Zunehmende Inzidenz beim Pankreaskarzinom

Das Pankreaskarzinom gehört beinahe traditionell zu den Sorgenkindern der Gastroenterologie und Onkologie. Bisher existieren keine durchschlagenden neuen Therapien, die die Sterblichkeit an dem oft erst spät entdeckten Tumor deutlich senken würden.

Lebensstil als wichtigster Risikofaktor

Das Pankreaskarzinom gehört beinahe traditionell zu den Sorgenkindern der Gastroenterologie und Onkologie. Bisher existieren keine durchschlagenden neuen Therapien, die die Sterblichkeit an dem oft erst spät entdeckten Tumor deutlich senken würden. Wie dringend Verbesserungen auf den Gebieten der Diagnostik und Therapie gerade beim Pankreaskarzinom benötigt werden, unterstreicht nun eine aktuelle internationale Studie zur weltweiten Entwicklung des Tumors.1 Besonders bei Frauen und Menschen ab 50 Jahren, aber auch unter Jüngeren steigen Inzidenz und Mortalität.1 Die Studie wertete Daten von qualitativ hochwertigen Krebsregistern aus 48 Ländern für das Referenzjahr 2018 aus.

Das Pankreaskarzinom ist die weltweit zwölfthäufigste Krebserkrankung, liegt jedoch bezüglich der Mortalität auf Platz sieben.2 In dieser deutlichen Abweichung kommen der aggressive Charakter des Pankreaskarzinoms und die im Allgemeinen schlechten Überlebensaussichten der PatientInnen zum Ausdruck. Gemeinsam mit verbreiteten Schwierigkeiten bei der Diagnose und dem tendenziell geringen Ansprechen auf  radiologische und chemotherapeutische Behandlungsversuche bilden sie den Hintergrund der hohen Sterblichkeit an der Erkrankung.

Als Risikofaktoren wurden neben unveränderlichen Faktoren (Alter, Geschlecht, ethnischer Hintergrund, familiäre und erbliche Belastung) vor allem der Lebensstil identifiziert. Rauchen, Bewegungsarmut, Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Hypercholesterolämie, chronische Pankreatitiden und Kontakt mit speziellen Chemikalien erhöhen das Erkrankungsrisiko.3

Laut Studie traten im Jahr 2018 weltweit knapp 459.000 Neuerkrankungen am Pankreaskarzinom auf, denen gut 432.000 Todesfälle durch die Erkrankung gegenüberstanden. Die altersstandardisierte Inzidenz betrug damit weltweit 4,8 pro 100.000 EinwohnerInnen, wobei der Wert eine erhebliche regionale Schwankungsbreite aufwies (10,8 pro 100.000 für Ungarn, 0,35 pro 100.000 für Guinea). Insbesondere Länder und Regionen mit hohem Lebensstandard wie Nordamerika, West- und Mitteleuropa sowie Osteuropa wiesen hohe Inzidenzen auf (vgl. Abb. 1 und 2).

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Abb. 1: Weltweite altersstandardisierte (ASR) Inzidenz des Pankreaskarzinoms (nach [1]).

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Abb. 2: Weltweite altersstandardisierte (ASR) Mortalität des Pankreaskarzinoms (nach [1]).

Im Vergleich zur vorangehenden Erhebung, die vor etwa einem Jahrzehnt erfolgte5, zeigten sich dabei verschieden Entwicklungen:

Abb. 3: Grafische Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse der vorgestellten Studie (nach [1]). HDI: Human Development Index (Maß für den Entwicklungsstand eines Landes); AAPC:

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Average annual percentage change.

Angesichts der besorgniserregenden Ergebnisse ihrer Studie (vgl. grafische Darstellung in Abb. 3) fordern die AutorInnen vermehrte Anstrengungen, um eine frühzeitige Diagnose und wirksame Behandlung des Pankreaskarzinoms zu ermöglichen und zu gewährleisten.

Referenzen:
1. Huang J, et al. Worldwide Burden of, Risk Factors for, and Trends in Pancreatic Cancer. Gastroenterology 2021; 160: 744–754. https://www.gastrojournal.org/action/showPdf?pii=S0016-5085%2820%2935244-6
2. Bray F, et al. Global cancer statistics 2018: GLOBOCAN estimates of incidence and mortality worldwide for 36 cancers in 185 countries. CA Cancer J Clin 2018;68:394–424. https://acsjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.3322/caac.21492  
3. Midha S, Chawla S, Garg PK. Modifiable and non-modifiable risk factors for pancreatic cancer:A review. Cancer Lett 2016; 381: 269–277. http://refhub.elsevier.com/S0016-5085(20)35244-6/sref6
4. Maisonneuve P, Lowenfels AB. Epidemiology of pancreatic cancer:an update. Dig Dis 2010; 28: 645–656. https://www.karger.com/Article/Abstract/320068

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