Studie: Ist Fracking verantwortlich für geringes Geburtsgewicht?

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Ein neue Studie untersucht den Zusammenhang zwischen Fracking und einem geringen Geburtsgewicht neugeborener Kinder.

Immer auf der Suche nach neuen Energiequellen, setzt die amerikanische Industrie in letzten Jahren vermehrt auf eine Technik Namens Fracking, bei der ein Gemisch aus Wasser und Chemikalien unter Hochdruck in den Erdboden gepumpt wird, um das Schiefergestein aufzubrechen und darin enthaltenes Gas freizusetzen. Diese Methode wird von Umweltschützern stark kritisiert, unter Anderem, da die eingesetzten Chemikalien zu Umweltverschmutzung führen und infolge dessen ein Risiko für die Gesundheit von Mensch und Tier als auch das Klima darstellen.

Die Studie(DOI:10.1371/journal.pone.0126425) der University of Pittsburgh Graduate School of Public Health liefert nun ein alarmierendes Ergebnis. Die Forscher untersuchten die Daten von 15,451 Geburten in drei Regionen des US-Bundesstaates Pennsylvania, die sie je nach Zahl der und Nähe zu Frackinganlagen in der Umgebung in vier verschieden Gruppen einteilten. Bei der Analyse der Geburtsparameter wurden sie auf einen besorgniserregenden Zusammenhang aufmerksam. Je geringer die Entfernung zu den Anlagen, desto höher die Rate an Kindern, die mit einem zu niedrigen Geburtsgewicht auf die Welt kamen. Etwa 34 Prozent höher sei, so die Autoren der Untersuchung, das Risiko der Gruppe mit dem geringsten Abstand im Vergleich zu der mit dem höchsten.

Auch eine Berücksichtigung von Faktoren wie der Qualität der Gesundheitsversorgung von Schwangeren in dem jeweiligen Gebiet und der Frage danach, ob die Mutter während der Schwangerschaft rauchte oder nicht, änderte an diesem Ergebnis nichts.

Als Ursache diskutieren die Wissenschaftler eine erhöhte Konzentration an Schadstoffen in der Umgebung der Anlagen. Viele der beim Aufbrechen des Gesteins eingesetzten Chemikalien entweichen Untersuchungen zufolge in die Luft, oder gelangen ins Grundwasser.

Allerdings betonen die Autoren der Studie auch den Fakt, dass die Untersuchung die erste dieser Art in dem Gebiet darstelle. Wichtige Faktoren, die einen Einfluss auf die Ergebnisse gehabt haben können, konnten nicht berücksichtigt werden, weshalb es voreilig wäre, einen sicheren Zusammenhang abzuleiten. So lässt sich einfach aus der räumlichen Nähe zu Bohranlagen nicht direkt der Grad einer möglichen Schadstoffexposition bestimmen. Das Ergebnis muss daher vor allem als Aufforderung aufgefasst werden, weiter nachzuforschen. Nicht zuletzt, weil es nur einer von vielen Hinweisen auf die Gefahren der sogenannten unkonventionellen Bohrverfahren darstellt.

Diese Ergebnisse dürfe man nicht ignorieren, kommentiert Dr. Bruce Pitt, einer der Co-Autoren der Studie. Es bestünde ein klarer Bedarf nach Studien an größeren Populationen mit genaueren Einschätzungen der Exposition und der detaillierteren Auswertung medizinischer Daten.

Text: esanum/ wt
Foto: Christopher Halloran / Shutterstock.com

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