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Cave: dies caniculares!

Vor körperlicher Anstrengung wird im Radio gewarnt. Die leichte Bloglektüre ist aber noch erlaubt …

Vor körperlicher Anstrengung wird im Radio gewarnt. Die leichte Bloglektüre ist aber noch erlaubt …

Deutschland ist heute schon wieder weitgehend violett. Jedenfalls auf der Karte des Deutschen Wetterdienstes zur bildlichen Darstellung der aktuellen Warnhinweis-Lage. Wofür steht violett wohl?

Wenn Sie die Schweißperlen auf Ihrer Stirn spüren, sind Sie bereits ganz nah an der Lösung, und die lautet: "Hitzewarnung".

Sie können die Frage als Adnex zu unserem kleinen Sommerfrische-Quiz (letzter Beitrag) betrachten und die unmittelbare Auflösung als Tribut an die engagiert kommentierende Kollegin: "Quizteilnehmer wollen sofort belohnt werden. So ist der Mensch." Noch Fragen? Keine. Dafür Antworten, nämlich die angemahnten Lösungen: 1a, 2b, 3c, 4c, 5a.

Affenhitze statt Sommerfrische

So, nachdem wir das erledigt hätten, können wir uns – jegliche körperliche Überanstrengung tunlichst meidend! – nochmal  ganz in Ruhe den hohen Temperaturen zuwenden. Von "Sommerfrische" kann keine Rede sein in diesen Hundstagen, die vor Affen- oder gar Bullenhitze nur so strotzen. Keine Sorge, es folgt kein Tier-Quiz, nur ein bisschen etymologische Neugier: Woher kommen diese Begriffe eigentlich?

Als "Hundstage" werden ja die heißesten Wochen des Jahres bezeichnet, die im Zeitraum vom 23. Juli bis zum 23. August den Hochsommer ausmachen – in der Regel jedenfalls und in diesem Jahr als verlängerter Arm einer Schönwetterdauerperiode seit April im Besonderen. Tatsächlich wurde der Begriff aber nicht für ein meteorologisches Phänomen geprägt, sondern für ein astronomisches: Das Erscheinen des Sternbilds Großer Hund (Canis Major), dessen hell leuchtender Hauptstern Sirius einen Monat lang mit der Sonne auf- und untergeht.

Die Hundstage etymologisch betrachtet

Das schon von den alten Griechen als "heliakischer Aufgang" gewürdigte Ereignis wurde von den Römern als "dies caniculares" im erwähnten Zeitraum begrifflich verortet. Zwar findet das Schauspiel am europäischen Himmel wegen der Eigenbewegung der Gestirne und der Richtungsänderung der Erdachse (Präzession) inzwischen etwa vier Wochen später statt. Der tradierte Sprachgebrauch der "Tage vom großen Hund" als Hitzemetapher ließ sich davon aber nicht beeindrucken. Und die Bauernregeln wollen wir in diesem Zusammenhang auch nicht missen:

  1. "Was die Hundstage gießen, muss die Traube büßen", heißt es. In diesem Sommer gab‘s bisher kein "gießen". Deshalb hat in der Pfalz die Weinlese gerade schon begonnen, so früh wie nie zuvor.
  2. "Hundstage heiß, Winter lange weiß." Na, da sind wir mal gespannt …

Und die Affenhitze? Die kommt aus Berlin. Genauer gesagt, aus dem Affenhaus des Berliner Zoologischen Gartens. Dort herrschten (vermutlich nicht nur) im ausgehenden 19. Jahrhundert extreme Temperaturen, die als "Hitze wie im Affenstall" samt späterer Verkürzung den Weg in unsere Umgangssprache fanden.

Bei der Bullenhitze handelt es sich unseren knapp gehaltenen Recherchen zufolge lediglich um eine Steigerungsform, was zumindest größen- und gewichtsmäßig nachvollziehbar erscheint.

Für Diabetiker besonders relevant: Tipps zum Umgang mit der Hitze

Welche Begrifflichkeit man auch immer wählt:  Die extrem hohen Temperaturen machen schon gesunden Menschen zu schaffen, erst recht aber unseren Patienten. Über die allgemeinen Hitze-Tipps hinaus, die überall nachzulesen sind (z.B. auf gesunde.sachsen.de), bedürfen Diabetes-Patienten noch spezifischerer Hinweise, etwa:

Vielleicht bestehen bei diesen Temperaturen für den ein oder anderen Patienten sogar bessere Chancen, die gesundheitsförderlichen Empfehlungen zum Essen und Trinken auch mal umzusetzen und sich daran zu gewöhnen. Wenigstens solange, wie die Hundstage andauern und sich auch der innere Schweinehund lieber im Schatten aufhält.

Den Versorgern bietet der heiße Sommer ebenfalls die Chance, mal was (gar nicht mehr so) Neues im authentischen Bedarfskontext auszuprobieren: Bei dem Lifestyle-Programm TeLiPro, einem Innovationsfondsprojekt, wird telefonisch gecoacht und telemedizinisch überwacht. Das ist, zumindest theoretisch, alles in klimatisierten Räumen möglich und ohne den Aufwand der realen Begegnung, die in diesen Hundstagen leicht zur Überanstrengung führen könnte …

Referenzen:
1. Diabetisches Fuß-Syndrom: das Drama geht weiter (esanum.de)
2. Extremtemperaturen können Diabetikern gefährlich werden (esanum.de)
3. Wie umgehen mit der Sommerhitze? (vierseitiges PDF der Deutschen Herzstiftung)
4. Essen und Trinken bei Hitze (diabetes-ratgeber.net)