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Was gibt es Neues bei chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten?

Die Sitzung „Horizonte für die IBD“ auf dem ECCO-Kongress 2017 bestand aus einem Kaleidoskop unterschiedlicher Vorträge: Von neuen Ansätzen wie die hyperbare Sauerstofftherapie und den Einsatz von JAK1-Hemmern über pädiatrische Therapien bis zur fraglichen Sinnhaftigkeit von Biopsien.

Die Sitzung "Horizonte für die IBD" auf dem ECCO-Kongress 2017 bestand aus einem Kaleidoskop unterschiedlicher Vorträge: Von neuen Ansätzen wie der hyperbaren Sauerstofftherapie und dem Einsatz von JAK1-Hemmern über pädiatrische Therapien bis zur Sinnhaftigkeit von Biopsien.

Ein Viertel der Patienten mit Colitis ulcerosa muss wegen eines moderaten bis ernsten Flares in die Klinik. 30 bis 40 % von ihnen sprechen auf eine Steroidtherapie an. Eine Second-Line-Therapie mit Infliximab, Cyclosporinen oder einer Kolektomie ist teuer und hat Nebenwirkungen. "Neue Therapiestrategien sind gefragt!", forderte Dr. Parambir S. Dulai (University of California, San Diego, USA). In diesem Sinne untersuchten er und seine Arbeitsgruppe das therapeutische Potential einer hyperbaren Sauerstofftherapie (HBOT) in Ergänzung zu Steroiden [1].

Insgesamt wurden 18 Patienten randomisiert, 10 davon erhielten HBOT. 8 von diesen 10 Patienten sprachen auf die Therapie an, 5 erreichten eine endoskopische Remission, nur einer benötigte eine 2nd-Line-Therapie oder eine Kolektomie. Auch gab es keine unerwünschten Ereignisse. "Die hyperbare Sauerstofftherapie stellt eine gute Ergänzung zu Steroiden für hospitalisierte UC-Patienten mit mäßig bis schweren Flares dar; sie ist sicher und gut verträglich", resümierte Dulai. Doch weitere randomisierte Studien seien nötig, um seine Ergebnisse zu bestätigen.

Filgotinib ist klinisch effizient

Dr. Séverine Vermeire (Universitätsklinikum Leuven, Belgien) berichtete über die Phase-2-Fitzroy-Studie zu Filgotinib, einem JAK1-Inhibitor [2]. Randomisiert wurden 174 Patienten mit mittlerem bis schweren Morbus Crohn. Immunsuppressiva wurden vor der Behandlung abgebrochen, die Kortikosteroid-Patienten blieben bis Woche 10 auf stabilen Dosen. Danach wurden die Steroide bei den Respondern abgesetzt. Bei diesen sprachen bis zur 20. Woche 67 bis 79 % auf das Medikament an, bei 50 bis 71 % kam es zur klinischen Remission.

Obwohl die Steroide abgesetzt wurden, blieb die Wirksamkeit des JAK1-Hemmers bis zur 20. Woche stabil. "Filgotinib erwies sich als klinisch effizient und verbesserte die Lebensqualität der Patienten. Es hat ein gutes Risikoprofil und die Fitzroy-Daten unterstützen eine Phase-3-Studie", betonte Vermeire.

Das Krebsrisiko von Kindern mit CED ist erhöht

Entzündliche Darmerkrankungen in der Kindheit werden mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko assoziiert. Aber evidente Risikobewertungen sind knapp. Der pädiatrische Gastroenterologe Dr. Ola Olén (Karolinska Institut, Stockholm) stellte eine schwedische bundesweite Kohortenstudie vor, die diesem Defizit entgegenwirken sollte [3].

Untersucht wurden die Daten aus den schwedischen Patienten- und Krebsregistern von 1964 bis 2014 und mit der allgemeinen Bevölkerung verglichen. Die Ergebnisse bestätigten leider die vorgefasste Meinung: Eine CED in der Kindheit ist mit einem erhöhten relativen Krebsrisiko von 0,2 % noch vor dem 18. Geburtstag verbunden.

