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Traumahilfezentren für Flüchtlinge sind überlastet

Viele Flüchtlinge haben in ihrer Heimat und auf der Flucht Schlimmes erlebt. Nun, da sie zur Ruhe kommen, bricht das oft hervor. Die psychosozialen Zentren in Rheinland-Pfalz sind überfordert.

In den fünf psychosozialen Zentren in Rheinland-Pfalz müssen traumatisierte Flüchtlinge zum Teil ein dreiviertel Jahr auf einen Therapieplatz warten. “Wir können den Bedarf nach wie vor nicht decken”, sagte Markus Göpfert vom Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr in Mayen, und spricht von langen Wartelisten. Uli Sextro von den Diakonischen Werken in Rheinland-Pfalz ergänzt: “Von einer Versorgung sind wir meilenweit entfernt.”

Im vergangenen Jahr wurden in Rheinland-Pfalz fast 53 000 Flüchtlinge registriert; in diesem Jahr kamen bis zum 9. Oktober noch einmal rund 14 000 Menschen. Ihnen stehen nach Angaben des Integrationsministeriums fünf psychosoziale Versorgungszentren zur Verfügung, die von der Diakonie und der Caritas getragen werden: in Altenkirchen, Mainz, Mayen, Ludwigshafen und Trier.

Viele der Flüchtlinge kämen nun in die Zentren, sagte Sextro, der bei der Diakonie landesweiter Referent für Flucht und Migration ist. Es sei keineswegs so, dass mit sinkenden Flüchtlingszahlen weniger Arbeit entstehe in den Traumahilfezentren. “Erst jetzt, wenn die Menschen einen gesicherten Aufenthaltstitel und eine Bleibeperspektive haben, kommen sie zur Ruhe. Dann bricht es aus ihnen heraus.” Schätzungen zufolge seien 30 bis 40 Prozent der Flüchtlinge psychisch belastet oder traumatisiert.

Im diesem Jahr wird für die psychosoziale Versorgung der Flüchtlinge in Rheinland-Pfalz 750 000 Euro ausgegeben. 2014 waren es noch 250 000 Euro. “Das Land hat hier also bereits sehr viel geleistet”, erklärte das Ministerium, fügte aber auch hinzu, es werde “den Ausbau im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel fortsetzen”.

Es mangele nicht nur an Psychiatern, sondern auch an Übersetzern, sagte Göpfert. “Wir haben in Mayen einen Pool von 32 Dolmetschern für 20 verschiedene Sprachen, auch für die verschiedenen kurdischen Dialekte.” Im vergangenen Jahr seien für ganz Rheinland-Pfalz etwa 200 sogenannte Sprach- und Kulturvermittler geschult worden, außerdem 300 Therapeuten. “Für die Therapeuten ist es neu, dass eine dritte Person mit dabei ist”, sagte Göpfert, der die Arbeitsgemeinschaft Flucht und Trauma Rheinland-Pfalz mit koordiniert.

Theoretisch können sich anerkannte Flüchtlinge auch an niedergelassene Ärzte und Therapeuten wenden. Doch in der Praxis passiert das kaum – denn die Geflüchteten würden dabei auf den Dolmetscherkosten sitzenbleiben. Auch die Ärzte hätten es schwer, die Therapien finanziert zu bekommen, sagte eine Psychologin in einem der Zentren. “Die Erfahrung aus der Praxis zeigt: Es ist schwierig. Weil klare Regelungen fehlen.” Das Ministerium formuliert es so: Die Anerkennung der Therapie sei “oft mit hohen bürokratischen Hürden” durch die Kommunen und Krankenkassen verbunden.

Nicht jeder Betroffene habe eine psychotraumatische Belastungsstörung, sagte Sextro. “Der eine packt es besser, der andere weniger.” Viele Flüchtlinge litten unter aber Schlafstörungen, seien niedergeschlagen oder hätten schwarze Gedanken. Das könne nicht in drei Sitzungen geheilt werden, sondern sich unter Umständen über Jahre hinziehen. “Menschen, die psychisch belastet oder traumatisiert sind, und nirgendwo Hilfe bekommen, können selbstgefährdend sein. Sie können aber auch fremdgefährdend werden.”