S3-Leitlinie Prostatakarzinom überarbeitet

Prostatakrebs bleibt mit jährlich rund 60.000 Neuerkrankungen in Deutschland mit Abstand die häufigste bösartige Tumorerkrankung bei Männern. Die S3-Leitlinie zum Prostatakarzinom ist von zentraler Bedeutung und wird regelmäßig aktualisiert.

Umfangreiches Update der S3-Leitlinie zum Prostatakarzinom

Prostatakrebs bleibt mit jährlich rund 60.000 Neuerkrankungen in Deutschland mit Abstand die häufigste bösartige Tumorerkrankung bei Männern. Deshalb ist die S3-Leitlinie zum Prostatakarzinom von zentraler Bedeutung in der Urologie und wird nach dem Prinzip einer Living-Guideline regelmäßig aktualisiert. Das inzwischen fünfte und sehr umfangreiche Update der "S3-Leitlinie zum Prostatakarzinom" wurde erneut unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU) erstellt und ist ab sofort online abrufbar.

Die Konsultationsphase der Leitlinie, in der die (Fach-)Öffentlichkeit Gelegenheit zur Kommentierung hatte, war am 12.04.2021 abgelaufen; die eingegangenen Kommentare und Überarbeitungsvorschläge wurden geprüft und die S3-Leitlinie zum Prostatakarzinom jetzt in der Version 6.0 im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie veröffentlicht.

"Der gesamte Aktualisierungsprozess hat dank der engagierten Arbeit aller beteiligten Leitlinienautoren und -autorinnen, Fachgesellschaften und Organisationen in einem vergleichsweise schnellen Zeitrahmen eine große Zahl wesentlicher Neuerungen mit sich gebracht, welche einen Rahmen für die Patientenversorgung auf dem aktuellsten Stand der Wissenschaft aufzeigt“, so Leitlinienkoordinator und DGU-Vorstandsmitglied Professor Dr. med. Marc-Oliver Grimm.

Umfassende Neuerungen zu Diagnostik und Therapie

Grundlegende Änderungen und Neuerungen gab es in insgesamt vier Kapiteln unter anderem zu folgenden Themen: Früherkennung, multiparametrische MRT (mpMRT) in der Primärdiagnostik, Brachytherapie, fokale Therapie, adjuvante Strahlenbehandlung, lokale Therapien beim oligometastasierten Prostatakarzinom und PSMA-PET/CT in der Ausbreitungsdiagnostik.

Die Kapitel zur systemischen Therapie (hormonsensitives und kastrationsrefraktäres metastasiertes sowie nicht-metastasiertes kastrationsrefraktäres Prostatakarzinom) wurden vollständig überarbeitet. Außerdem wurde auf Basis der aktuellen Evidenz ein neues Kapitel zur lokalen Therapie bei metastasiertem Prostatakarzinom erarbeitet. "Die neuen Empfehlungen zur mpMRT in der Primärdiagnostik, zum PSMA-PET für den Nachweis von Prostatakarzinom-Metastasen und vor allem die komplette Überarbeitung der Kapitel zur systemischen Therapie auf der Basis neuer Evidenz zählen zu den wichtigsten Neuerungen dieser Leitlinien-Aktualisierung", betonte Grimm.

Die Aktualisierung der begleitenden Patientenleitlinie wird zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Die Leitlinie selbst ist auf dieser Webseite abrufbar: www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/prostatakarzinom

Neu ist u.a. ein Kapitel zur Fokalen Therapie

Die aktuelle Fassung der S3-LL Prostatakarzinom führt zudem erstmals ein eigenes Kapitel zur fokalen Therapie ein. Gleichzeitig wird der zuvor bestehende Hinweis aufgehoben, die fokale Therapie beim PCa lediglich im Rahmen klinischer Studien einzusetzen.

Dennoch gelten weiterhin enge Vorgaben, welchen Patienten solche Verfahren der fokalen Therapie angeboten werden können:

  1. bei einseitigem, lokal begrenztem niedrig-Risiko PCa,
  2. Gleason 6,
  3. PSA < 10 ng/ml,
  4. unauffälliger DRU-Tastbefund,
  5. max. 50% positive Stanzen bei einseitigem Befund.

Die Diagnose soll durch mpMRT und Biopsie verifiziert werden. Dann kann geeigneten Patienten eine fokale Therapie angeboten werden. Nach 6-12 Monaten soll jedoch postoperativ eine Kontrolle mittels MRT und Biopsie erfolgen. Im Aufklärungsgespräch ist ferner zwingend darauf zu achten, dass die Patienten darüber informert werden, dass eine Salvagetherapie bei Versagen der fokalen Therapie möglicherweise ein schlechteres Outcome hat. Hierzu gibt es Hinweise aus Studien zur Salvage-Prostatektomie nach Therapieversagen einer fokalen Therapie.

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