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Neue Asthma-Leitlinie: Sind Sie im Bild?

Gestern war nicht nur der erste Mai, sondern auch der Welt-Asthma-Tag. Diesen Aktionstag hat die Global Initiative for Asthma (GINA) im Jahr 1998 ausgerufen und auf den ersten Dienstag im Mai gelegt. Ein willkommener Anlass für Medien, Verbände und Institutionen, um das Asthma-Thema zu platzieren.

In der Praxiswelt haben wir ja tagtäglich damit zu tun, da ist so ein Welttag wohl kaum der Rede wert. Aber ein guter Anlass, um kurz auf die neue Asthma-Leitlinie einzugehen, die Sie sich ja vermutlich schon zu Gemüte geführt haben (oder?). Auf der AWMF-Website ist sie hier downloadbar

Positiv: Neue NVL Asthma wird DGP-Leitlinie ähneln

In diesem Blog haben wir das Ende 2017 fertiggestellte Werk tatsächlich noch nicht explizit thematisiert, dafür sein großes Vorbild, die GINA-Empfehlungen (GINA 2017: Wissen Sie Bescheid?). Gemeint ist natürlich die Leitlinie "Diagnostik und Therapie von Patienten mit Asthma", erstellt von DGP und Atemwegsliga unter Beteiligung der pädiatrischen Pneumologen und der österreichischen Fachgesellschaft. Als federführender Autor fungierte Prof. Roland Buhl (Mainz). Prof. Marek Lommatzsch (Rostock), einer der Co-Autoren, äußerte sich beim DGP-Kongress in Dresden sehr zufrieden über das Endprodukt der langwierigen Bemühungen.

Vor dem längst überfälligen Abschluss steht übrigens auch die Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) Asthma, die von BÄK, KBV und AWMF herausgegeben wird. Es sind keine relevanten inhaltlichen Konflikte mit der DGP-Leitlinie zu erwarten und auch diesen "großen Fortschritt" hob Lommatzsch lobend hervor.

Fünfte Therapiestufe: Biologika als Mittel der ersten Wahl

Zu den Neuerungen zählen unter anderem:

GINA Reports bilden die Leitlinien-Basis, aber nicht in allen Punkten

Das sind nur einige von zahlreichen Punkten, die die runderneuerte Leitlinie von der Vorgängerversion unterscheidet. Auch ohne Lektüre des 123 Seiten starken Originaldokuments sind einem die wichtigsten Punkte halbwegs vertraut (oder sollten es sein). Über die alle ein bis zwei Jahre publizierten GINA-Updates wird ja immer ausführlich berichtet.

Ein paar Unterschiede zwischen dem nationalen und dem internationalen Empfehlungskatalog gibt es natürlich schon, sonst hätte man sich die ganze Arbeit ja auch gleich sparen und einfach auf die GINA-Website verweisen können. Ein Beispiel: Bei der Frage, was eine ICS-Hochdosis ist, vertritt GINA eine andere Auffassung als es die deutsche und die europäische Fachgesellschaft tun. Deshalb gibt es in der neuen Leitlinie zwei Dosistabellen.

Vier Fragen zur Beurteilung der Asthmakontrolle

Die Asthma-Kontrollkriterien allerdings wurden auch von GINA übernommen. In einem Interview mit der Ärzte Zeitung hat der Leitlinien-Erstautor Buhl die vier Fragen nochmal zusammengefasst, mit denen die Güte der Asthmakontrolle sehr einfach abzuklären ist: Wie geht es Ihnen am Tag? Wie geht es Ihnen in der Nacht? Wie oft benötigen Sie Ihr Bedarfsmedikament? Sind Ihre Aktivitäten des täglichen Lebens eingeschränkt?

Für Kollegen mit ganz wenig Zeit oder Leselust hat der Mainzer Experte auf Nachfrage folgenden Leitlinien-Lese-Tipp parat: die halbe Seite zur Asthmakontrolle und die halbe Seite mit der Grafik zur Stufentherapie. "Wer das verinnerlicht, kann bei der Asthmatherapie kaum noch etwas falsch machen." Ah ja? Das klingt schon irgendwie verwegen optimistisch. Na, ist wahrscheinlich als Ermutigung gedacht. Die zwei halben Seiten sollte man sich jedenfalls tatsächlich zu Gemüte führen …

Webinar: neue Asthma- und COPD-Leitlinien aus praktischer Sicht

Wie Ihnen sicher nicht entgangen ist, wurde nicht nur die Asthma-, sondern inzwischen auch die COPD-Leitlinie aktualisiert. Viel Stoff also. Erfreulicherweise gibt es dafür heutzutage den Vortrag „on demand“ am PC zuhause – mit praxisrelevanten Einordnungen und Einschätzungen vom Experten bzw. von der Expertin. Stichwort: Webinar.

Unser Fortbildungstipp: Neue Leitlinien für Asthma und COPD – Bewertung für die Praxis

Referentin: Prof. Susanne Lang, Chefärztin am SRH Wald-Klinikum Gera. Dauer: 76 Minuten. Folien und Antworten auf interaktiv gestellte Fragen sowie optionale Fragebogen-Kontrolle (2 CME-Punkte) inklusive. Einfach auf "zur Fortbildung" klicken und los geht’s.

Abkürzungen:
AWMF = Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.
BÄK = Bundesärztekammer
DGP = Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.
ICS = inhalatives Kortikosteroid
KBV = Kassenärztliche Bundesvereinigung