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Schilddrüsenerkrankungen: Warum eineiige Zwillinge ein unterschiedliches Risiko haben

Wissenschaftler der Osaka University erklären nun, warum nur einer der eineiigen Zwillinge dem Risiko für autoimmune Schilddrüsenerkrankungen ausgesetzt sind.

Abweichungen auf Genotypen von vier Polymorphismen zurückzuführen

Wissenschaftler der Osaka University erklären nun, warum nur einer der eineiigen Zwillinge dem Risiko für autoimmune Schilddrüsenerkrankungen ausgesetzt ist. 

Entgegen des Irrglaubens, dass eineiige Zwillinge in jeder Hinsicht komplett identisch sind, wissen Eltern, dass ihre Zwillinge individuell und in einigen Bereichen komplett verschieden sind. Eineiige Zwillinge verfügen über identische Gene, ihre Genexpressionen sind jedoch nicht identisch. Diese Unterschiede sind auf epigenetische Ursachen zurückzuführen. So werden bei einem Zwilling bestimmte Gene stärker abgelesen, wohingegen dieser Prozess bei dem anderen Zwilling schwächer von statten geht. Dies hat zur Folge, dass ein Zwilling anfälliger für bestimmte Erkrankungen ist.

Eine neue Studie der Osaka University hat nun untersucht, welche epigenetischen Faktoren in Chromosomen vorliegen, sodass ein Zwilling ein höheres Risiko für autoimmune Schilddrüsenerkrankungen hat. Die Schilddrüse produziert und speichert die Hormone Tetrajodthyronin und Trijodthyronin, wodurch der zelluläre Sauerstoffverbrauch, der Menstruationszyklus, das Herzkreislauf-System und der Stoffwechsel beeinflusst werden. Wenn die Schilddrüse nicht hinreichend funktionstüchtig ist, kann dies die Entstehung von autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen wie Morbus Basedow und Hashimoto-Thyreoiditis zur Folge haben. Im Rahmen dieser Erkrankungen produziert der Körper anti-Thryoglobulin Autoantikörper, die das Immunsystem dazu bewegen, Teile der Schilddrüse anzugreifen. 

Untersuchung der Unterschiede durch Genexpressionen

Die Studie wurde mit der Intention durchgeführt, genetischen und epigenetischen Ursachen auf die Spur zu kommen und die Entwicklung neuer Diagnoseverfahren in die Wege zu leiten. Im Zuge dessen hat Professor Watanabe mit seinem Forscherteam 23 eineiige Zwillinge untersucht, die sich in der Produktion von anti-Thryoglobulin Autoantikörpern voneinander unterschieden. "Wir vermuteten, dass Abweichungen in der Methylierung der CpG-Abschnitte bestehen. Diese Art von Methylierung reguliert Genexpressionen. Erkrankungen wie Typ-1-Diabetes sind mit abnormen Methylierungs-Mustern vergesellschaftet", heißt es von Watanabe. Die Methylierung der CpG-Abschnitte ist für die epigenetische Regulierung im Körper fundamental.

In der Tat zeigen die Studienergebnisse, dass es Unterschiede in der Methylierung der CpG-Abschnitte innerhalb der Zwillingspaare gab. Das Forscherteam fand heraus, dass die Abweichungen vor allem auf Genotypen von vier Polymorphismen zurückzuführen sind. "Die Chromosomen, die über diese Polymorphismen verfügten, waren nicht mit denen zu vergleichen, die genetisch mit einer Anfälligkeit für autoimmune Schilddrüsenerkrankungen in Verbindung gebracht werden", erklärt Watanabe. 

Die Ergebnisse der Studie ebnen den Weg für weitere Forschungsarbeiten, die künftig das Erkrankungsrisiko anhand von genetischen und epigenetischen Komponenten bestimmen sollen. Den Forschern zufolge unterstreicht die Studie, wie komplex die Diagnose von Schilddrüsenerkrankungen ist.