppen, die als Einheit eine Ernährung von guter Qualität ausmachen.
Koautorin Dr. Meike Vernooij, PhD, Uniklinik Rotterdam fügt hinzu: “Es bestehen viele komplexe Interaktionen zwischen verschiedenen Nahrungsbestandteilen und Nährstoffen. Unseren Untersuchungen zufolge haben Menschen, die eine Kombination gesünderer Nahrungsmittel zu sich nehmen, größere Hirngewebevolumen.“

Es wurde keine Verknüpfung zwischen Ernährungsqualität und Läsionslast der weißen Substanz, Lakunen oder kleinen Hirnblutungen registriert.

Größeres Hirnvolumen wiederum bedeutet: bessere kognitive Leistung

Dr. Vernooji sagt weiter: "Andere Studien konnten zeigen, dass Personen mit größeren Gehirnen bessere kognitive Fähigkeiten haben. Daher könnten Initiativen zur Verbesserung der Ernährungsqualität eine gute Strategie darstellen, um die mentale Leistungsfähigkeit bei älteren Erwachsenen aufrecht zu erhalten."
Weitere, insbesondere longitudinale Daten, wären vonnöten, um diese Ergebnisse zu bestätigen und die Mechanismen zu erforschen, über welche die Ernährung das Gehirn oder die Neurodegeneration beeinflussen kann.

Referenzen:
Croll P. H., Voortman T. et al. Better diet quality relates to larger brain tissue volumes - The Rotterdam Study. Neurology. First published May 16, 2018, DOI: https://doi.org/10.1212/WNL.0000000000005691
Press Release "For Older Adults, a Better Diet May Prevent Brain Shrinkage"