Riechtest zu Diagnose von Alzheimer

Ein einfacher Riechtest könnte das Frühstadium von Alzheimer diagnostizieren

Ein Test zur Geruchserkennung könnte sich für die Abnahme von Gedächtnisleistungen und die Früherkennung von Alzheimer nutzen lassen, so eine neue Studie.

Forscher aus den USA berichten, dass ein Geruchstest nützlich zur Identifikation von Gedächtnisstörungen und zur Früherkennung von Alzheimer sein kann. Zwei kürzlich veröffentlichten Studien, welche bei einer internationalen Konferenz zum Thema Alzheimer in Toronto, Kanada, vorgestellt worden sind, weisen darauf hin, dass der University of Pennsylvania Small Identification Test, kurz UPSIT, eine kostengünstige und einfache Alternative zu anderen Untersuchungen für eine frühe Diagnose der Alzheimer-Krankheit sind.

In der ersten der beiden vorgestellten Studien unterzogen die Forscher 397 Ältere (Durchschnittsalter 80 Jahre) aus einer gemischten ethnischen Population in Nord-Manhattan ohne Demenz dem UPSIT.  Jeder der Teilnehmer wurde einem MRT-Scan unterzogen, um die Dicke des entorhinalen Kortex zu bestimmen. Der entorhinale Kortex ist der erste Ort des Gehirns, in welchem man Morbus Alzheimer erkennen kann.

Die Forscher fanden heraus, dass niedrige Werte im UPSIT in Kombination mit einem durchschnittlichen entorhinalem Kortex mit Alzheimer und Demenz assoziiert ist. Niedrige UPSIT-Werte ergeben sich aus einer verminderten Fähigkeit, bestimmte Duftstoffe korrekt zu erkennen.

Niedrige UPSIT-Werte und ein normaler entorhinaler Kortex zeigte sich auch als Hinweis auf zukünftigen kognitiven Verlust der Probanden. Gleichzeitig zeigte sich auch, dass ein Verlust an Zellen im Kortex in signifikanter Höhe mit einem niedrigen UPSIT-Score assoziiert ist.

Laut dem Autor Seonjoo Lee, PhD und Assistenzprofessor für klinische Biostatistik in der Psychiatrie an der CUMC zeigten die Untersuchungen, dass ein Unvermögen, Gerüche richtig zuzuordnen und auch die verminderte Schichtdicke des Geruchskortex, Prädiktoren für eine Demenz-Erkrankungen darstellen. Die Untersuchen bestätigen den Verdacht, dass der Verlust der Riechfähigkeit als Anfangsstadium von Alzheimer einem Zellverlust im entorhinalen Kortex vorausgeht.

In einer weiteren Studie bewerteten die Forscher des CUMC die Aussagekraft des UPSIT und weiterer Tests, welche die Menge von Amyloid-Proteinen im Gehirn messen, bezüglich der Fähigkeit, Gedächtnisverluste vorauszusagen. Amyloid-Plaques sammeln sich bei fortgeschrittenem Alzheimer in großen Mengen im Gehirn an und lassen sich mit bestimmten Bildgebungsverfahren (PET-Scan) darstellen.

Die Forscher unterzogen in der zweiten vorgestellten Studie insgesamt 84 Patienten (medianes Alter 74 Jahre) dem UPSIT, welche zusätzlich entweder eine Messung der Beta-Amyloid-Konzentration im Liquor oder ein PET-Scan erhielten. Davon hatten insgesamt 58 Patienten bereits eine leichte kognitive Einschränkung. Die Patienten wurden mindestens sechs Monate weiter beobachtet.

Zum Endzeitpunkt zeigten 67 Prozent der Teilnehmer Anzeichen von Gedächtnisstörungen. Ein positiver Test der Amyloid-Konzentration, unabhängig von der Methode und unabhängig vom UPSIT-Score, war prädiktiv für den kognitiven Abbau der Patienten. Gleichzeitig war eine Gedächtnisstörung drei mal häufiger bei Patienten, welche weniger als 35 Prozent im UPSIT-Test erreichten.

William Kreisl, Neurologe am New Yorker Presbyterian Krankenhaus, erklärte, dass seine Forschung zeige, dass sowohl der UPSIT-Score als auch der Amyloidgehalt den Verlust des Gedächtnisses vorhersagen können. Dabei könnte das jüngere Alter, ein besseres Ausbildungsniveau und der kürzere Zeitintervall der zweiten Studie erklären, warum UPSIT nicht so starke Hinweise auf den Gedächtnisverlust der Patienten lieferte, wie es frühere Studien vermuten ließen. Auch wenn noch weitere Studien vonnöten seien, so sei ein Geruchstest als kostengünstigere und weniger invasive Methode als ein PET-Scan oder eine Lumbalpunktion eine nützliche Methode für Ärzte im Umgang mit Patienten, die einen Verlust ihres Erinnerungsvermögens befürchten.

Momentan gibt es lediglich Methoden, die eine bereits klinisch vorhandene, fortgeschrittene Alzheimererkrankung bestätigen können, bei welcher bereits  endgültige Schäden im Gehirn entstanden sind. Die Bildgebung mit Hilfe von PET-Scans kann die Amyloid-Plaques im Hirn bereits Jahre vor dem Auftreten der ersten Symptome zeigen, auch wenn diese Methode sehr teuer ist. Beta-Amyloid kann zusätzlich auch in der Cerebrospinal-Flüssigkeiten, welche mithilfe einer Lumbalpunktion aus dem Rückenmarkskanal entnommen wird, entdeckt werden. Und auch die Bestimmung des zweiten, sogenannten tau-Proteins, welches sich in abnormaler Weise bei Alzheimer bildet, ist Gegenstand aktueller Forschung und entwickle sich stetig weiter.

Die aktuelle Studie gebe dabei weitere Hinweise auf den klinischen Wert eines Riechtest zur Früherkennung von Alzheimer, so D. P. Devanand, Arzt und Professor für Psychiatrie und Neurologie am Gertrude H. Sergievsky Center am CUMC und leitender Forscher in beiden Studien.

Auch die Entdeckung weiterer, potentiell günstigerer und einfacherer Biomarker, um Morbus Alzheimer rechtzeitig zu entdecken, könnte zu schnellen Fortschritten bei der Diagnostik der Krankheit im Frühstadium führen, so Heather Synder, PhD und medizinischer Leiterin der Alzheimer’s Association.

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