Stress im Beruf erhöht das Schlaganfall-Risiko

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Neue Studie untersucht Einfluss von Stress im Beruf auf das Schlaganfall-Risiko

Viele Berufsgruppen sind dazu angehalten, Höchstleistungen zu erbringen, um ihre Effizienz als funktionstüchtige Arbeitskraft unter Beweis zu stellen. Stress ist im Zuge dessen ein Faktor, der dem Arbeitnehmer nicht erspart bleibt. Doch wie wirkt sich dies auf unsere Gesundheit aus?

Im  Wissenschaftsjournal der American Academy of Neurology ist eine Studie (DOI: 10.1212/WNL.0000000000002098) veröffentlicht worden, welche die Korrelation zwischen dem stressigen Joballtag und dem Risiko an einem Schlaganfall zu erkranken, untersucht.

Stressiger Berufsalltag stellt nicht nur ein Risiko für Herzerkrankungen dar

Dass ein signifikanter Zusammenhang zwischen Stress im Beruf und einer Herzerkrankung besteht, wurde bereits an Hand empirischer Evidenz hinreichend belegt. Um dies auch auf die Entstehung von Schlaganfällen abzubilden, fehlten bis zum jetzigen Zeitpunkt konstante Datensätze.

Die Studie fokussiert insbesondere die berufliche Belastung und das Risiko, an einem Schlaganfall zu erkranken. Insgesamt wurden im Rahmen dieses Projektes 138.782 Studienteilnehmer begleitet, die Spannweite des Zeitraumes belief sich auf 3 bis 17 Jahre.

Berufstätigkeiten wurden in vier Gruppen aufgeteilt, Zuordnungskriterium war zum einen  die Kontrolle, über welche die Arbeitnehmer verfügten. Des Weiteren war relevant, wie hart gearbeitet wurde und welche psychische Belastung stattgefunden hat. Unter beruflichen Anforderungen beziehungsweise Beanspruchungen zählten Zeitdruck, geistige Belastung und koordinatorische Herausforderungen. Parameter wie physische Arbeit und die Gesamtzahl der Arbeitsstunden, wurden nicht berücksichtigt.

Der Dienstleistungssektor arbeitet unter stressigen Bedingungen

Als passive Berufstätigkeiten wurden sowohl solche definiert, denen eine tendenziell geringe Anforderung zu Grunde liegt, als auch  solche, bei denen die Arbeitnehmer über wenig Kontrolle verfügen. Berufsgruppen, wie Hausmeister, Bergarbeiter und andere handwerkliche Tätigkeitsbereiche, sind dieser Kategorie zu zuordnen. Naturwissenschaftler und Architekten sind einem geringen Stresslevel ausgesetzt, die Beanspruchung fällt tendenziell niedrig aus, allerdings verfügen Arbeitnehmer dieser Art über viel Kontrolle. Zu Berufen, die eine hohe Tendenz zu Stress aufweisen, gehört der Dienstleistungssektor, darunter insbesondere Kellner und Krankenpfleger. Die Arbeitnehmer sind hier hohen Anforderungen ausgesetzt, in der Regel hält sich das Ausmaß der Kontrolle auf dieser Position in Grenzen. Zu der sehr aktiven Berufsgruppe zählen Ärzte, Lehrer und Ingenieure – sie sind sehr gefragt und werden infolgedessen sehr beansprucht. Zusätzlich verfügen sie über ein hohes Maß an Kontrolle und Verantwortung. Der Prozentsatz der Studienteilnehmer, die  einem hohen Stresslevel ausgesetzt waren, belief sich auf  eine Spannbreite von 11 bis 27%.

Die Forscher erlangten folgende Resultate: Arbeitnehmer, die in ihrem Job einem hohen Stresslevel ausgesetzt sind, darunter insbesondere der Dienstleistungssektor, wiesen ein 22% höheres Risiko auf, an einem Schlaganfall zu erkranken, als solche, die im Rahmen ihres Arbeitslebens geringen Stress erleben. Frauen, die eine stressige Berufstätigkeit ausübten, verbuchten ein 33% höheres Schlaganfall-Risiko, als Frauen, die in ihrem Beruf wenig Stress erlebten. Studienteilnehmer mit einem sehr stressigen Job, wiesen eine um 58% höhere Tendenz auf, an einem ischämischen Schlaganfall zu erkranken, als solche, die in einem Job mit geringem Stresslevel tätig waren. Der ischämische Schlaganfall ist die am häufigsten auftretende Form, verursacht wird er durch eine Blockade des Blutflusses, sodass das Gehirn nicht hinreichend durchblutet werden kann. Sowohl Probanden, die der passiven, als auch der aktiven Berufsgruppe zu geordnet wurden, wiesen kein erhöhtes Risiko auf, an einem Schlaganfall zu erkranken.

Für Frauen gilt ein höheres Schlaganfall-Risiko

Die Forscher kalkulierten, dass 4,4% des Schlaganfall-Risikos auf die Berufsgruppen zurückzuführen sind, die ein hohes Maß an Stress zu verbuchen hatten. Für Frauen erhöhte sich das Risiko auf 6,5%.

“In Anlehnung an diese Studie ist es angemessen, eine Optimierung der Bedingungen vorzunehmen und diese zu testen.  Änderungen am Arbeitsplatz,  wie ein höheres Maß an Kontrolle im Job für die Arbeitnehmer, eine Auflockerung im Treffen von Entscheidungen, Flexibilität in der Gestaltung von beruflichen Strukturen sowie Heimarbeit am Computer, könnten einen großen Einfluss auf die Gesundheit haben”, ließ Jennifer J. Majersik, University of Utah, Mitglied der Amerikanischen Akademie für Neurologie, vermerken.

Text: esanum/ df

Foto: CREATISTA / Shutterstock.com

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