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Welche Formen der medikamentösen Behandlung stehen zur Verfügung?

Im Wesentlichen stehen vier Gruppen von Arzneimitteln für die Behandlung der Colitis ulcerosa zur Verfügung:<br><ul><li>5-Aminosalicylsäure</li><li>Kortisonpräparate</li><li>Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen(Immunsuppressiva)</li><li>sogenannte TNF-alpha-Antikörper (Biologika)</li></ul>

Im Wesentlichen stehen vier Gruppen von Arzneimitteln für die Behandlung der Colitis ulcerosa zur Verfügung:

5-Aminosalicylsäure – die am häufigsten verordnete Substanz

Präparate mit dem Wirkstoff 5-Aminosalicylsäure (Mesalazin) werden zur Behandlung der Colitis ulcerosa am häufigsten eingesetzt. Sie können bei der leichten bis mittelschweren Form der Colitis ulcerosa im akuten Schub und auch während der beschwerdefreien Zeit (Remission) gegeben werden.

Die Substanz wirkt direkt auf die entzündete Dickdarmschleimhaut und hemmt bestimmte Botenstoffe, die unmittelbar am Entzündungsgeschehen beteiligt sind. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die jeweiligen Präparate möglichst im Bereich der entzündeten Dickdarmschleimhaut ihre Wirkung entfalten können.

Mesalazin wird in unterschiedlichen Darreichungsformen angeboten. Hierzu gehören Tabletten und Granulate (sogenannte Pellets), die man schlucken kann, sowie Zäpfchen, Einläufe (Klysmen) und Schäume, die über den Darmausgang verabreicht werden. Ziel jeder Behandlung mit Mesalazinen sollte es sein, den Wirkstoff in ausreichender Menge an den Ort der Entzündung zu bringen. Präparate, die geschluckt werden (orale Einnahme), setzen sich auf unterschiedliche Art und Weise im Darm frei: Bei manchen wird der Wirkstoff schon am Beginn des Dünndarms aktiv/wirksam, andere wirken erst am Beginn des Dickdarms und wieder andere haben ein gleichmäßiges Freisetzungsmuster über den gesamten Dickdarmbereich hinweg.

Ihr behandelnder Arzt wird aufgrund der bei Ihnen vorliegenden Entzündungsausbreitung im Dickdarm ein entsprechendes Präparat auswählen, das mit seinen jeweiligen Freisetzungseigenschaften für Ihren individuellen Zustand am besten geeignet ist.

Sollte nur der letzte, untere Dickdarmabschnitt von der Entzündung betroffen sein, kann die Gabe von Zäpfchen angezeigt sein.

In Abhängigkeit von der Dosis können als Nebenwirkungen Kopfschmerzen, Kraftlosigkeit, Fieber, Bluthochdruck, veränderte Leberfunktionswerte, Hautausschläge, Juckreiz, Gelenkschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auftreten. Auch allergische Reaktionen auf Mesalazin werden in seltenen Fällen beobachtet.

Kortison – nur im akuten Schub

Bei mittelschwerer bis schwerer Colitis ulcerosa kann auch eine Kortisontherapie verordnet werden. Sie wird meist dann eingesetzt, wenn sich die Colitis ulcerosa unter Mesalazin nicht oder nicht schnell genug bessert.

Kortisonpräparate können je nach Schweregrad und Ausprägung der Colitis ulcerosa als Tabletten, über die Vene (intravenös) oder als Einlauf (Klysma), Zäpfchen oder Schaum über den Darmausgang angewendet werden.

Kortison kann bei Langzeitanwendung zu typischen Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Wassereinlagerung, Schlafstörungen, psychischen Veränderungen bis zur Psychose, Akne, erhöhtem Blutzuckerspiegel, grauem Star, Knochen- und Muskelstörungen sowie vielem mehr führen. Kortisonpräparate sind als Dauertherapie zur Erhaltung der Beschwerdefreiheit (Remission) nicht geeignet und werden deshalb ausgeschlichen, d. h. nach und nach in der Dosis reduziert, sobald sich die akuten Beschwerden gebessert haben.

