Unterschiede bei der Zahnversorgung in verschiedenen Regionen Deutschlands

In Deutschland gibt es nach einer Auswertung der Barmer starke regionale Unterschiede bei der Zahnversorgung. Das geht aus dem "Zahngesundheitsatlas" der Krankenkasse hervor.

Menschen in ostdeutschen Bundesländern gehen häufiger zum Zahnarzt

In Deutschland gibt es nach einer Auswertung der Barmer starke regionale Unterschiede bei der Zahnversorgung. Das geht aus dem "Zahngesundheitsatlas" der Krankenkasse hervor.

Danach gab die Kasse in den östlichen Bundesländern zuletzt für jeden Versicherten im Mittel rund 1.300 Euro für Zahnersatz wie Kronen oder Implantate aus. In westlichen Bundesländern seien es dagegen fast 1.900 Euro gewesen, heißt es in dem Bericht. Im Bundesdurchschnitt koste Zahnersatz für jeden Versicherten im Mittel rund 1.500 Euro.

Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen für Zahnersatz einen festen Zuschuss, wer mehr will als die Regelversorgung, muss die Mehrkosten selbst bezahlen. Deshalb dürfte bei der Entscheidung über Brücken, Kronen und Co. auch die Wirtschaftskraft der Versicherten eine Rolle spielen. Die Auswertung der Barmer bezieht sich auf das Jahr 2017.

"Viele Ergebnisse lassen sich aus rein zahnmedizinischer Sicht nicht erklären."

Der Studie zufolge gehen Versicherte in Ostdeutschland auch häufiger zum Zahnarzt als im Westen. Spitzenreiter sei Sachsen: Mehr als drei Viertel (77,1 Prozent) der dort lebenden Menschen seien 2017 mindestens einmal beim Zahnarzt gewesen, im Saarland dagegen nur 65,2 Prozent, heißt es in dem Bericht.

Auch bei Vorsorgeuntersuchungen sind ostdeutsche Bundesländer vorn dabei. So sei Thüringen Spitzenreiter bei der Früherkennung für Kinder zwischen sechs und 18 Jahren. Hier gingen gut 72 Prozent aller Sechs- bis 18-Jährigen zur Vorsorgeuntersuchung. In Bremen waren es demnach nur rund 55 Prozent, im Bundesschnitt 66 Prozent.

"Ein Grund für die Ost-West-Unterschiede könnte im traditionell höheren Präventionsverhalten in den östlichen Bundesländern liegen", sagte Barmer-Chef Christoph Straub. Es müsse jedoch noch weiter geforscht werden: "Denn viele Ergebnisse lassen sich aus rein zahnmedizinischer Sicht nicht erklären."

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