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Vasektomie: Hysterie um erhöhtes Prostatakrebsrisiko unbegründet

Das Fürchten vor der Vasektomie hat nun ein Ende. Mutmaßungen, dass das Durchtrennen des Samenleiters ein erhöhtes Prostatakrebsrisiko mit sich bringt, werden nun durch eine kürzlich veröffentlichte Metaanalyse entschärft.

Keine Verbindung zwischen Vasektomie und Prostatakrebs

Das Fürchten vor der Vasektomie hat nun ein Ende. Mutmaßungen, dass das Durchtrennen des Samenleiters ein erhöhtes Prostatakrebsrisiko mit sich bringt, werden nun durch eine kürzlich veröffentlichte Metaanalyse entschärft.

Schon seit Jahrzehnten scheiden sich die Geister, wenn es um die Vasektomie geht. Befürworter halten diese Methode – auch unter der "Sterilisation des Mannes" bekannt – für ein sehr geeignetes Verhütungsmittel auf lange Sicht, während Kontrahenten in ihr eine potenzielle Gefahrenquelle sehen. Gegner der männlichen Sterilisation mutmaßen, dass es einen Zusammenhang zwischen Vasektomie und Prostatakrebs gibt. Bisherige Untersuchungen der School of Medicine in Ohio suggerieren, dass das Risiko für Prostatakrebs zehn Jahre nach Durchtrennung des Samenleiter um sieben Prozent steigt. Nach 30 Jahren erhöhe sich die Tendenz um 23 Prozent. 

Eine kürzlich im JAMA Internal Medicine veröffentlichte Metaanalyse kommt zu einem gegensätzlichen Schluss. Im Zuge der Analyse von drei Millionen Patientendaten, die 53 verschiedenen Studien entstammen, konnte die Durchtrennung des Samenleiters nicht als signifikanter Risikofaktor für Prostatakrebs klassifiziert werden. Es gab also keine Verbindung zwischen Vasektomie und hochgradigem, fortgeschrittenem und fatalem Prostatakrebs. 

Vasektomie viel sicherer, schneller und kostengünstiger als Sterilisation der Frau

Von den Autoren der Metaanalyse heißt es: "Es bestand eine geringfügige Verbindung zwischen Vasektomie und ersten Anzeichen von Prostatakrebs, die allerdings kaum nachweisbar waren." Es sei allerdings sehr unwahrscheinlich, dass diese Assoziation für Prostatakrebs kausal ist. Weiterhin relativieren die Autoren, dass diese schwache Assoziation auf den sogenannten Kaskadeneffekt zurückzuführen ist. In anderen Worten, wenn ein Mann wegen seiner Vasektomie bereits mit einem Urologen in Kontakt getreten ist, dann ist es wahrscheinlicher, dass dieser Patient zum wiederholten Mal vorstellig wird, um sich einem prostataspezifischen Antigen-Test zu unterziehen. Aufgrund dieses Testverfahrens, das für Vasektomie-Patienten fast schon dazugehört, ist es wahrscheinlicher, dass eine entsprechende Diagnosestellung erfolgt. 

Die Tatsache, dass die aktuelle Analyse kein erhöhtes Prostatakrebsrisiko infolge einer Vasektomie gefunden hat, sollte die hitzigen Gemüter beruhigen. Vor allem sind sich die Wissenschaftler sicher, sollte künftig nicht mehr von der Sterilisation des Mannes abgesehen werden, um Prostatakrebs zu umgehen. Gerade unter dem Gesichtspunkt, dass die Vasektomie viel sicherer, schneller und kostengünstiger ist als die Sterilisation der Frau.