Sucht im öffentlichen Dienst: Alkohol und Crystal Meth stellen ernstes Problem dar

Auch in Amtsstuben gibt es Beschäftigte, die zu viel Alkohol trinken oder illegale Drogen nehmen. Was kann helfen? Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in Thüringen benötigen mehr Unterstützung, wenn sie ein Suchtproblem haben.

Angst vor Stigmatisierung ist groß

Der öffentliche Dienst ist auch ein Spiegel der Gesellschaft. Deshalb gibt es auch in Amtsstuben Beschäftigte, die zu viel Alkohol trinken oder illegale Drogen nehmen. Was kann helfen?

Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in Thüringen benötigen nach Einschätzung von Finanzministerin Heike Taubert (SPD) mehr Unterstützung, wenn sie ein Suchtproblem haben. "Wir brauchen mehr Achtsamkeit im Umgang miteinander, mehr Hinsehen, mehr Mut, Suchtprobleme anzusprechen und wirksame Hilfe auf den Weg zu bringen", sagte Taubert. "Die soziale Verantwortung für unsere Kolleginnen und Kollegen dürfen wir nicht delegieren, sondern müssen sie übernehmen."

Konsum von Crystal Meth steigt weiter an

Am Mittwoch wollte sich der Arbeitskreis für Suchtfragen in Behörden und Unternehmen im Finanzministerium treffen. Das Ministerium ist nur eine von vielen Stationen des Arbeitskreises, zu dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschiedener Thüringer Behörden und Unternehmen gehören. Sie organisieren für Beschäftigte und deren Chefs unter anderem Fortbildungen zum Umgang mit Sucht am Arbeitsplatz. Die Wurzeln des Arbeitskreises reichen bis zum Ende der 1990er Jahre zurück.

Taubert sagte, besondere Sorge bereite ihr die zunehmende Verbreitung der Droge Crystal Meth. Zudem sei der leichte Zugang zu Alkohol in Deutschland auch für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes ein großes Problem.

Zwar sei im Kampf gegen jede Form von Sucht die Prävention das Wichtigste. Trotzdem könne sie deshalb verstehen, dass die Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), vor Kurzem höhere Preise für Bier und Schnaps gefordert hatte. "Wir sollten darüber sprechen, ob Preise von weniger als 20 Cent für einen halben Liter Bier oder weniger als vier Euro für Spirituosen sein müssen", hatte Mortler gesagt. Taubert war zwischen 2009 und 2014 Thüringer Sozialministerin.

Hilfsangebot niederschwellig halten

Im Finanzministerium gibt es nach Angaben eines Sprechers des Ressorts schon seit Jahren einen eigenen Suchtbeauftragten. Dessen Dienste würde gelegentlich von Mitarbeitern in Anspruch genommen. Wie viele Beschäftigte sich pro Jahr an ihn wenden, wollte er mit Blick auf die Persönlichkeitsrechte der Beschäftigten nicht sagen. Der Suchtbeauftragte soll ein niederschwelliges Angebot für Beschäftigte sein und ihnen etwa helfen, wenn sie sich aus Angst vor Stigmatisierung nicht trauen, eine Suchtberatungsstelle aufzusuchen.

Warnzeichen beachten

Zudem existiert im Ministerium seit 2012 eine Dienstvereinbarung mit dem Personalrat, in dem der Umgang mit Beschäftigten mit Sucht-Verdacht geregelt ist. Darin heißt es etwa, mit betroffenen Mitarbeitern hätten zunächst zwei Gespräche stattzufinden, ehe der Dienstherr arbeits- oder dienstrechtliche Maßnahmen einleiten dürfe.

In dem Papier steht auch, auf welche Suchtanzeichen Vorgesetzte bei ihren Untergebenen unter anderem achten sollten: eine Alkoholfahne, häufiger Gebrauch von Lutschbonbons oder Kaugummi, häufiges Fehlen am Wochenanfang, kurzfristiges oder nachträgliches Einreichen von Urlaub oder extreme Stimmungsschwankungen.

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