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Teenager mit arterieller Hypertonie

<p><span><span>04.09</span><span>.2015 </span>| Junge Menschen haben die meisten Kollegen nicht &bdquo;auf dem Schirm&ldquo;, wenn es um das Thema Hypertonie geht. Doch erh&ouml;hte Blutdruckwerte zeigen schon bei Teenagern ein erh&ouml;htes kardio&shy;vaskul&auml;res Sterberisiko an. ... mehr</span></p>

Bei 120/80 mmHg schon hellhörig werden!

von Manuela Arand

Junge Menschen haben die meisten Kollegen nicht „auf dem Schirm“, wenn es um das Thema Hypertonie geht. Doch erhöhte Blutdruckwerte zeigen schon bei Teenagern ein erhöhtes kardio­vaskuläres Sterberisiko an. Die Frage ist: Sollte man behandeln und wenn ja, wie?

Eine große schwedische Kohortenstudie, in der bei 1,2 Millionen 18-jährigen Rekruten der Blutdruck dokumentiert worden war, zeigt im Follow-up von median 24 Jahren, dass ein Fünftel der fast 29 000 beobachteten Todesfälle durch erhöhte Blutdruck-Werte zu erklären sind, berichtete Professor Dr. Sverre Erik Kjeldsen von der Universität Oslo beim Europäischen Herzkongress. Die Grenze lag bei 60 bis 80 mmHg für den diastolischen und 120 mmHg für den systolischen Blutdruck.

Bei vielen Jugendlichen findet man weitere Risikofaktoren

Auch die europäische Hypertonie-Leitlinie widmet jungen Erwachsenen einen eigenen Abschnitt. Die Formulierungen verdeutlichen aber auch die Hilflosigkeit bei diesem Thema: „Obwohl es keine klinischen Studien gibt, kann eine medikamentöse Behandlung vielleicht vernünftig sein, vor allem wenn weitere Risikofaktoren dazukommen.“

Letzteres ist häufig der Fall, wie Prof. Kjeldsen betonte. Lipide, Blutzucker, Bauchumfang – überall haben bereits junge Borderline-Hypertoniker schlechtere Werte als gleichaltrige Normotoniker. Nicht zu vergessen: Die Hochdruck-Problematik wächst sich nicht aus, sondern verschlimmert sich in der Regel mit steigendem Lebensalter. Wer mit 18 Jahren prähypertensive Werte aufweist, entwickelt sich mit 80%iger Sicherheit im Verlauf der nächsten 20 Jahre zum Hypertoniker.

Was tun Sie also, wenn ein junger Mensch mit erhöhtem Blutdruck in die Praxis kommt? Die Europäische Hypertonie-Gesellschaft ESH rät, zunächst zu prüfen, ob ein Diabetes besteht oder symptomatische Endorganschäden vorliegen, vor allem eine linksventrikuläre Hypertonie oder eine Mikroalbuminurie. Ist das nicht der Fall, verordnet man zunächst keine Medikamente, es sei denn, der Blutdruck ist lebensbedrohlich erhöht. „Bei jungen Menschen sind wir zurückhaltend mit der Pharmakotherapie,“ so Prof. Kjeldsen. Reichen Allgemeinmaßnahmen nicht aus, startet man niedrig dosiert in Monotherapie, dosiert auf, falls nötig, und/oder wechselt das Antihypertensivum. Wenn auch das nicht reicht, wird im nächsten Schritt kombiniert, so der Experte.

Vor Pharmakotherapie nach Schwangerschaft fragen

Für die Initialtherapie empfahl er ACE-Hemmer, AT1-Antagonisten und Kalziumantagonisten. Dabei ist zu beachten, dass Hemmstoffe des Renin-Angiotensin-Systems, aber auch Diuretika an junge Frauen nur verordnet werden dürfen, wenn keine Schwangerschaft vorliegt, weil sie teratogen wirken können. Betablocker würde Prof. Kjeldsen bei sonst gesunden jungen Patienten „lieber vermeiden“.

Perzentilen statt Normwerte

Für unter 20-Jährige gelten keine einheitlichen Normalwerte wie bei erwachsenen Patienten. Vielmehr ist akzeptiert, dass der Blutdruck ab Geburt immer weiter ansteigt. Deshalb werden statt Normwerten Perzentilen angeben, innerhalb deren sich der Blutdruck bewegen sollte. Als normal gilt alles bis zur 95. Perzentile.

Quelle:

  1. ESC-Kongress 2013