Wasserpfeife: Der sichere Tabakkonsum?

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Erhöhtes Krebsrisiko durch Benzolexposition beim Rauchen von Wasserpfeifen

Die Benutzung von Wasserpfeifen gilt als besonders schonend in Hinblick auf den Schadstoffkonsum. Der Rauch wird in den speziellen, aus dem arabischen Raum stammenden, Pfeifen durch einen Wasserbehälter gezogen. Das Wasser soll dabei unter anderem Schwebstoffe binden. Erhitzt wird der Tabak, ein Gemisch aus Rohtabak, Melasse und Glycerin, durch Holzkohle. Dies gilt als ein weiterer Vorteil der orientalischen Pfeifen: hier wird nichts verbrannt.

Wasserpfeifen in Deutschland beliebt, gerade bei Jugendlichen

Es verwundert kaum, dass sich die Wasserpfeife in Deutschland einer großen Beliebtheit insbesondere bei Jugendlichen erfreut. Einer Studie des Thoraxklinikums Heidelberg gemäß hat jeder vierte von den 3000 befragten Jugendlichen bereits einmal Tabak über eine Wasserpfeife konsumiert. In Berlin zeigte eine Umfrage des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg 2007, dass Wasserpfeifen beliebter sind als Zigaretten: 31 % der 10 – 15-Jährigen konsumieren Wasserpfeifen und nur 16 % sind Zigarettenraucher.

In den letzten Jahren wurden jedoch zunehmend Bedenken in Bezug auf den Tabakkonsum über Wasserpfeifen laut. Sepetdjian et al. fanden 2008 16 polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffverbindungen im Wasserpfeifenrauch. Diese Stoffe stehen in dringendem Verdacht kanzeröse Wirkung zu entfalten.

Das Rauchen von Wasserpfeifen führt zu einer erhöhten Benzolexposition

Eine neue Studie von der Gruppe um Nada Kassem, die am 21. November dieses Jahres publiziert wurde, zeigt, dass der Wasserpfeifenkonsum zu einer erhöhten Benzolexposition des Verbrauchers führt. Die Forscher der San Diego State University in Kalifornien untersuchten den Benzolgehalt vor und nach Wasserpfeifenkonsum im Urin von aktiven und passiven Konsumenten. Sie untersuchten dabei über 200 Studenten. Der Benzolmetabolit S-Phenylmercaptursäure (SPMS) war im Urin von aktiven Rauchern 4,2-fach erhöht, während sich bei passiven Rauchern 2,6-fache Erhöhungen zeigten. Die Forscher weisen darauf hin, dass die World Health Organisation (WHO) Benzol als Klasse 1 Karzinogen einstuft. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung betont, dass es keinen Grenzwert für Benzolexposition gibt und damit kein unbedenklicher Konsum besteht. Insbesondere das Risiko für Leukämie könnte damit beim passiven oder aktiven Wasserpfeifenkonsum ansteigen.

Kassem et al. zeigen, dass die Konsumenten von Wasserpfeifen oft Freunde hatten, die ebenfalls Tabak über Wasserpfeifen rauchten. Sie waren außerdem eher bereit den Wasserpfeifenkonsum in ihren Wohnungen zuzulassen und hatten weniger Probleme mit anderen Konsumenten zusammenzuwohnen. Dies könnte erklären, warum passive Konsumenten bereits vor der experimentellen Exposition erhöhte SPMS-Werte im Urin aufwiesen: Eine chronische Benzol-Exposition scheint in dieser Gruppe wahrscheinlicher.

Keine sichere Alternative zum Zigarettenkonsum

“Entgegen dem allgemeinen Glauben ist der Konsum von Wasserpfeifen keine sichere Alternative zum Zigarettenrauchen”, schließt Kassem. Auch das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt Jugendliche explizit über die Gefahren des Rauchens von Wasserpfeifen aufzuklären.

Quellen:

Marie Ellis, Medical News Today: Hookah smoke increases benzene exposure, risk for leukemia, 23 November 2014; //www.medicalnewstoday.com/articles/285850.php

Benzene uptake in hookah smokers and non-smokers attending hookah social events: regulatory implications, Nada O.F. Kassem, et al., Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention, doi: 10.1158/1055-9965.EPI-14-0576, published 21 November 2014

Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Studie Wasserpfeife: //www.berlin.de/imperia/md/content/bafriedrichshain-kreuzberg/plan-undleitstelle/studie_wasserpfeife.pdf?start&ts=1190374402&file=studie_wasserpfeife.pdf

Deutsches Bundesinstitut für Risikobewertung, Gesundheits- und Suchtgefahren durch Wasserpfeifen, 26. März 2009: //www.bfr.bund.de/cm/343/gesundheits_und_suchtgefahren_durch_Wasserpfeifen.pdf

Sepetdjian, E., Shihadeh, A., and Saliba, N. A. (2008). Measurement of 16 polycyclic aromatic hydrocarbons in narghile waterpipe tobacco smoke. Food and Chemical Toxicology 46, 1582-1590.

 

 

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