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Schüler-Umfrage: Alkohol- und Tabakkonsum rückläufig - dafür mehr illegale Drogen

Nichtraucherschutzgesetze zeigen Wirkung

Schüler im Land Brandenburg leben wesentlich gesünder als vor zwölf Jahren - zumindest was Alkohol und Tabak angeht. Anders sieht es beim Umgang mit illegalen Drogen aus, wie eine umfangreiche Befragung jetzt zeigt.

Immer weniger Jugendliche in Brandenburg rauchen oder trinken regelmäßig Alkohol. Nach einer Befragung von mehr als 10.000 Schülern der zehnten Klassen ist der Anteil der jungen Raucher auf etwa 17 Prozent gesunken, wie die Landessuchtbeauftragte Andrea Hardeling mitteilte. Bei der letzten Befragung vor vier Jahren waren dies noch 22 Prozent, und 2005 hatten sogar noch 41 Prozent der Jungen und 38 Prozent der Mädchen angegeben, gewohnheitsmäßig zu rauchen. Regelmäßig Alkohol trinken nach den aktuellen Zahlen 15 Prozent der Jungen und 9 Prozent der Mädchen. 2013 waren es noch 19 beziehungsweise 10 Prozent.

Dafür kiffen inzwischen mehr Schüler. Der Anteil der regelmäßigen Konsumenten von Cannabis stieg bei den Jungen gegenüber 2013 von 4,4 auf 5,6 Prozent und bei den Mädchen von 2,0 auf 3,0 Prozent. Auch bei illegalen Drogen wie Ecstasy, Heroin und Crystal Meth ist ein Zuwachs zu verzeichnen: bei den Jungen von 1,0 auf 1,6 Prozent und bei den Mädchen von 0,5 auf 0,9 Prozent. Dies gebe durchaus Anlass zur Sorge, die Zunahme liege aber auf niedrigem Niveau, sagte Hardeling. In absoluten Zahlen gaben 400 Schüler zu, regelmäßig zu kiffen.

Erfreulich aus Sicht von Gesundheitsstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt: Bei der ersten Befragung im Jahr 2009 lag das Einstiegsalter der Raucher bei unter 13 Jahren, inzwischen beträgt es 13,5 bis 14 Jahre. "Ein Verzicht oder wenigstens ein Aufschieben regelmäßigen Konsums in der Jugend führt zu viel günstigeren Prognosen", erläuterte die Staatssekretärin. "Wenn Jugendliche nur halb soviel Tabak rauchen wie zwölf Jahre zuvor, werden Tausende vorzeitige Todesfälle und Tausende chronische Krankheiten vermieden."

Als Grund für die erfreuliche Entwicklung sieht Hartwig-Tiedt unter anderem eine Besserung der sozialen Verhältnisse in den Elternhäusern. Einkommen und Bildung hätten deutlich zugenommen, beim Rauchen wirkten zudem die Nichtraucherschutzgesetze positiv.

Erstmals wurden die Jugendlichen auch gefragt, ob sie bereits beim Cybermobbing als Täter oder Opfer beteiligt waren. Mit 10 Prozent sahen sich deutlich mehr Mädchen als Jungen (4 Prozent) als Opfer solcher Attacken im Internet. 7 Prozent der Mädchen und 9 Prozent der Jungen räumten ein, sie hätten schon selbst solche Angriffe gestartet.