Wenn COPD auf Schimmelpilzallergie trifft

Eine Schimmelpilzallergie könnte laut einer aktuellen Studie zu schlimmeren Symptomen bei Menschen mit chronisch obstruktiver Lungenkrankheit COPD führen. Bei der Behandlung von Menschen mit COPD sei dies ein wichtiger Aspekt, den Medizinerinnen und Mediziner unbedingt beachten sollten.

Schimmelpilzsporen bewusst meiden oder beseitigen

Eine Schimmelpilzallergie könnte laut einer neuen Studie zu schlimmeren Symptomen bei Menschen mit chronisch obstruktiver Lungenkrankheit COPD führen. Bei der Behandlung von Menschen mit COPD sei dies ein wichtiger Aspekt, den MedizinerInnen unbedingt beachten sollten, so die AutorInnen.

Es gibt viele verschiedene Arten von Schimmelpilzen. Sie können in Erde, Kompost, verrottenden Pflanzen, Blättern und auch feuchten Gebäuden vorkommen. Dass eine Schimmelpilzallergie zu Asthmaanfällen führen kann oder das Krankheitsgeschehen bei Bronchiektasen und Cystischer Fibrose (Mukoviszidose) negativ beeinflussen kann, ist bekannt. Ob eine Schimmelpilzallergie auch bei Menschen mit COPD eine ähnliche Rolle als Risikofaktor spielt, ist jedoch noch nicht klar.

In der neuen Studie untersuchten die Forschenden, wie Menschen mit COPD auf eine Vielzahl von Substanzen reagierten und wie sich dies auf ihre Erkrankung auswirkte. Unter den getesteten Substanzen waren einige, die bekanntermaßen Allergien verursachen, wie Hausstaubmilben, Pollen, Schaben und auch Schimmelpilze. 446 Menschen mit COPD und 51 Kontrollpersonen ohne COPD aus Singapur, Malaysia und Hongkong nahmen an der Studie teil. Um die Reaktionen auf die Allergene zu beurteilen, wurden Bluttests gemacht, die Lungenfunktion gemessen und Informationen über die Symptome der Teilnehmenden während der Studie gesammelt.

Mehr Exazerbationen bei Schimmelpilzallergie

Die Ergebnisse zeigen, dass bei Menschen mit COPD allergische Reaktionen auf eine ganze Reihe von Substanzen weit verbreitet sind. Zudem fanden die Forschenden heraus, dass eine Allergie gegen Schimmelpilze mit einem regelmäßigen Wiederaufflammen der COPD-Symptome verbunden ist. Dabei spielten sowohl Allergene aus Innenräumen als auch im Freien eine Rolle. Personen, die in Häusern mit hoher Schimmelpilzbelastung lebten, hatten schlimmere Symptome und eine schlechtere Lungenfunktion.

Die Schlussfolgerung der AutorInnen: Allergien sind bei COPD weit verbreitet und eine Schimmelpilzallergie geht mit häufigeren akuten Verschlechterungen der Krankheit (Exazerbationen) einher. Ihrer Ansicht nach sei dies ein wichtiger Aspekt, den medizinisches Personal beachten sollte, wenn es darum geht, Menschen mit COPD zu helfen, besser mit ihrer Krankheit zu leben. Schübe mit schlimmeren COPD-Symptomen könnten verhindert werden, wenn Schimmelpilzsporen bewusst gemieden oder beseitigt werden.

Referenzen:
Tiew, P. Y. et al.: Environmental fungal sensitisation associates with poorer clinical outcomes in COPD. In: European Respiratory Journal, 2020 DOI: 10.1183/13993003.00418-2020 
European Lung foundation: Fungal Allergies Linked to Worse Symptoms for People with COPD. Meldung vom 11.05.2020