Teddybär-Krankenhaus soll Kindern Angst vor ärztlicher Behandlung nehmen

Die Universität Witten/Herdecke eröffnet am 17. Oktober ein Teddybär-Krankenhaus. 45 Wittener Kindergärten wurden eingeladen, so dass rund 250 Kinder ihre Kuscheltiere und Puppenkinder ambulant ärztlich versorgen lassen können.

Behandlungen durch "FachärztInnen für Stofftierheilkunde"

Die Universität Witten/Herdecke eröffnet am 17. Oktober ein Teddybär-Krankenhaus. 45 Wittener Kindergärten wurden eingeladen, so dass rund 250 Kinder ihre Kuscheltiere und Puppenkinder ambulant ärztlich versorgen lassen können.

Mehr als 40 Studierende der Humanmedizin der UW/H stehen bereit, um gebrochene Arme oder verstimmte Mägen zu kurieren. "Wir möchten den Kindern spielerisch die Angst vor dem Gesundheitswesen nehmen. Obwohl Ärztinnen und Ärzte manchmal Mundschutz tragen oder sogar einen Zugang legen müssen, was natürlich für Kinder angsteinflößend sein kann, sind wir immer noch Menschen, die helfen möchten", erklärt Charlotte von Plessen den Sinn des Teddybär-Krankenhauses für das studentische Organisationsteam.

Eine Patienten-Anmeldung, Behandlungsräume, ein eigener Teddy-OP-Saal samt Röntgengerät sowie eine Apotheke zur "Medikamentenausgabe" sind Teile der umfangreichen Klinik-Ausstattung, so dass die Halle der UW/H an diesem Tag einem echten Stofftier-Lazarett gleichen wird. Zur Vorbereitung des Besuches haben die Erzieherinnen und Erzieher die Themen erarbeitet und jedes Kind hat seinem Stofftier im Vorfeld eine Krankheit zugewiesen, die dann im "Teddybär-Krankenhaus" behandelt wird. Dazu kommen die Teddymütter- und Väter mit ihren Lieblingskuscheltieren ins Teddybär-Krankenhaus und schildern einem "Facharzt für Stofftierheilkunde" (Medizinstudierende) die erdachten Leiden. Anhand des Krankenhausbesuches, welcher mit den Plüschtieren absolviert wird, sollen die Kinder einen realistischen Einblick in die ärztliche Arbeitswelt erhalten und so auf spielerische Weise ihre Ängste verlieren. Wenn die Behandlung abgeschlossen ist, gibt es, je nach Erkrankung, einen Verband, ein Rezept oder auch einfach Bettruhe. Auch ein richtiger Rettungswagen wird voraussichtlich zur Besichtigung bereitstehen.

Auch Studierende profitieren von dem Projekt

Neben den Kindern profitieren jedoch auch die Studierenden von dem Projekt. Durch den Kontakt mit den kleinen Patientinnen und Patienten schulen sie ihre kommunikativen und psychologischen Fähigkeiten und sammeln zudem Erfahrungen in der Kinderheilkunde. "Das Teddybär-Krankenhaus ist eine gute Vorbereitung auf den Beruf", sagt Charlotte von Plessen. "Anamnesen bei Kindern durchzuführen ist viel schwerer als bei Erwachsenen. Die Gesprächsführung muss einfach und klar sein – so wie Erwachsene sich das von ihrem Arzt auch manchmal wünschen."

Auch dieses Jahr unterstützt Prof. Dr. Jan Ehlers, Vizepräsident der Universität Witten/Herdecke, das Teddybär-Krankenhaus. Das Projekt ist ihm eine Herzensangelegenheit und er möchte das ehrenamtliche Engagement der Studierenden unterstützen, damit das Teddybär-Krankenhaus in den Hallen der Wittener Universität noch viele Jahre Fortbestand hat.

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