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Diabetes: Kein erhöhtes Schlaganfallrisiko bei guter Blutdruckkontrolle?

Eine schwedische Registerstudie zeigt: Das Risiko für einen Insult hängt bei Patienten mit Typ-2-Diabetes von der Art des Schlaganfalls und der Höhe des Blutdrucks ab.

Eine schwedische Registerstudie zeigt: Das Risiko für einen Insult hängt bei Patienten mit Typ-2-Diabetes von der Art des Schlaganfalls und der Höhe des Blutdrucks ab.

Den kardiovaskulären Risiken des Diabetes haben wir uns in diesem Blog schon gewidmet. Das Schlaganfallrisiko von Diabetes-Patienten ist zwei- bis vierfach gegenüber Gesunden erhöht. Umgekehrt sind mindestens 20% aller Schlaganfall-Patienten zuckerkrank, vermutet die Deutsche Diabetes Gesellschaft in ihrem aktuellen Jahresbericht1. Der Epidemiologe Dr. Wolfgang Rathmann vom Deutschen Diabetes Zentrum schätzt diesen Anteil sogar auf 32%. Wir haben von seinen aktuellen Studiendaten zur Diabetes-Mortalität im letzten Beitrag berichtet. Und wir haben dabei auf die nationalen Diabetes-Register hingewiesen, die die Skandinavier in vorbildhafter Weise führen.

Schwedische Fall-Kontroll-Studie mit 400.000 Diabetes-Patienten

Schwedische Wissenschaftler haben sich in einer frisch publizierten prospektiven Fall-Kontroll-Studie2 aus diesem Datenschatz bedient. 400.000 erwachsenen Typ-2-Diabetikern standen dabei 1,9 Millionen Kontrollpersonen gleichen Alters und Geschlechts, aber ohne Zuckerkrankheit, gegenüber. In einem vierjährigen Beobachtungszeitraum wurden die erstmaligen Schlaganfall-Diagnosen in beiden Gruppierungen gezählt.

Die Ereignisraten betrugen 4,8% versus 3,2% bzw. 10,6 versus 6,8 pro 1.000 Personenjahre, was einer Erhöhung des adjustierten Schlaganfallrisikos im gesamten Diabetes-Kollektiv um 43% entspricht. Differenziert nach der Schlaganfallart und der jeweiligen Blutdruckhöhe ergaben sich allerdings interessante Unterschiede:

Schlaganfall allgemein:

Ischämischer Schlaganfall:

Hämorrhagischer Schlaganfall:

Normaler Blutdruck:

Unterhalb von 130/80 mmHg wiegt also im gesamten Diabetes-Kollektiv das verminderte Risiko für einen hämorrhagischen Insult das Exzessrisiko für einen ischämischen Schlaganfall auf.

Fazit für die Praxis

Eine Schwachstelle der Studie: Für die Kontrollpersonen lagen keine Blutdruckmessungen vor. Damit war kein Vergleich des Schlaganfallrisikos zwischen Diabetikern und Nichtdiabetikern auf spezifischen Blutdruckniveaus möglich. 

Das Fazit der Studienautoren fällt dennoch eindeutig aus: "Diese Ergebnisse bekräftigen die Bedeutung einer guten Blutdruckeinstellung bei Menschen mit Typ-2-Diabetes. Deren Schlaganfallrisiko kann dem der Allgemeinbevölkerung ähneln, wenn der Blutdruck gut kontrolliert ist."

Referenzen:

  1. Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe. Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2017.
  2. Hedén Ståhl C et al. Long-term excess risk of stroke in people with Type 2 diabetes in Sweden according to blood pressure level: a population-based case–control study. Diabet Med 2017;34(4):522-30.