Werden Herzinfarkt-Patienten immer leichtsinniger?

Im Rahmen einer Meta-Analyse stellte sich heraus, dass nur ein Bruchteil der Herzinfarkt-Patienten von ihren Rauchentwöhnungs-Medikamenten Gebrauch macht.

Schon diverse Studien konnten dokumentieren, dass sich das Rauchen negativ auf die Herzgesundheit auswirkt. Der Zigarettenkonsum sorgt dafür, dass es in den Arterien zu Fettablagerungen kommt. Dieser Prozess wird als Arteriosklerose bezeichnet, er zieht eine Verengung der Arterien nach sich, wodurch der Blutfluss eingeschränkt wird. Häufig wird Arteriosklerose bei älteren Menschen diagnostiziert. Bei zu starker Einschränkung des Blutflusses droht der Herzinfarkt.

Zudem haben Raucher ein erhöhtes Risiko für koronale Herzerkrankungen, aus denen sich ebenfalls ein Infarkt entwickeln kann. Umso wichtiger ist es, dass Menschen, die bereits einen Herzinfarkt erlitten haben, sich das Rauchen abgewöhnen. Rein intuitiv betrachtet ist das ja auch die logische Konsequenz; einen weiteren Infarkt möchte man ja vermeiden. Die Fakten sehen aber anders aus. Viele Herzinfarkt-Patienten ignorieren den Rat ihrer Ärzte, sich den Zigarettenkonsum abzugewöhnen. Die Rezepte für Medikamente, die den rauchfreien Prozess unterstützen sollen, werden oftmals nicht eingelöst. Zu dieser Erkenntnis kamen Wissenschaftler auf den American Heart Association’s Scientific Sessions 2016. Sie haben rund 2.400 Patientenakten analysiert; es handelte sich um über 65-jährige Raucher, die einen Herzinfarkt überlebt haben.

Nur 9,8 Prozent der Herzinfarkt-Patienten greifen auf ihre Rauchentwöhnungs-Medikamente zurück

Es kristallisierte sich heraus, dass von den 96 Prozent der Patienten, die Medikamente zur Rauchentwöhnung verschrieben bekommen haben, nur 9,8 Prozent ihr Rezept innerhalb von 90 Tagen eingelöst haben. Innerhalb eines Jahres lösten 13 Prozent der Patienten ihr Rezept ein. Des Weiteren konnten die Forscher dokumentieren, dass Frauen und Hellhäutige eher dazu neigten, von den Medikamenten Gebrauch zu machen.

Je älter die Patienten waren und um so mehr unternommen wurde, um den Blutfluss zum Herzen zu gewährleisten, desto geringer war die Wahrscheinlichkeit, dass auf Bupropion oder Vareniclin – Medikamente zur Rauchentwöhnung – zurückgegriffen wurde.

Die Forscher betonen im Schlusswort, dass eine Intensivierung und Verbesserung von Rauchentwöhnungs-Therapien stattfinden muss, sowohl während des Krankenhausaufenthalts als auch nach Entlassung der Patienten.

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