Sport ist bei Asthma nicht immer gesund

Sport kann unter gewissen Bedingungen bei Asthma ungesund sein. Sport soll ja bekannterweise gesund sein. Eine kürzlich im Fachjournal Respirology veröffentlichte Studie(DOI:10.1111/resp.12671) wir

Sport kann unter gewissen Bedingungen bei Asthma ungesund sein.

Sport soll ja bekannterweise gesund sein. Eine kürzlich im Fachjournal Respirology veröffentlichte Studie(DOI:10.1111/resp.12671) wirft nun aber Zweifel an der Allgemeingültigkeit dieser pauschalen Aussage auf. Konkret geht es dabei um Sport bei Patienten mit Asthma.

Schwedische Forscher um Ludvig Lövström untersuchten dabei den Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und dem Schweregrad, sowie Behandlungserfolg von Asthma bei 408 jungen Personen in einem Alter von 10 bis 34 Jahren mit diagnostiziertem Asthma und verglichen diese mit 118 gesunden Probanden. Hierbei beantworteten alle Probanden Fragen zu Dauer und Häufigkeit ihrer körperlichen Aktivität und wurden anschließend einem Asthma Control Test sowie spirometrischer Lungenfunktionsdiagnostik unterzogen. Außerdem wurden sie mithilfe des Methacholin-Provokationstests und auf den Anteil von Nitrit in der Ausatemluft untersucht, welcher einen Hinweis auf die Entzündungsaktivität im Atemtrakt liefert.

Dabei stellten die Wissenschaftler einerseits fest, dass die Probanden mit Asthma signifikant häufiger körperlich aktiv waren als die gesunden Probanden aus der Kontrollgruppe. Andererseits zeigte die Auswertung der erhobenen Daten, dass diejenigen Probandinnen, die am meisten Sport betrieben auch diejenigen waren, deren Erkrankung laut Untersuchungen am wenigsten gut eingestellt war. Bemerkenswert ist hierbei, dass sich ein solcher Zusammenhang eben nur bei den weiblichen Teilnehmern der Studie darstellen ließ.

Bei der Interpretation der Ergebnisse ist allerdings Vorsicht geboten. Zum Einen erklären die Autoren selbst, dass es weiterer Untersuchungen bedarf, um dem hier dargestellten Zusammenhang auf den Grund zu gehen. So müsste die körperliche Aktivität der Probanden genauer beschrieben und verglichen werden. Dauer und Frequenz alleine sagen nicht unbedingt etwas über die Intensität der sportlichen Betätigung aus. Zum anderen darf man nicht vorschnell auf einen so oder andersrum gerichteten Kausalzusammenhang schließen. Neben dem Schluss, dass ein hohes Maß an körperlicher Betätigung sich negativ auf die Erkrankung auswirkt, ist es ebenso vorstellbar, dass die Probandinnen mit schlechter kontrollierbarem Asthma sich mehr um ihre Gesundheit sorgen und quasi zur Kompensation mehr Sport treiben.

Text: esanum /wt

Foto: NeydtStock / Shutterstock.com

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