Stillen reduziert Risiko für das Wiederauftreten von Brustkrebs

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Einer neuen Studie(DOI: 10.1093/jnci/djv087) zufolge, die im Journal of the National Cancer Institute veröffentlicht wurde, ist Stillen mit einer 30%igen Reduktion des Risikos für das Wiederauftreten von einem bestimmten Brustkrebstyp assoziiert.

Das Team von der Kaiser Permanente Division of Research in Oakland, Kalifornien, das hinter der Forschungsarbeit steht, ist der Meinung, dies sei die erste Studie, die sich mit der Auswirkung von Stillen auf die Prognose von Brustkrebserkrankungen beschäftigt. Nachdem bekannt ist, dass Stillen bereits das Risiko an Brustkrebs zu erkranken reduziert, sei dies ein wichtiger Schritt in der Brustkrebsforschung.

In der oben genannten Studie wurden 1.636 Frauen mit Brustkrebs mittels Fragebögen befragt, unter anderem zu ihrem Stillverhalten. Zusätzliche Informationen wurden aus Medizinischen Akten und einem elektronischen Gesundheitsreport (“Kaiser Permanente Health Connect®”) gewonnen. Die Forscher fanden positive Auswirkungen, d.h. eine Reduktion des Risikos für ein Rezidiv, bei Patientinnen mit einem Luminal-A-Mammakarzinom, die gestillt haben. Es konnten keine signifikanten Assoziationen bei anderen Subtypen gefunden werden.

Luminal-A-Mammakarzinome beinhalten auch die Estrogen-Rezeptor-positiven Karzinome, die am häufigsten diagnostizierte Form von Brustkrebs. Diese Tumore metastasieren seltener, lassen sich mit hormoneller Therapie behandeln (mit Medikamenten wie Tamoxifen und Aromatase-Inhibitoren) und haben generell gesehen ein besseres Outcome. Neben der Reduktion des Rezidiv-Risikos wurde bei Frauen, die ehemals gestillt haben, ebenfalls eine Verminderung des Sterberisikos um 28% beobachtet.

Warum Stillen mit einer besseren Prognose von Brustkrebserkrankungen assoziiert ist, ist unklar. Doch gibt es eine Reihe von möglichen Erklärungen. Marilyn L. Kwan, Autorin der Studie, vermutet, dass Frauen, die stillen, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit an dem weniger aggressiven Luminal-A-Mammakarzinom erkranken, welches besser auf eine antihormonelle Therapie anspricht. Warum dies so ist, ist jedoch unklar.

“Stillen könnte die Ausdifferenzierung von Ductus-Zellen der Brustdrüse verstärken, was sie entweder weniger anfällig für Karzinogene macht oder deren Exkretion vereinfachen könnte.” Erklärt Dr Bette J. Caan, ebenfalls an der Studie beteiligte Autorin und Wissenschaftlerin.

Dass Stillen für Säuglinge von Vorteil ist, ist ein etablierter Gedanke. Dass aber auch Mütter davon profitieren zeigen aktuelle Studien wie diese. Bei Frauen, die länger als 6 Monate stillten, war sogar ein noch größerer protektiver Effekt zu beobachten.

Die Studie ist Teil eines großen Forschungsprojektes von Kaisers Permanente, das versucht die Komplexitäten von Brustkrebs besser zu verstehen und die Versorgung zu optimieren. Im letzten Jahr fanden die Forscher unter anderem heraus, dass eine bestimmte Gruppe von HER2-positiven Mammakarzinomen eine sehr geringe 5-Jahres-Rezidivrate hat. 2013 veröffentlichten Sie zudem eine Studie, die den negativen Einfluss von fetthaltigen Milchprodukten auf das Überleben nach einer Brustkrebsdiagnose zeigt.

Text: esanum /zk

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