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Neue Bronchiektase-Leitlinie: Können Sie diese 9 Fragen beantworten?

Es gibt erstmals eine europäische Leitlinie zum Management von Bronchiektasen. Kennen Sie die praxis- und patientenrelevanten Empfehlungen?

Was lange währt … Die European Respiratory Society (ERS) hat vor zwei Monaten beim Jahreskongress in Mailand die erste offizielle Leitlinie für das Management von Bronchiektasen bei erwachsenen Patienten präsentiert und im European Respiratory Journal publiziert.

Wichtige Fragen aus der Praxis – Patienten an der Auswahl beteiligt

Dafür hat sich eine multidisziplinäre Expertengruppe an die Beantwortung von neun wichtigen Fragen zur diagnostischen und therapeutischen Praxis gemacht. Zugunsten der Patientenperspektive gab es dabei eine Besonderheit: Im Leitlinien-Komitee konnten erstmals vier Patienten als gleichberechtigte Mitglieder mit am Tisch sitzen und an der Auswahl der Themen und Empfehlungen mitwirken.

Als "besonders patientenrelevant" gilt übrigens gleich das erste Kapitel der Guidelines: Hier geht es um diagnostische Maßnahmen, um der individuellen Ätiologie auf die Schliche zu kommen. Das kann unmittelbare Konsequenzen für die Therapie haben, denn immerhin bei jedem dritten Patienten werden behandelbare Ursachen gefunden.

Antworten auf begrenzter Evidenzbasis

Zwar ist aufgrund der häufig dürftigen Evidenz die Aussagekraft der einzelnen Empfehlungen teilweise begrenzt. Dennoch geben sie dem behandelnden Arzt Orientierung und sollten zugunsten einer verbesserten Versorgung beherzigt werden. In den einschlägigen Medien wurde darüber schon ausführlich berichtet.

Wir stellen Ihnen die neun Fragen im Multiple-Choice-Test vor. Wenn Sie sich bereits informiert haben, können Sie Ihr Wissen hier überprüfen. Wenn nicht, können Sie es sich aneignen. Es sind jeweils eine oder mehrere Antworten richtig.

Frage 1: Welche Minimaldiagnostik zur Feststellung der Ursache einer Bronchiektase sollte bei jedem Patienten betrieben werden?

  1. keine taugliche Standardempfehlung verfügbar
  2. Differenzialblutbild, Immunglobulin-Messung (IgG, IgA, IgM) und ABPA-Test
  3. regelmäßige Sputumkulturen für das Monitoring bakterieller Infektionen (nicht extra empfohlen, sondern grundsätzlich "erwartet"), im Verdachtsfall auch die Suche nach nicht-tuberkulösen Mykobakterien (NTM) und weitere Tests im Einzelfall

Frage 2: Sollten Patienten bei einer akuten Exazerbation länger antibiotisch behandelt werden?

  1. ja, 14 Tage
  2. nein, weniger als 14 Tage
  3. in ausgewählten Fällen kürzer oder länger als 14 Tage

Frage 3: Sollte nach Erstnachweis von potenziellen Erregern eine Keim-Eradikation angestrebt werden?

  1. ja, bei Haemophilus influenzae
  2. ja, bei Pseudomonas aeruginosa
  3. nein

Frage 4: Sollten Patienten mit Bronchiektasen eine antiinflammatorische Langzeittherapie erhalten?

  1. ja, ICS oder Statine
  2. nein, weder ICS noch Statine
  3. bei Asthma- und COPD-Patienten: ICS, wenn indiziert

Frage 5: Sollte eine antibiotische Langzeittherapie (≥ 3 Monate) erfolgen?

  1. keinesfalls
  2. ja, bei ≥ 3 Exazerbationen pro Jahr
  3. als langfristige inhalative Antibiotikatherapie bei Infektion mit Pseudomonas aeruginosa (bei nicht ausreichender Wirksamkeit in Kombination mit oralen Antibiotika)

Frage 6: Sollte eine Langzeittherapie (≥ 3 Monate) mit mukoaktiven Substanzen erfolgen?

  1. ja, bei schlechtem Abhusten und eingeschränkter Lebensqualität
  2. grundsätzlich nicht, wegen Gefahr von Bronchospasmen und FEV1-Abfall
  3. keine DNAse (wegen erhöhtem Exazerbationsrisiko)

Frage 7: Sollte eine Langzeittherapie (≥ 3 Monate) mit Bronchodilatatoren erfolgen?

  1. nur bei signifikanter Atemnot, eingeschränkter körperlicher Belastbarkeit oder auf individueller Basis
  2. um Physiotherapie zu erleichtern und zur besseren Verträglichkeit und pulmonalen Deposition von inhalierten Antibiotika
  3. keinesfalls

Frage 8:  Sind chirurgische Interventionen erfolgversprechender als die konservative Standardtherapie?

  1. nur als letzte Option bei Patienten mit lokaler Erkrankung und hoher Exazerbationsfrequenz trotz optimierter Therapie
  2. grundsätzlich ja, aber zu teuer
  3. bei rezidivierenden Infektionen mit chronischer Symptomatik oder bei massiven Hämoptysen, die sich durch Embolisation nicht beenden lassen

Frage 9: Ist eine regelmäßige Physiotherapie (sekretmobilisierende Techniken und/oder Lungen-Reha) hilfreich?

  1. ja, günstige Effekte bei ein- bis zweimal täglicher Anwendung von Techniken zur Clearance der Atemwege bei Patienten mit chronischem produktivem Husten oder Schwierigkeiten beim Abhusten
  2. nein, negatives Kosten-Nutzen-Verhältnis
  3. nein, wird von Patienten negativ bewertet

Hätten Sie für die Leitlinie auch diese 9 Fragen ausgewählt?

Die Auflösung der Fragen lautet jedenfalls:

1b,c – 2a,c; – 3b – 4b,c – 5b,c – 6a,c – 7a,b – 8a,c – 9a.

Abkürzungen:

Referenz:

  1. Polverino E et al. European Respiratory Society guidelines for the management of adult bronchiectasis. Eur Respir J 2017;50(3):1700629. doi: 10.1183/13993003.00629-2017.