SBAR-Konzept verbessert Kommunikation bei OPs

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Handlungsleitfaden enthält alle relevanten Informationen zu Patienten und hilft Operateuren, Anästhesisten und Pflegepersonal, Missverständnisse bei Operationen zu vermeiden.

Die Komplexität zahlreicher Operationen erfordert eine akkurate Zusammenarbeit zwischen den Operateuren, Anästhesisten und dem Krankenpflegepersonal. Um das Zusammenspiel des medizinischen Personals zu verbessern, hat die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e. V. (DGAI) aktuelle Empfehlungen zu einer strukturierten Patientenübergabe nach Operationen herausgegeben. Kernpunkt ist die Einführung des SBAR-Konzepts, das als Kommunikationswerkzeug in der Anästhesie und Intensivmedizin fungiert.

“SBAR” steht für S = Situation, B = Background, A = Assessment und R = Recommendation. Hierdurch sollen Fehler aufgrund von Kommunikationsproblemen reduziert werden. “Eine strukturierte Patientenübergabe trägt maßgeblich zur Verbesserung der Patientensicherheit bei. Denn gerade in stressigen Situationen müssen wir in der Anästhesie klar und deutlich miteinander kommunizieren, damit auch alle wichtigen Informationen ankommen”, so Professor Dr. Frank Wappler, Präsident des diesjährigen Deutschen Anästhesiecongresses, der vom 14.-16. April 2016 in Leipzig stattfindet.

In Operationssälen gilt es deshalb, feste Kommunikationsregeln zu etablieren – sogenannte Standard Operating Procedures (SOP). Zu diesen Standards gehört auch ein strukturiertes Übergabeprotokoll wie das SBAR-Konzept. Chirurgen, Anästhesisten, Assistenten und Pflegende arbeiten vor, während und nach einer Operation Hand in Hand. Gerade an den Schnittstellen, wenn der Patient vom Anästhesisten im OP an den Arzt beziehungsweise die Pflegekräfte im Aufwachraum übergeben wird oder von dort an die Pflegekräfte auf der Station ist eine funktionierende Kommunikation untereinander wichtig. Studien zeigen, dass sich durch das SBAR-Konzept eine signifikante Reduktion unerwarteter Todesfälle und eine Verbesserung der Patientensicherheit gewährleisten lassen.

Feste Regeln für das Personal im Operationssaal

Die strukturierte Übergabe nach dem SBAR-Konzept wird beispielsweise an der Klinik für Anästhesiologie der Ludwig-Maximilians-Universität München durchgeführt. Eine Kurzanleitung zu den vier Schritten des SBAR-Konzeptes unterstützt alle Beteiligten dabei, dass alle wichtigen Informationen und Empfehlungen nach einer festgelegten, thematisch geordneten Reihenfolge übermittelt werden: Unter “Situation” (S) sind alle Informationen über Name, Alter, Geschlecht, Diagnose, Art des Eingriffes und Details zur Anästhesie zusammengefasst. Zum “Background” zählen unter anderem Angaben über Allergien, Medikamente vor der Operation, Komorbiditäten, präoperative Diagnostik und Ereignisse während des Eingriffs. In das “Assessment” sind zum Beispiel Informationen zu Lagerung, Zugängen, Blutverlust, Blut- und Gerinnungsprodukten, zum aktuellen Stand der OP, letzten Laborwerten und Medikamenten wie Antibiotika oder Schmerzmittel eingebunden. Abschließend gibt es eine “Recommendation” mit Operationsdetails wie Drainagen, Anordnungen des operierenden Arztes, Informationen zu Beatmung sowie zur postoperativen Schmerztherapie.

“Patientensicherheit ist unser Auftrag und stellt gerade in unserem Aufgabengebiet eine Herausforderung dar. Dieser möchten wir uns in der DGAI stellen. Einen wichtigen Beitrag hierzu leisten Instrumente, wie das SBAR-Konzept, die die Zusammenarbeit in der Klinik optimieren”, erklärt Professor Dr. Thea Koch, Präsidentin der DGAI. “Darüber hinaus ist für die meist besorgten Patienten, die sich ja in Ausnahmesituationen befinden, eine empathische und kompetente Behandlung von großer Bedeutung. Sie sollen sich auch vor großen Operationen, bei Notfällen und auf der Intensivstation gut und sicher aufgehoben fühlen”, so Koch weiter.

Text: esanum/vt

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