Immunsuppressiva

Zu dieser Medikamentengruppe zählen die Substanzen Azathioprin und 6-Mercaptopurin. Sie hemmen die Immunantwort und können so den Verlauf insbesondere von chronisch aktiven Fällen der Colitis ulcerosa günstig beeinflussen. Azathioprin und 6-Mercaptopurin werden in der Regel bei Fällen von Colitis ulcerosa verordnet, bei denen eine dauerhafte Kortisonbehandlung notwendig wäre.

In sehr seltenen Fällen werden auch stärkere Immunsuppressiva, wie z. B. Cyclosporin, verordnet. Ihre Wirkung tritt nach ca. 6 bis 12 Wochen ein. Der Einsatz von Immunsuppressiva erlaubt es bei einem Großteil der Betroffenen, das Kortison komplett abzusetzen. Unter Berücksichtigung der erheblichen Kortisonnebenwirkungen kann das ein besonderer Vorteil sein.

Beide Substanzen spielen eine bedeutende Rolle bei der Erhaltung der Beschwerdefreiheit (Remission), wenn eine Behandlung mit Mesalazinen nicht ausreicht. Als mögliche Nebenwirkungen sind hier vor allem Veränderungen des Blutbildes sowie Übelkeit und Erbrechen zu nennen.

Biologika

Bei schweren Fällen akuter Colitis ulcerosa und wenn die üblichen Therapien mit Kortison, Mesalazinen und/oder Immunsuppressiva versagt haben können auch sogenannte Biologika gegeben werden. Biologika sind Eiweißstoffe, die durch moderne gentechnische Verfahren hergestellt werden. Die TNF-alpha-Antagonisten und die Integrin-Hemmer sind Beispiele für solche biotechnologisch hergestellte Eiweiße.

TNF-alpha-Antagonisten greifen in den Entzündungsstoffwechsel der Colitis ulcerosa ein und bringen die Entzündung zum Stillstand, indem sie die Funktion eines speziellen entzündungsfördernden Proteins blockieren. Dieses Protein heißt Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-alpha), deshalb wird das Medikament Antagonist – also Gegenspieler – genannt. Weil sie grundsätzlich Entzündungsprozesse blockieren, wirken sie nicht nur auf den Entzündungsprozess im Darm, sondern auf alle Entzündungsherde im Körper.

Die sogenannten Integrin-Hemmer verhindern die Wirkung eines Einweißmoleküls – des Integrins. Ihr Wirkprinzip ist jedoch etwas anders als bei den TNF-alpha-Anagonisten und es entfaltet sich vor allem überwiegend im Darm und nicht im ganzen Körper. Die Integrin-Eiweißmoleküle sind Bestandteil der Oberfläche bestimmter weißer Blutzellen, die für Entzündungsreaktionen verantwortlich sind. Der Integrin-Hemmer verhindert, dass diese Zellen aus der Blutbahn ins Darmgewebe übertreten.

Therapietreue – der Schlüssel zum Behandlungserfolg

Gerade bei chronischen Erkrankungen ist die Aussicht, Medikamente dauerhaft einnehmen zu müssen, für viele Menschen sehr bedrückend. Die regelmäßige Einnahme der Arzneimittel nach der Verordnung Ihres Arztes ist jedoch der Schlüssel zum Behandlungserfolg. Sie wird übrigens mit dem Ausdruck „Therapietreue“ oder dem englischen Begriff „Compliance“ beschrieben und begegnet Ihnen immer wieder. Studien haben gezeigt: Je präziser Patienten den Therapieempfehlungen ihres Arztes folgen, umso schneller und effektiver werden die Beschwerden gelindert und umso länger bleiben sie beschwerdefrei. Sie sollten also nicht den Fehler begehen, eigenmächtig Medikamente abzusetzen oder die Dosierung zu verringern, sobald es Ihnen besser geht – denn dann kann sich Ihr Zustand wieder verschlechtern.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Wunsch verspüren sollten, Ihre Medikamente nicht mehr einzunehmen. Nur so bleiben Sie im Gespräch und Ihr Arzt kann Ihnen einen individuellen Rat geben.