Sport als Standard in der Krebsversorgung bei Kindern

Die Belastungen und möglichen Spätfolgen einer Tumorbehandlung im Kindes- und Jugendalter sind enorm. Häufig werden Herz-Kreislauf, die Psyche und auch das muskuloskelettale System in Mitleidenschaft gezogen.

Kinder mit Krebs benötigen sportliche Förderung durch ÄrztInnen und Eltern

Die Belastungen und möglichen Spätfolgen einer Tumorbehandlung im Kindes- und Jugendalter sind enorm. Häufig werden Herz-Kreislauf, die Psyche und auch das muskuloskelettale System in Mitleidenschaft gezogen. Umso überraschender, dass Kinder nach durchgestandener Krebserkrankung im späteren Leben seltener sportlich aktiv sind als gesunde Gleichaltrige, obgleich Sport und Bewegung viele der Morbiditätsrisiken krebskranker Kinder ausgleichen könnten. 

Bewegungsmangel wirkt sich bei Gesunden ebenso wie bei Krebskranken negativ auf die Gesundheit bzw. die Krankheitsprognose aus und sollte daher bestmöglich vermieden werden. Dabei gilt, dass auch PatientInnen unter intensiven Behandlungsregimen, wie z. B. einer Chemotherapie, oder mit schlechter Prognose von Bewegung und Aktivitätsförderungen profitieren.

Die Tumortherapie verschlechtert die körperliche Verfassung nachhaltig. Maßnahmen, welche die Lebenssituation und damit auch die Lebensqualität der Betroffenen erhöhen können, nehmen deshalb einen hohen Stellenwert bei den PatientInnen ein.

Individuell und angeleitet trainieren

Empfohlen werden derzeit etwa ≥ 150 Minuten moderates bzw. 75 Minuten intensives Training pro Woche. Stattfinden sollte dies an 2–5 Einzelterminen, von denen jeder zwischen 10 und 60 Minuten dauert. Da sich PatientInnen mit Tumorerkrankungen pathophysiologisch erheblich unterscheiden können, ist zudem eine personalisierte Trainingsplanung notwendig.

Ein geeignetes Trainingsprogramm sollte für die Kinder und Jugendlichen mit Krebs stets von erfahrenen Fachkräften erstellt werden.  Nur so lassen sich Sicherheit und Wirksamkeit der Trainingseinheiten in dieser besonderen Situation garantieren. Darüber hinaus ermöglicht ein angeleitetes Training ebenso die professionelle, gesundheitliche Überwachung während des Sports.

Welche Rolle kommt Ihnen als ÄrztInnen zu?

Neben den Eltern sind es vor allem die behandelnden Medizinerinnen und Mediziner, welche betroffene Kinder dazu ermuntern sollten, sich körperlich mehr zu betätigen. Denn Sport und Aktivität nützen den Kindern weit mehr als nur zur Erlangung körperlicher Fitness. Auch emotionalen, psychischen und sozialen Belastungen der Kinder lässt sich mithilfe des Sports nach und nach begegnen.

Den AutorInnen dieses aktuellen Special Reports zufolge ist es nun an der Zeit, dass sich unter anderem PatientInnen, Familien und GesundheitsversorgerInnen die Vorteile vor Augen führten, welche durch Sport in der Tumorversorgung bei Kindern und Jugendlichen bestehen.

Fazit für die Praxis

Quelle:
Spreafico F, Et al. Sport activities and exercise as part of routine cancer care in children and adolescents. Pediatr Blood Cancer 2019; 66(8): e27826

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