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Schmerzen können Erfolg von Operationen gefährden

Eine konsequente Schmerztherapie setzt bereits während einer Operation an. Sie kann deshalb nur als Zusammenspiel von Chirurg und Anästhesist funktionieren.

Beitrag und Interview zum Symposium “Postoperatives Schmerzmanagement für den Chirurgen”
Organisiert von Grünenthal GmbH

Muss ein Patient einen gewissen Grad an Schmerzen nach einer Operation aushalten? Für führende Chirurgen und Anästhesisten ist klar, dass dieses Denken längst der Vergangenheit angehören sollte und – im Gegenteil – die Schmerztherapie integraler Bestandteil jeder Operation sein müsste.

Fakt ist allerdings auch, dass mehr als 50 Prozent der Patienten nach einer OP über Schmerzen in einer nicht akzeptablen Form klagen. Dieses im Rahmen einer Studie erhobene Ergebnis präsentierte Professor Stephan M. Freys, Chefarzt der Chirurgie am DIAKO Evangelisches Diakonie-Krankenhaus in Bremen, im Symposium “Postoperatives Schmerzmanagement für den Chirurgen” auf dem 133. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie.

Für Freys geht vor allem die Gleichung großer operativer Eingriff verbunden mit großem Schmerz und kleiner Eingriff mit geringem Schmerz nicht auf: “Das ist absoluter Blödsinn.”

Gerade kleine Operation verursachen große Schmerzen

Vielmehr seien es gerade die kleineren Operationen wie Blinddarm und Mandeln, die postoperativ enorme Schmerzen über einen langen Zeitraum verursachen. Hier liegt für ihn eine der Begründungen, warum die Schmerztherapie unmittelbar nach der Operation einsetzen muss: “Sonst kann ein Schmerz entstehen, der sich von der eigentlichen Ursache der OP loslöst”, erklärte Freys. Der Schmerz verselbstständig sich und wird chronisch.

Postoperative Schmerzen können mit Komplikationen wie einer Demoralisierung oder sogar einer Pneumonie einhergehen, was bei einer chronischen Ausprägung zum Beispiel über eine Depression wiederum selbst zu Schmerzen und erheblichem Leidensdruck führen kann.

Immer häufiger wird die Schmerztherapie parallel auch unter Kostengesichtspunkten diskutiert: “Schmerzen verlangsamen den Heilungsprozess und können die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus erhöhen”, so Freys.

Diese Kostenfrage sei die Hauptursache, warum sich Krankenhausbetreiber und Krankenkassen überhaupt erst intensiv mit Schmerztherapie beschäftigen. “Die Schmerztherapie muss von den Krankenhäusern vorangetrieben werden”, sagt Freys. Er fordert eine Akutschmerztherapie in deutlich mehr Kliniken.

Operationsverfahren kann Schmerzgrad beeinflussen

Der Chirurg sei in die Schmerztherapie insofern eingebunden, dass er bereits während der OP den Schmerzgrad beeinflussen kann. “Eine schonende OP-Technik, eine adäquate interoperative Lagerung, ein den Muskel weitgehender aussparender Zugang sowie lockere Verbände sind Beispiele für einfache Mittel, die ein Chirurg schon während einer Operation anwenden kann”, betont Freys. Ein Single Shot sowie eine kontinuierliche Wundinfiltration seien weitere Optionen.

Auch die zweite Referentin des Symposiums, Professor Esther Pogatzki-Zahn, setzt sich für eine stärkere Priorisierung der Akutschmerztherapie ein. Die Anästhesistin ist selbst Leiterin der Akutschmerztherapie am Universitätsklinikum Münster. Pogatzki-Zahn weist in ihrem Vortrag darauf hin, dass Patienten heute erwarten würden, in die Schmerztherapie mit eingebunden zu werden: “Sie wollen wissen, was sie bekommen, wie viel und am besten auch selbst kontrollieren können, wann sie sich etwas verabreichen.”

Patienten-kontrollierte Systeme (PCA) hätten sich hier als erfolgreich erwiesen und würden allgemein die Patientenzufriedenheit erhöhen, wenngleich sie mit einer reduzierten Mobilität und dem Risiko von Programmierungsfehlern – zum Beispiel unter Zeitdruck – einhergehen können.

“Jeder Patient ist anders und muss deshalb auch anders behandelt werden”, lautet Pogatzki-Zahns Fazit. Eine Untersuchung derselben Operation bei demselben Operateur zeigte eine erhebliche zeitliche und mengenmäßige Variabilität in Bezug bei der Verabreichung eines Schmerzmittels. “Opioide bleiben der Goldstandard in der Schmerztherapie”, so Pogatzki-Zahn.

International würden diese bislang deutlich konsequenter eingesetzt als in Deutschland. Konsens auch hierzulande ist, dass in der Schmerztherapie postoperativ so schnell wie möglich nicht-invasive Verfahren zum Einsatz kommen sollten.