CED in der Kindheit erhöht auch die Krebsgefahr für Erwachsene: 40 % der Patienten entwickelten innerhalb von 50 Jahren eine Tumorerkrankung. Am häufigsten waren dies gastrointestinale Tumore, Lymphome und Hautkrebs. Eine Behandlung mit Thiopurinen machte keinen Unterschied aus, daher scheint dies kein zusätzlicher Risikofaktor für die Krebsentstehung zu sein.

Wie wirkt Adalimumab bei Kindern?

Auch im Vortrag von Dr. Steven Steiner (IU Academic Health Center, Indianaopolis, USA) ging es um Kinder. Der TNFα-Inhibitor Adalimumab ist seit September 2014 für die Behandlung von Morbus Crohn bei Kindern zugelassen. "Wir beurteilten die Dauer und Wirksamkeit der Adalimumab-Behandlung bei pädiatrischen Morbus Crohn-Patienten in der klinischen Praxis", erläuterte der Referent.

In einer retrospektiven Kohortenstudie mit Registerdaten aus 43 Zentren in den USA wurden 174 Patienten unter 18 Jahren identifiziert, die von 2008 bis 2015 mit Adalimumab behandelt worden waren [4]. In dieser bisher größten Studie mit dem längsten Follow-up erwies sich das Medikament in der klinischen Praxis als höchst effektiv bei TNF-naiven MC-Patienten:

Biopsien bei CED-Patienten sind überflüssig

Bei CED-Patienten, die sich einer koloskopischen Polyektomie unterziehen müssen, sollen Biopsien aus dem Bereich erfolgen, der unmittelbar neben den reserzierten Polypen liegt. Dadurch soll man feststellen können, ob angrenzende Dysplasien vorhanden sind. So steht es in den aktuellen Richtlinien der ECCO aus 2013 und der "American Society for Gastrointestinal Endoscopy". Doch für diese Leitlinien, so Dr. Conor Lahiff (John Radcliffe Hospital, Oxford), gibt es keine klaren Biopsie-Protokolle und keine starke Evidenz.

Durch eine systematische Sichtung der Histopathologie-Datenbank seiner Klinik untersuchte er den diagnostischen Gewinn solcher Biopsien zwischen 2010 und 2015 [5]. Das waren insgesamt 178 Koloskopien, bei denen 302 Polypen bei 131 Patienten (92 % mit Colitis ulcerosa) biopsiert oder reseziert wurden. "Der Anteil der endoskopisch unerwarteten Dysplasien, die durch Biopsien aufgedeckt wurden, war – Null", konstatierte Lahiff.

Sein Fazit: In der Ära der Chromoendoskopie und der High-Definition-Technologie sind Biopsien angrenzender Polypen um unsichtbare Dysplasien bei CED-Patienten zu entdecken, nicht mehr nötig.

Diskutieren Sie hier mit zum Thema chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. 

Referenzen:

1) https://www.ecco-ibd.eu/index.php/publications/congress-abstract-s/item/op021-hyperbaric-oxygen-therapy-is-safe-and-effective-for-hospitalized-ulcerative-colitis-patients-suffering-from-moderate-severe-flares-a-multi-center-randomized-double-blind-sham-controlled-trial.html

2) https://www.ecco-ibd.eu/index.php/publications/congress-abstract-s/abstracts-2017/item/op023-maintenance-of-clinical-effect-in-patients-with-moderate-to-severe-crohn-s-disease-treated-with-filgotinib-a-selective-jak1-inhibitor-exploratory-20-week-data-analysis-of-the-phase-2-fitzroy-study.html

3) https://www.ecco-ibd.eu/index.php/publications/congress-abstract-s/abstracts-2017/item/op024-childhood-onset-inflammatory-bowel-disease-and-risk-of-cancer-x2013-a-swedish-nationwide-cohort-study-1964x20132014.html

4) https://www.ecco-ibd.eu/index.php/publications/congress-abstract-s/abstracts-2017/item/op025-evaluation-of-adalimumab-effectiveness-in-anti-tumor-necrosis-factor-nax00efve-pediatric-patients-with-crohn-s-disease-in-clinical-practice.html?category_id=483

5) https://www.ecco-ibd.eu/index.php/publications/congress-abstract-s/item/op026-zero-diagnostic-yield-of-dysplasia-in-polyp-adjacent-biopsies-for-patients-with-inflammatory-bowel-disease.html