Studie zeigt Risko für Übergewicht bei Brustkrebs-Überlebenden

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Frauen, die an Brustkrebs litten, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit in den darauffolgenden Jahren an Gewicht zuzunehmen als Frauen, die nicht an Krebs erkrankten.

Nach einer Chemotherapie seien die Frauen einem besonderen Risiko ausgesetzt, an Gewicht zuzunehmen. Dies berichtet eine prospektive Studie(DOI: 10.1158/1055-9965.EPI-15-0212) vom Johns Hopkins Kimmel Cancer Center in Baltimore, USA, die in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology, Biomarker & Prevention veröffentlicht wurde.

Für die oben genannte Studie hat das ForscherInnen-Team zwischen 2005 und 2013 insgesamt 303 Brustkrebsüberlebende und 307 gesunde Frauen ohne Krebsdiagnose rekrutiert. Alle Teilnehmerinnen füllten zu Beginn einen Fragebogen aus und wurden 4 Jahre später erneut untersucht. Ein Viertel der Frauen war prämenopausal, der Großteil heller Hautfarbe.

Die Wissenschaftler fanden bei der Auswertung der umfangreichen Daten heraus, dass in der 4-jährigen Follow-up-Periode vor allem die Brustkrebspatientinnen signifikant an Gewicht zunahmen. Im Durschnitt 3,6 lb (ca. 1,6 kg) mehr als die Frauen in der gesunden Kontrollgruppe. Unter den Frauen, die während der letzten 5 Jahre der Studie an Brustkrebs erkrankten, nahmen 21 Prozent mindestens 5 kg (11lb) innerhalb der 4 Jahre zu. Hingegen waren es nur 11 Prozent der Frauen ohne Krebserkrankung, die innerhalb des gleichen Zeitraums genauso viel an Gewicht gewannen.

Trägt Chemotherapie zu einer Gewichtszunahme bei?

Frauen, die innerhalb von 5 Jahren mittels Chemotherapie behandelt wurden, hatten eine mehr als doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit mindestens 5 kg an Gewicht zuzulegen, wie Frauen, die nicht an Krebs erkrankten. Auch nach Berücksichtigung von Faktoren, die Gewichtsveränderungen beeinflussen können (sowie Alter, der Eintritt der Menopause, das Level an körperlicher Aktivität), blieb die Assoziation zwischen Brustkrebs in der Anamnese und Gewichtszunahme stark.

“Neben Alter und klimakterischem Status sei eine Gewichtszunahme vor allem mit einer Krebstherapie assoziiert. Hierbei ist ins Besondere eine starke Assoziation mit Chemotherapien und der Diagnose von invasiven Estrogen-Rezeptor-negativen Karzinomen aufgefallen”, so Amy Gross, Autorin der Studie.

Ebenfalls fiel auf, dass Frauen, die Statine zur Senkung des Cholesterinspiegels einnahmen und zusätzlich eine Chemotherapie erhielten im Vergleich zu gesunden Frauen, die ebenfalls Statine einnahmen, im Durschnitt 4,5 kg mehr zunahmen.

Außerdem wurde folgendes beobachtet: bei den Brustkrebsüberlebenden und den gesunden Kontrollen, in deren Familienanamnese das Auftreten von Mamma-Karzinomen zu eruieren war, wurde eine sehr hohe Prävalenz an übergewichtigen Teilnehmerinnen bemerkt. 46,9 Prozent der Brustkrebspatientinnen und 55,1 Prozent der Frauen mit Brustkrebs in der Familie waren übergewichtig oder adipös. Eingeschlossen hierbei waren auch Frauen, die durch die BRCA1 oder BRCA2 Mutation eine genetische Prädisposition für die Entwicklung von Mamma-Karzinomen haben.

Da es wenig Informationen über die Gewichtsveränderungen und deren Folgen bei Brustkrebsüberlebenden im Vergleich zu einer gesunden Kohorte gibt, wird das Team weiterhin in 3-4 Jahres Abständen die Gruppen nachuntersuchen. Da viele andere Studien alleinig Krebspatientinnen untersuchen, sei weiterhin unklar, ob gesunde Frauen mehr oder weniger zunehmen und Gewichtszunahmen mit der Krebserkrankung selbst oder eher mit der Therapie zusammen hängen.

Kala Visvanathan, Professorin für Epidemiologie an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health und Co-Autorin der Studie, erklärt, dass durch diese Ergebnisse zwar keine Gewichtsintervention während einer Chemotherapie erfolgen solle, jedoch sollten zum Beispiel Onkologen und Internisten, die Brustkrebsüberlebende betreuen, diesen die Möglichkeit anbieten, ihr Gewicht langfristig zu überwachen.

Text: esanum /zk

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