Zeit für den Grippeschutz – diesmal tetravalent!

Woran ist Ende Oktober zu denken? Nein, nicht an Halloween …

Daran denkt schon Google Doodle für uns und mit ihm die einschlägige Konsum- und Medienindustrie. Jetzt ist es höchste Zeit für die Grippeimpfung. Haben Sie einen entsprechenden Hinweis auf Ihrer Praxis-Website (wie z. B. diese Kollegen in Starnberg)? Und vor allem: Haben Sie den tetravalenten Impfstoff im Kühlschrank? Dazu unten mehr.

Influenza- und Pneumokokkenschutz für COPD-Patienten besonders wichtig

Neben den Influenzaviren sind aus pneumologischer Sicht die Pneumokokken das wichtigste Ziel für impfpräventive Maßnahmen, für die wir uns bei unseren Patienten, vor allem denen mit COPD, einsetzen sollten. Auch dazu später mehr.

Das Thema ist nicht zwar nicht neu, auch nicht in diesem Blog (siehe zuletzt RKI: Grippeimpfung ist auch jetzt noch sinnvoll). Die Herausforderung einer besseren Impfabdeckung stellt sich aber jedes Jahr bzw. in jeder Saison neu und sollte nicht den Pädiatern, Hausärzten und hausärztlichen Internisten allein überlassen bleiben. Das gilt erst recht, wenn es um fachspezifische Indikationsimpfungen geht – wie etwa bei unseren COPD-Patienten.

Neue STIKO-Empfehlungen

Neu sind, wie jedes Jahr, die aktualisierten Impfempfehlungen der STIKO, die immer im August im Epidemiologischen Bulletin des RKI veröffentlich werden. Die STIKO gehört als „Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut“ übrigens nicht zum RKI. Ihre Mitglieder werden vom Bundesministerium für Gesundheit „im Benehmen mit den obersten Landesgesundheitsbehörden grundsätzlich alle drei Jahre neu“ berufen und durch eine Geschäftsstelle am RKI unterstützt. Die 18 Kommissionsmitglieder in der aktuellen Berufungsperiode (2017–2020) stammen aus Wissenschaft und Forschung, öffentlichem Gesundheitsdienst und niedergelassener Ärzteschaft.

SIKO: schnellere Sachsen …

Im Gegensatz dazu ist die Sächsische Impfkommission (SIKO) vorwiegend ärztlich besetzt und entscheidet in 90 % der Fälle identisch zur STIKO, häufig aber schneller als diese, wobei „auch nach Plausibilität“ entschieden wird. Darauf geht Prof. Mathias Pletz in einem aktuellen Webinar zum Impfschutz für COPD-Patienten nebenbei ein. Der Leiter des Instituts für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Jena erwähnt als Beispiel für die Schnelligkeit der Sachsen die Pertussis-Impfung bei Erwachsenen, die von der SIKO bereits 10 Jahre vor einem entsprechenden STIKO-Beschluss empfohlen wurde.

Ganz aktuell hat die SIKO wieder die Nase vorne: Sie rät zum Einsatz der Pneumokokken-Konjugatvakzine als Standardimpfung. „Die STIKO noch nicht, da sie für den G-BA immer eine gesundheitsökonomische Modellierung vorlegen muss“, so Pletz. Sprich, es geht ums Geld.

Tetravalenter Grippe-Impfstoff: zügige Umsetzung durch G-BA

Bei der Grippeschutzimpfung (siehe Besserer Grippeimpfschutz sollte nicht am Geld scheitern) hat der G-BA immerhin – wie ordnungspolitisch vorgesehen – zügig reagiert: Die Anfang des Jahres erfolgte STIKO-Empfehlung zum Einsatz des Vierfach-Impfstoffs wurde im April vom G-BA durch Anpassung der Schutzimpfungs-Richtlinie umgesetzt. Der quadrivalente Grippeimpfstoff ist damit in dieser Saison erstmals eine GKV-Pflichtleistung.

Das Paul-Ehrlich-Institut listet die genehmigten Impfstoffe mit Stammanpassung für die Saison 2018/2019 auf seiner Website auf. Gemäß der aktuellen WHO-Empfehlung finden sich in den Vakzinen die Antigene folgender Influenzavirus-Stämme:

Als einziger deutscher Hersteller-Ort wird in der Liste übrigens Dresden aufgeführt, wo Glaxo-Smith-Kline (GSK) seinen aktuell modifizierten Influenza-Spaltimpfstoff in einem konzerneigenen Werk produzieren lässt und von dort in rund 70 Länder vertreibt. GSK hatte auch als erster Hersteller im August Lieferbarkeit vermeldet.

Ansonsten gäbe es aus Industrie, Selbstverwaltung und Politik heftige Diskussionen sowie Vertrags- und Regelungsvorstöße zur Preisgestaltung und Erstattungslage zu berichten. Darauf verzichten wir aber erstmal und gehen im zweiten Teil des Beitrags lieber auf ein paar praxisrelevante Hinweise aus dem erwähnten Webinar sowie zur Impfstofflagerung ein.

Teil 2 des Beitrags folgt.

Abkürzungen:
G-BA = Gemeinsamer Bundesausschuss
RKI = Robert Koch-Institut
STIKO = Ständige Impfkommission

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