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Weltweit Demos für Forschung geplant

"Science March" für Forschung und gegen Trump geplant 

Den Klimawandel hat US-Präsident Trump einst als "Ente" bezeichnet und auch sonst scheint er kein Fan der Wissenschaft zu sein. Forscher weltweit sind besorgt und wollen am kommenden Samstag zu tausenden auf die Straße gehen - für die Wissenschaft und gegen Trump.

Eine kleine Version des nun anstehenden Protests gab es schon. Hunderte Forscher demonstrierten Mitte Februar in der US-Ostküstenstadt Boston gegen US-Präsident Donald Trump und für die Anerkennung der Wissenschaft. "Steht auf für die Wissenschaft!" oder "Echte Fakten, falscher Präsident" stand auf ihren Plakaten. Am kommenden Samstag (22. April) sollen es tausende, vielleicht zehntausende Demonstranten in Washington und mehr als 500 Städten auf der ganzen Welt werden. Dann findet der alljährliche "Earth Day" (Tag der Erde) zur Stärkung der Wertschätzung von Umwelt und Natur statt, der in diesem Jahr mit dem "March for Science" (Demonstration für die Wissenschaft) zum Mega-Event werden soll.

"Der 'March for Science' ist der erste Schritt zu einer globalen Bewegung für die Verteidigung der essenziellen Rolle, die die Wissenschaft für unsere Gesundheit, Sicherheit, Wirtschaft und Regierungen spielt", heißt es auf der Webseite der Organisatoren. "Es ist Zeit, vom Rand wegzukommen und einen Unterschied auszumachen.» Die Wissenschaft sei eine «Säule menschlicher Freiheit und Wohlergehens".

Trump bezeichnete Klimawandel als "Ente"

Dahinter steht eine Gruppe Wissenschaftler, die sich nach der Wahl des offen wissenschaftskritischen US-Präsidenten Trump spontan Anfang des Jahres zusammengefunden hatte und immer weiter wuchs. Mehr als 50 000 Menschen hätten sich bislang als freiwillige Helfer angeboten, teilen die Organisatoren mit. Trump hatte den Klimawandel einst als "Ente" bezeichnet und ist dafür bekannt, dass er Wissenschaft bestenfalls ignoriert, schlimmstenfalls offen ablehnt.

Vorbild für die Demonstration ist der "Women’s March on Washington", bei dem Ende Januar weltweit Millionen Menschen für Frauenrechte und gegen Trump protestierten. Auch die Hauptveranstaltung des "March on Science" wird in Washington am Weißen Haus vorbeiführen. Für Deutschland sind unter anderem für Berlin, Köln, München, Stuttgart und Greifswald Demonstrationen angekündigt.

Auch Nicht-Wissenschaftler willkommen

Natürlich seien auch Nicht-Wissenschaftler ausdrücklich zu dem Protest eingeladen, sagen die Veranstalter. Eine Kleiderordnung gebe es nicht. "Seid kreativ! Zieht euch an wie euer Lieblingswissenschaftler. Wenn ihr Wissenschaftler seid, kommt in euren Arbeitsklamotten - Laborkittel, Schutzbrille, Stethoskop. Oder zieht euch euer gemütliches 'Ich bin bereit, politisch aktiv zu sein, und eine Botschaft über den Bedarf an Wissenschaft in politischen Richtlinien zu senden'-Outfit an."

Aber nicht alle Wissenschaftler unterstützen die Demonstration. Einige sehen die Motive dahinter als zu liberal, zu politisch links und Anti-Trump an. Überhaupt dürfe Wissenschaft nicht politisiert werden, sagen Kritiker. Viele haben auch Sorge, dass, wenn sie sich zu offen äußern, ihre Forschungsfreiheit und Finanzierung künftig stark eingeschränkt werden könnte. "Ich gehe nicht zur Demonstration, weil die Menschen in Amerika Wissenschaft als extrem links ansehen", sagte beispielsweise Nathan Gardner, Protein-Forscher an der University of Chicago, dem Fachmagazin Nature. "Ich denke, es könnte Wissenschaft leicht politisieren, denn auch wenn die offizielle Begründung der Motivation der Demo nicht Anti-Trump ist, scheinen die Demonstranten Anti-Trump zu sein."

Die Organisatoren dagegen sehen keine Alternative zum Demonstrieren. "Angesichts eines alarmierenden Trends in Richtung der Diskriminierung von wissenschaftlichen Konsensmeinungen und der Einschränkung von Forschung, müssen wir fragen: Können wir es uns leisten, die Wissenschaft nicht offen zu verteidigen?"

Der "March for Science" soll erst der Anfang sein. "Wir haben nicht vor, das nach dem 22. April aufzuhören", sagte Wissenschaftlerin Caroline Weinberg, die dem Protest-Organisationskomittee angehört, der New York Times. "Für mich wäre es ein Versagen, wenn diese Bewegung und all die Leidenschaft nach dem 22. April verpufft."