Reizdarmsyndrom: Diät kann gegen Verstopfung, Blähungen und Durchfall helfen

Bei Reizdarm-Erkrankungen gibt es kein Patentrezept. Erfolge verspricht die FODMAP-Diät. Ärzte sollen vor allem gemeinsam mit den Patienten die Ernährungsgewohnheiten analysieren. Das Reizdarmsyndr

Bei Reizdarm-Erkrankungen gibt es kein Patentrezept. Erfolge verspricht die FODMAP-Diät. Ärzte sollen vor allem gemeinsam mit den Patienten die Ernährungsgewohnheiten analysieren.

Das Reizdarmsyndrom gehört zu den häufigsten und zugleich zu den am wenigsten bekannten Erkrankungen der westlichen Welt. Nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS) leiden bis zu zwölf Millionen Menschen in Deutschland unter anhaltenden Bauchbeschwerden, die sich als Blähungen, Schmerzen, Durchfälle oder Verstopfung äußern. Eine individuell abgestimmte Diät sollte bei der Therapie im Vordergrund stehen, betonen Experten im Vorfeld des Kongresses „Viszeralmedizin 2015“, der vom 16. bis 19. September in Leipzig stattfindet.

„Nahrungsbestandteile können wichtige Strukturen im Verdauungstrakt beeinflussen, entweder direkt oder über die im Darm lebenden Bakterien“, erklärt Professor Dr. med. Thomas Frieling, Direktor der Medizinischen Klinik II des Helios Klinikums Krefeld. So können etwa Nahrungsmittel wie Zwiebeln oder Lauch für Reizdarmpatienten die Ursache quälender Schmerzen sein. „Bei vielen Patienten reagiert das Darmnervensystem auf die Dehnung des Darms durch blähende Gase besonders empfindlich“, erklärt Frieling. Eine gestörte Darmflora, also eine ungünstige Zusammensetzung der Darmbakterien, könne die Gasbildung im Darm noch verstärken. In diesem Fall würde der Verzicht auf blähende Lebensmittel die Symptome lindern.

„Da den Beschwerden unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen, gibt es beim Reizdarmsyndrom kein Patentrezept“, betont Frieling. Eine Diät, die sich an den Symptomen ausrichtet, sollte aber immer an erster Stelle stehen. Patienten, die vor allem unter Verstopfung leiden, profitieren von einer ballaststoffreichen Ernährung. Für Betroffene mit schmerzhaften Blähungen ist die faserreiche Kost hingegen wenig förderlich. „Ich empfehle Patienten zunächst mit Hilfe eines Ernährungstagebuchs herauszufinden, welche Nahrungsmittel sie besonders gut vertragen und welche nicht“, sagt Frieling.

Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel

Als erfolgversprechende Diät – für rund Dreiviertel der Reizdarmpatienten – haben Wissenschaftler in großen Studien die so genannte FODMAP-Diät ausgemacht. Betroffene verzichten hierbei auf “Fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide und (and) Polyole”. Diese Einfach- und Mehrfachzucker sowie Polyalkohole werden von Bakterien im Dickdarm vergärt und tragen so zur Entstehung blähender Gase bei. Zudem ziehen sie große Mengen Wasser in den Darm und verursachen Durchfälle. Zu ihnen zählen etwa Fruktose in Früchten oder Honig, Laktose in Milchprodukten, Fruktane in Weizen, Knoblauch oder Zwiebeln, Galaktose in Bohnen, Linsen und Sojabohnen, sowie die „Zuckeraustauschstoffe“ Xylit, Sorbit und Maltit, die natürlicherweise in Pflaumen, Aprikosen oder Mais vorkommen. Angesichts der hohen Zahl FODMAP-haltiger Lebensmittel sei die Diät im Alltag jedoch oftmals schwierig umzusetzen, so Frieling.

Mitunter biete sich die Strategie an, zunächst einzelne Nahrungsbestandteile, etwa Fructose, Lactose und Sorbit auf dem Speiseplan zu minimieren. „So können wir neben den Reizdarmtriggern auch klassischen „Nahrungsmittelunverträglichkeiten“ auf die Spur kommen“, sagt Frieling. Bevor sie die Diagnose „Reizdarm“ stellen, sollten Ärzte durch eine sorgfältige Diagnostik andere Krankheiten, wie etwa eine chronisch entzündliche Darmerkrankung oder eine Zöliakie, ausschließen. Letztere bezeichnet eine Erkrankung des Darms, die durch Gluten in Getreide verursacht wird.

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