Stillen als mögliche Ursache für sinkende Inzidenz von Otitiden bei Säuglingen

Immer weniger Babys in Amerika erkranken in ihren ersten Jahren an einer Entzündung des Ohres. Die Raten seien in den letzten 20-30 Jahren signifikant zurückgegangen, sagen Forscher, die vermehrtes

Immer weniger Babys in Amerika erkranken in ihren ersten Jahren an einer Entzündung des Ohres. Die Raten seien in den letzten 20-30 Jahren signifikant zurückgegangen, sagen Forscher, die vermehrtes Stillen als einen Grund dafür sehen.

Das Team von der University of Texas Medical Branch berichtet von seinen Ergebnissen im Journal Pediatrics.

Die Forscher fanden heraus, dass verglichen mit ähnlichen Studien von vor 20-30 Jahren, die Raten der Otitiden bei amerikanischen Säuglingen von 18% auf 6% bei drei Monate alten, von 39% auf 23% bei sechs Monate alten und von 62% auf 46% bei einjährigen Säuglingen zurückgegangen ist.

Als mögliche Gründe für diesen Rückgang nennen die Wissenschaftler den Gebrauch von Impfungen, eine Zunahme des Stillens und ein Rückgang des Rauchens.

In den Vereinigten Staaten ist die akute Otitis media (AOM) eine der häufigsten Infektionen bei Säuglingen und kleinen Kindern. Die Ohrinfektion ist auch eine der häufigsten Gründe für einen Arztbesuch in der Kindheit und der häufigste Grund für das Verschreiben von Antibiotika oder die Notwendigkeit für eine OP.

Es gibt Hinweise darauf, dass das Vorkommen von wiederholten Ohrinfektionen bis zu dem Alter von 6 Monaten dazu führt, dass die Beschwerden später im Leben häufiger persistieren.

Fehlendes Stillen größter Risikofaktor

Für ihre Studie hat das Team in den Jahren 2008 bis 2014 367 Säuglinge in einem Alter von wenigen Tagen bis zu einem ihrem ersten Geburtstag verfolgt. Insgesamt schließt die Studie 286 Kinderjahre ein.

Die Eltern berichtetem dem Team jedes Mal, wenn ihre Kinder Zeichen einer Otitis oder einer allgemeinen Erkältung zeigten. Daraufhin wurden diese Kinder von einem Doktor innerhalb von fünf Tagen untersucht.

Forscher suchten nach Bakterien und Viren

Die Forscher nahmen regelmäßig Abstriche der Nasen- und Rachenschleimhaut von allen Kindern ab, auch von denen, die eine Erkältung hatten. Die Abstriche wurden auf die Anwesenheit von Bakterien und Viren untersucht. Zusätzlich sammelte das Team auch Informationen zu der Familienanamnese, Exposition gegenüber Zigarettenrauch und ob die Kinder gestillt worden waren.

Während der Studienperiode dokumentierten die Autoren 887 Fälle von oberen Atemwegsinfektionen (davon betrafen 305 Neugeborene) und 180 Fälle von AOM (wovon 143 Neugeborene waren).

Weitere Risikofaktoren identifiziert

Hauptautorin der Studie Frau Prof. Tasnee Chonmaitree, Professorin für Pädiatrie, sagt, dass ihre Analyse zeigen kann, dass häufige Erkältungen, das Vorkommen von Bakterien in der Nase und fehlendes Stillen die Hauptrisikofaktoren für Otitiden sind.

Sie betont, dass ein prolongiertes Stillen assoziiert war mit einer signifikanten Reduktion von Erkältungen und Otitiden, welche sich bei Neugeborenen häufig aus einer banalen Erkältung entwickeln.

Das Stillen mit Muttermilch versorgt die Kinder mit Antikörpern, inklusive Immunoglobulin A (IgA), welches die Schleimhäute vor Infektionen schützen kann.

Jedoch kommentiert Frau Prof. Chonmaitree: “Es ist wahrscheinlich, dass in den letzten Dekaden medizinische Interventionen wie die Anwendung von Impfungen gegen Pneumonien und die Grippe und sinkenden Raucherraten auch dabei geholfen haben, die Inzidenz von Otitiden zu vermindern.”

Für weitere Forschung schlägt das Team vor, die Interaktion zwischen Bakterien und Viren zu untersuchen, da diese Interaktion wohlmöglich auch eine bedeutende Rolle in der Entwicklung von Entzündungen des Ohres spielen kann.

Text: esanum /ab

Foto: Ozgur Coskun / Shutterstock.com

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