2019-nCoV: Wann ist ein Patient ein Verdachtsfall?

Das neuartige Coronavirus breitet sich weiter aus – was sollte man dazu wissen?

Das neuartige Coronavirus breitet sich weiter aus – was sollte man dazu wissen?

Leider gibt es – anders, als wir es im letzten Beitrag hofften – keine gute Nachricht vom neuen Coronoravirus, im Gegenteil: Die Zahl der bestätigten Erkrankungsfälle ist auf über 200 gestiegen, vier Patienten sind mittlerweile gestorben und die Experten gehen jetzt von einer Übertragbarkeit des Virus von Mensch zu Mensch aus. In Wuhan, wo es Ende Dezember einen Ausbruch von mysteriösen Lungenerkrankungen gab, haben sich mindestens 15 Krankenhausangestellte mit dem jetzt als "2019-nCoV" bezeichneten Coronavirus infiziert. Erstmals wurden auch an anderen chinesischen Orten und in anderen Ländern Infektionen oder Verdachtsfälle gemeldet.

RKI veröffentlicht Empfehlungen und Orientierungshilfe

Die WHO hat ihren Notfallausschuss einberufen, um über die Ausrufung einer Gesundheitsnotlage und potenziell zu ergreifende Maßnahmen zu beratschlagen. Auch das RKI hat reagiert, eine aktuelle Übersichtsseite zu 2019-nCoV zusammengestellt und Empfehlungen zu Hygienemaßnahmen und Infektionskontrolle sowie zur Diagnostik in Verdachtsfällen veröffentlicht. Und ein PDF als Orientierungshilfe:

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Auf der RKI-Website heißt es noch: "Erkrankungsfälle bei medizinischem Personal wurden bisher nicht berichtet." Das trifft leider nicht mehr zu, siehe oben. Nun ist es zwar (bis jetzt) nicht sehr wahrscheinlich, dass einem ein infizierter Patient in der Praxis begegnet, grob Bescheid wissen sollte man aber lieber trotzdem. Deshalb gehen wir, u. a. anhand der RKI-Info, kurz auf die wichtigsten Fragen ein.

Was sind die bisher bekannten Risikogebiete?

Nach Informationen auf der Website des Auswärtige Amts sieht es bisher (Stand: 21.01.2020) so aus:

Bei welchen Patienten mit akuter respiratorischer Symptomtik sollte eine Verdachtsabklärung erfolgen?

  1. unabhängig von der Schwere der akuten respiratorischen Symptomatik bei Kontakt zu einem bestätigten (oder wahrscheinlichen) 2019-nCoV-Fall innerhalb der letzten 14 Tage vor Erkrankungsbeginn;
  2. bei klinischem, radiologischem oder histopathologischem Nachweis einer Pneumonie
    UND
    Aufenthalt in einem Risikogebiet innerhalb der letzten 14 Tage vor Erkrankungsbeginn.

Welche Erstmaßnahmen sollte man dann ergreifen?

Der Patient ist zu isolieren (bei 1. im Einzelzimmer, bei 2. im Isolierzimmer mit Vorraum/Schleuse) und geeignete Maßnahmen zur Vermeidung von Tröpfcheninfektionen sind zu ergreifen, sprich Schutzkittel, Handschuhe, Schutzbrille, Mund-Nasen-Schutz bzw. FFP2/FFP3-Maske. Der Fall ist an das zuständige Gesundheitsamt zu melden und die entsprechende Labordiagnostik einzuleiten.

Wie wird der Verdacht auf eine 2019-nCoV-Infektion labordiagnostisch abgeklärt?

Für die PCR-Diagnostik sollte Probenmaterial nach Möglichkeit parallel aus den

und

entnommen und zur Untersuchung an das nationale Konsiliarlabor für Coronaviren an der Charité Berlin verschickt werden.

STAKOB: bundesweites Experten- und Versorgungsnetzwerk

Sollte die Labordiagnostik tatsächlich eine Infektion mit 2019-nCoV bestätigen, erfolgen supportive Maßnahmen entsprechend der Schwere der Erkrankung. Zu klinischen Fragen beraten die Kompetenzzentren, Sonderisolierstationen mit entsprechendem Personal finden sich in den Behandlungszentren des STAKOB ("Ständiger Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger"), der 2014 beim Robert Koch-Institut etabliert wurde.

Abkürzungen:
BAL = bronchoalveoläre Lavage
RKI = Robert Koch-Institut
WHO = Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization)

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