Arbeitsstress als krebsauslösender Faktor?

Stress macht krank, das ist allgemein bekannt. Dass Arbeitsstress aber auch Krebs auslösen kann, ist neu. Doch Forschern ist es nun gelungen, mögliche Zusammenhänge zwischen einer hohen Arbeitsbelastung und dem Risiko für Darm-, Lungen- sowie Speiseröhrenkrebs aufzudecken.

Zusammenhang zwischen Stress und Tumoren

Stress macht krank, das ist allgemein bekannt. Dass Arbeitsstress aber auch Krebs auslösen kann, ist neu. Doch Forschern ist es nun gelungen, mögliche Zusammenhänge zwischen einer hohen Arbeitsbelastung und dem Risiko für Darm-, Lungen- sowie Speiseröhrenkrebs aufzudecken.

Krebs ist mittlerweile eine der häufigsten Erkrankungen weltweit. Obgleich die Medizin heute schon in der Lage ist, Tumoren molekularbiologisch zu charakterisieren und damit nach immer neuen Therapieansätzen zu fahnden, bleiben die eigentlichen Krebsursachen häufig unbekannt. Dabei wäre es so schön, eines Tages durch Ausschluss bestimmter Lebensweisen oder Umweltfaktoren, das Risiko für die Krebsentstehung ganz individuell verringern zu können.

Was beim Rauchen, Alkoholkonsum, der Ernährung sowie beim Bewegungsdefizit bereits in Ansätzen funktioniert, lässt sich in anderen Bereichen des Lebens nicht umsetzen, z. B., wenn es um den Einfluss der Körpergröße oder auch die genetische Prädispositionen geht. In diesen Fällen bleibt der Mensch (noch) ein Gefangener seiner Gene.

Eine aktuelle Studie an mehr als 280.000 Teilnehmern aus Nordamerika und Europa sieht sogar zusätzlich den Stress als auslösenden Faktor in der Tumorentstehung. Zwar bleiben die zugrundeliegenden Mechanismen weiterhin ungeklärt, dennoch ist auffällig, dass Menschen mit einem sehr hohen Level an Arbeitsstress vermehrt zu Darm- (RR = 1,36; 95 %-KI: 1,16–1,59), Speiseröhren- (RR = 2,12; 95 %-KI: 1,30–3,47) und Lungenkrebs (RR = 1,24; 95 %-KI: 1,02–1,49) neigen.

Interessanterweise scheint auch der Ort, an dem gearbeitet wird und der Stress auftritt, einen Einfluss auf das Krebsrisiko zu haben. So ist in den USA beispielsweise das Darmkrebsrisiko infolge von Stress höher als in Europa, während dort das Risiko für den Speiseröhrenkrebs steigt.

Die Autoren sehen aufgrund ihrer Ergebnisse insbesondere auch die Öffentlichkeit und die Arbeitgeber in der Pflicht, sich des Gesundheitsrisikos für stressbelastete Arbeitnehmer bewusster zu werden, und diese durch eine geeignete Firmenpolitik mit mehr Raum für Pausen und Freizeitausgleich zu entlasten.

Quelle: Int J Cancer, 2018; doi: 10.1002/ijc.31955

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