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Spuren von Traumata über Generationen nachweisbar

Studien an Mäusen zeigen, wie traumatische Erlebnisse Spuren im Erbgut hinterlassen. Auf dem FENS Forum of Neuroscience 2018 in Berlin berichten Züricher Forscher, dass diese epigenetischen Veränderungen nicht nur in Nervenzellen des Gehirns, sondern auch in anderen Zellen nachweisbar sind.

Epigenetische Veränderungen auch in Blut-, Spermien- und Eizellen

Studien an Mäusen zeigen, wie traumatische Erlebnisse Spuren im Erbgut hinterlassen. Doch eine positive Umgebung für den Nachwuchs kann diese Spuren beseitigen. Auf dem FENS Forum of Neuroscience 2018 in Berlin berichten Züricher Forscher, dass diese epigenetischen Veränderungen nicht nur in Nervenzellen des Gehirns, sondern auch in anderen Zellen nachweisbar sind.

Wie weit die Spur des Traumas in den folgenden Generationen reichen kann, zeigen die laufenden Untersuchungen des Teams von Isabelle Mansuy von der ETH Zürich. Sowohl männliche als auch weibliche Tiere, die in ihrer Kindheit durch eine längere und unvorhersehbare Trennung von der Mutter traumatisiert wurden, haben epigenetische Veränderungen an ihrer Erbsubstanz und geben diese an ihre Nachkommen weiter. Folgen dieser Veränderungen sind ein verändertes Sozialverhalten, depressionsähnliche Symptome, kognitive Defizite, einen gestörten Glukosestoffwechsel und nicht zuletzt auch funktionelle Veränderungen in Haut und Knochen. "Wir haben vier Generationen untersucht und testen gerade die fünfte", sagt Professor Mansuy. "Die Ergebnisse sind stets gleich. Viele epigenetische Veränderungen der ersten Generation und deren Auswirkungen sind in den folgenden Generationen noch nachweisbar."

Bei epigenetischen Veränderungen werden an einzelne Bausteine der DNA Methylgruppen angeheftet. Auch die Histone und Proteine sind modifiziert. Dies hat Auswirkungen auf die Genaktivität, verändert aber nicht den genetischen Code. Solche Veränderungen konnten die Forscher bei den Mäusen ebenso nachweisen wie Veränderungen in der Aktivität nicht-kodierender RNA.

Beschränkt sind diese Veränderungen indes nicht nur auf die Erbsubstanz in den Zellen des Gehirns. Traumata hinterlassen ihre Spuren vermutlich in allen Körperzellen. In Zusammenarbeit mit anderen Forschergruppen konnten epigenetische Veränderungen auch in den Blut-, Ei- und Spermienzellen nachgewiesen werden. "Dabei sind jeweils spezifische Gene in diesen Zellen betroffen", sagt Mansuy, "was vermutlich auch Auswirkungen auf die Funktion der betroffenen Organsysteme haben kann."
Die Untersuchungen zeigen aber auch, dass die Spuren des Traumas im Erbgut getilgt werden können. Eine positive und anregende Umgebung führt bei jungen Mäusen mit epigenetischen Traumaspuren dazu, dass die Modifikationen und mit ihnen die stressbedingten Verhaltensänderungen bei den adulten Tieren verschwinden. Auch diese neuerliche Veränderung wird an den Nachwuchs dieser Generation weitergegeben.

Unlängst berichteten Forschergruppen, dass sie spezifische epigenetische Faktoren sowohl bei traumatisierten Mäusen als auch in Spermazellen traumatisierter Männer nachweisen konnten. Das Team von Professor Mansuy untersucht derzeit ebenfalls Gruppen von Kindern und Erwachsenen, die traumatische Erfahrungen gemacht haben, auf epigenetische Veränderungen und vergleicht die Ergebnisse mit jenen von Kontrollgruppen, die normal aufgewachsen sind. "Die Ergebnisse sehen vielversprechend aus", sagt die Wissenschaftlerin.