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Verlängertes Überleben bei Glioblastom durch Temozolomid

Die Ergänzung der Radiotherapie durch Temozolomid bewirkt eine signifikante Verlängerung des Überlebens bei älteren Patienten mit Glioblastom, wie eine randomisierte Phase-III-Studie zeigt

Patienten mit O-(6)-Methylguanin-DNA-Methyltransferase-methylierten Tumoren (MGMT) profitieren am stärksten von der Ergänzung durch Temozolomid. Diese Ergebnisse wurden im Rahmen einer Plenarsitzung des ASCO Annual Meetings 2016 in Chicago präsentiert.

Schon vor über zehn Jahren konnte gezeigt werden, dass adjuvant eingesetztes Temozolomid (TMZ) als Ergänzung zur Radiotherapie das Überleben bei Glioblastom-Patienten verlängert.

“Dennoch legte die Studie nahe, dass der Vorteil durch ein Hinzufügen von Temozolomid zu einer Radiotherapie mit zunehmendem Alter des Patienten abnähme.” “Darüberhinaus war die Studie auf Patienten von 70 Jahren und jünger beschränkt, sodass Fragen zu einem möglichen Nutzen für ältere Patienten in diesem Setting unbeantwortet blieben.” Das ist deswegen von Bedeutung, weil das mittlere Patientenalter bei Erstmanifestation eines Glioblastoms bei 64 Jahren und höher liegt.

Um den Effekt durch die Ergänzung der Radiotherapie durch TMZ bei älteren Patienten zu evaluieren, wurde eine neue Phase-III-Studie durchgeführt.

Perry: “In dieser Studie berücksichtigten wir auch jüngere Erkenntnisse wie zum Beispiel, dass die hypofraktionierte Radiotherapie einer konventionellen Bestrahlung nicht unterlegen ist, und ebenso, dass die MGMT-Promoter-Methylierung Vorhersagen bezüglich des Ansprechens auf eine Radiotherapie erlaubt.”

Die neue Studie schloss 562 Patienten im Alter von 65 Jahren und älter mit histologisch gesichertem, neu diagnostiziertem Glioblastom ein. Die Patienten wurden randomisiert einer Gruppe zugewiesen, die entweder hypofraktionierte Radiotherapie (40 Gy/15) allein erhielt, oder einer zweiten Gruppe, die dasselbe Bestrahlungsregime erhielt und zusätzlich drei Wochen begleitend TMZ sowie monatlich adjuvantes TMZ – jeweils bis zur Manifestation eines Progresses oder aber für 12 Behandlungszyklen. Primärer Endpunkt der Studie war das Gesamtüberleben.

Die ergänzende Gabe von TMZ verbesserte signifikant beide mittlere Überlebensraten – von 7,6 Monaten auf 9,3 Monate (Risikoquotient 0.67, 95% Konfidenzintervall 0.56-0.80, p < 0.0001) – und das mittlere progressfreie Überleben von 3,9 auf 5,3 Monate (Risikoquotient 0.50, 95% Konfidenzintervall 0.41 – 0.60, p < 0.000). Die 1-Jahres-Überlebensrate lag bei 37,8% in der TMZ-Gruppe und bei 22,2% in der Gruppe, die nur Radiotherapie erhielt; nach zwei Jahren lagen die Werte bei 10,4% beziehungsweise 2.8%.

“Erwartungsgemäß profitierten Patienten mit MGMT-Methylierung besonders von einer TMZ-Gabe. Bei diesen 165 Patienten verlängerte sich das mittlere Überleben von 7,7 Monaten auf 13,5 Monate. Wenn ein älterer Patient eine Methylierung aufweist, dann wird das Augenmerk sicherlich auf Temozolomid liegen. Dennoch wurden auch bei Patienten ohne MGMT-Methylierung einige Vorteile beobachtet: Das mittlere Überleben verlängerte sich von 7,9 auf 10,0 Monate – dies jedoch ohne statistisch signifikant zu sein.”

Analysen zur Lebensqualität zeigten keine Unterschiede in Bereichen, die Alltagsbewältigung abfragen, zeigten jedoch ein schlechteres Outcome in der TMZ-Gruppe hinsichtlich Nausea, Emesis und Obstipation.

“Dennoch waren die Patienten gut in der Lage, die Behandlung abzuschließen. Das ist wichtig, weil ältere Patienten häufig mit Mobilitätseinschränkungen konfrontiert sind. Das verkürzte Bestrahlungsregime ist diesbezüglich zweifelsfrei ein Vorteil. Onkologen können nun evidenzbasiert Radiochemotherapie für alle älteren Patienten mit neu diagnostiziertem Glioblastom in Betracht ziehen.”, schlussfolgerte Dr. Perry.