Schlafstörungen: Rechtzeitige Diagnose und Behandlung verhindert Langzeitschäden

Eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung von Schlafstörungen ist wichtig, um Langzeitschädigungen zu vermeiden. Menschen mit chronischen Schlaferkrankungen haben ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle, Diabetes, Depressionen und Demenz. Darum fordert die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, bei Behandlungen auf ihre Leitlinien zu setzen.

Leitliniengerechte Behandlung betroffener PatientInnen gefordert

Schlafapnoe kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder einen Schlaganfall verursachen. Ein- und Durchschlafstörungen (Insomnien) können ebenfalls zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch zu Diabetes führen. Sie entstehen oft bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen. Um gesundheitliche Langzeitschädigungen und Folgeerkrankungen durch jede Form von Schlafstörungen zu vermeiden, müssen diese rechtzeitig diagnostiziert und behandelt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) empfiehlt medizinischem Fachpersonal, sich an den Leitlinien der Gesellschaft zu orientieren.

Fehlender REM-Schlaf verursacht Demenz und Morbus Parkinson

Epidemiologische Längsschnittstudien und deren Zusammenfassungen (Meta-Analysen) haben verschiedene Risikofaktoren durch Schlafstörungen ermittelt. Eine langfristige Schlafstörung führte bei 15% der PatientInnen zu Demenz. Bei einer unbehandelten Schlafapnoe waren es sogar 30% der PatientInnen. Die REM-Schlaf-Verhaltensstörung, die zu den Parasomnien gehört, wurde als ein Risikofaktor für neurodegenerative Erkrankungen eingestuft. Die Studien gehen davon aus, dass 80% aller Betroffenen mit einer solchen Störung in den kommenden 15 Jahren an Morbus Parkinson erkranken werden. Die Gedächtnisfunktion etwa wird stark vom Schlaf beeinflusst. Eine schlechte Atmungsfunktion verschlechtert die kognitiven Fähigkeiten und lässt im Rückschluss vermuten, dass eine Behandlung diese wieder verbessert.

Medikamente können Leiden sogar verstärken

Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) verweist dabei wieder auf ihre Leitlinien zur Behandlung von Schlaferkrankungen. Diese enthalten evidenzbasierte Richtlinien, etwa für eine medikamentöse Therapie. "Wir wissen, dass die Behandlung mit Schlaf- oder Schmerzmitteln eine Schlafapnoe zum Beispiel verstärkt. Bei einer REM-Schlafverhaltensstörung ist es u.a. falsch, mit Beruhigungsmitteln zu behandeln.", erklärt Geriater und Schlafmediziner Prof. Dr. med. Helmut Frohnhofen. Ebenso wichtig und in den Leitlinien verankert sei eine langfristige Therapie. Gerade bei der Obstruktiven Schlafapnoe fordere die DGSM eine Langzeitkontrolle und die Anpassung der Geräte auf Veränderungen beim PatientInnen, etwa durch Alter, Gewichtszunahme oder Lebensumstände.

Pandemie sollte Versorgung nicht gefährden

Die langfristige und regelhafte Verlaufskontrolle spiele eine wichtige Rolle bei der schlafmedizinischen Behandlung. Deshalb müsse auch in der durch die Pandemie beeinflussten Zeit eine schlafmedizinische Versorgung stattfinden, betont der DGSM-Vorsitzende Prof. Dr. med. Peter Young. Unter www.dgsm.de findet sich ein Gemeinsames Positionspapier der DGSM und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP) zur "Diagnostik und Therapie schlafbezogener Atmungsstörungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie". Vom 29. bis 31. Oktober findet die in diesem Jahr digitale Jahrestagung der DGSM statt.

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