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Uni-Klinik wirbt mit WM-Übertragung für Blutspenden

Immer weniger Menschen spenden Blut

Blutspender werden in MV immer dringender gesucht. Die Bevölkerung wird älter, aber auch der Sommer und die Fußball-WM können für Engpässe sorgen. Blutspendedienste haben zum Teil schon Konzepte, wie Fußballfans kein Spiel verpassen müssen.

In Mecklenburg-Vorpommern spenden immer weniger Menschen Blut. Allein an der Uniklinik Rostock sei in diesem Jahr ein Rückgang von mehr als sechs Prozent verzeichnet worden, teilte die Uniklinik mit. In Greifswald fehlen den Angaben zufolge vor allem Blutspenden der Gruppen 0 und A. Der Blutspendedienst des Uni-Klinikums wollte deshalb die Blutspendeampel von Gelb auf Rot umschalten, was bedeutet, dass die Konserven nur noch für maximal drei Tage reichten. Und auch der Blutspendedienst Haema klagt über leere Liegen.

Pfingsten und die seit mehreren Wochen andauernde Hitze hätte zu einem Rückgang der Spenden geführt. Nun steht auch noch die Fußball-WM bevor. "Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass während eines solch herausragenden Sportevents weniger Spender kommen, weil sie kein Spiel verpassen wollen", sagte Ulf Alpen, Sprecher der Greifswalder Blutspende. Greifswald reagiert darauf, in dem es für die Zeit der WM in der Wartefläche einen Fernseher aufstellt. Begleitet werde die Veranstaltung zudem durch ein Quiz, bei dem etwa Trikots oder Sporttaschen verlost werden sollen.

Zu wenig junge Spender

Als Grund für den Rückgang wird einheitlich die Altersstruktur des Landes genannt. "Gerade die jungen Spender sind deutlich unterrepräsentiert", sagte eine Sprecherin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Laut einer Studie von Andreas Greinacher von der Universität Greifswald werden zwei Drittel der Blutkonserven von Menschen gespendet, die jünger als 60 sind. "Seit 2013 ist Mecklenburg-Vorpommern das Bundesland mit der ältesten Bevölkerung in Deutschland. Seit 2018 ist die Hälfte der Bevölkerung 60 Jahre und älter", sagte Alpen. Zudem müssten während des Sommers zusätzlich zahlreiche Urlauber versorgt werden.

Lediglich das DRK konnte sich über eine stabile Zahl an Spendern freuen. Demnach hätten von Januar bis Mai mehr als 26.700 Menschen gespendet (2017: 26 630). Doch die Spendenbereitschaft wird in den kommenden Monaten voraussichtlich abnehmen: "Den großen Einbruch, das 'Sommerloch', erwarten wir in den kommenden zwei Monaten, wenn Schulferien und semesterfreie Zeit zusammenfallen und viele Spender und Spendewillige nicht vor Ort sind", heißt es etwa von Seiten der Uni-Klinik Rostock.  

Zum Tag der Blutspende am Donnerstag wünscht sich die Uniklinik Rostock daher mehr Präsenz in den Medien und auf Großveranstaltungen. Die Uniklinik Greifswald ruft dazu auf, bereits vor dem Sommerurlaub zu spenden. Denn wer seine Ferien in bestimmten Regionen verbringe, sei nach seiner Rückkehr etwa wegen der potenziellen Gefahr, einen Erreger wie Malaria einzuschleppen, für bis zu sechs Monate gesperrt.

Wie kürzlich berichtet, könnte man aus Expertensicht mit einer angemessenen Bezahlung mehr Freiwillige zur Blutspende bewegen