esanum is an online network for approved doctors

esanum is the medical platform on the Internet. Here, doctors have the opportunity to get in touch with a multitude of colleagues and to share interdisciplinary experiences. Discussions include both cases and observations from practice, as well as news and developments from everyday medical practice.

esanum ist ein Online-Netzwerk für approbierte Ärzte

esanum ist die Ärzteplattform im Internet. Hier haben Ärzte die Möglichkeit, mit einer Vielzahl von Kollegen in Kontakt zu treten und interdisziplinär Erfahrungen auszutauschen. Diskussionen umfassen sowohl Fälle und Beobachtungen aus der Praxis, als auch Neuigkeiten und Entwicklungen aus dem medizinischen Alltag.

Esanum est un réseau en ligne pour les médecins agréés

esanum est un réseau social pour les médecins. Rejoignez la communauté et partagez votre expérience avec vos confrères. Actualités santé, comptes-rendus d'études scientifiques et congrès médicaux : retrouvez toute l'actualité de votre spécialité médicale sur esanum.

Doch kein "neuer Diabetologe"

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft rückt vom "Facharzt für Diabetologie" ab. Die Orientierung an Qualitätsstandards bleibt aber weiterhin relevant. 80-90 Prozent der Betreuung liegt in den Händen der Hausärzte.

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft rückt vom "Facharzt für Diabetologie" wieder ab. Die Orientierung an Qualitätsstandards bleibt aber weiterhin relevant.

Ein Nachtrag zu unserem letzten Beitrag, falls Sie sich die zehn strategischen Handlungsfelder der DDG zu Gemüte geführt haben sollten: Die Nummer 8 mit dem "Facharzt für Diabetologie" ist schon wieder Geschichte. Darauf hat die Diabetologin Dr. Cornelia Jaursch-Hancke, Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE), in der Dezember-Ausgabe der Info Diabetologie hingewiesen1.

Demnach wurde auf einer Strategiesitzung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) bei der Herbsttagung in Nürnberg "mehrheitlich" beschlossen, diesen Handlungspfad zu verlassen. Das erscheint nachvollziehbar, schließlich gibt es ja schon die Schwerpunktbezeichnung "Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie" – und viele weitere Optionen für Kollegen, die sich für die diabetologische Versorgung gezielt qualifizieren möchten. Bundesweit gesehen sogar verwirrend viele, wobei die unterschiedliche Qualität der Weiterbildungen nicht nur den Patienten die Orientierung erschwert.

Außerdem haben sich wohl bisher nur wenige Gremien und Verbände an der seit etwa zwei Jahren von der DDG betriebenen Diskussion beteiligt. "Wer den Stein des 'neuen Diabetologen' einmal ins Rollen brachte, welche Interessen dahinter standen und warum, ist inzwischen Gegenstand von Spekulationen und sei dahin gestellt", kommentiert Jaursch-Hancke.

Und zu schlechter Letzt ist auch noch die Frist zur Beantragung bei der Bundesärztekammer verstrichen. Nächste Möglichkeit: "frühestens wieder in zehn Jahren."

Jetzt soll erstmal mit der DGE kooperiert und ein neues Ziel in Angriff genommen werden: die Vereinheitlichung der Qualitätsstandards und Aufwertung der Zusatzqualifikationen, die es in den einzelnen Bundesländern bereits gibt. Klingt durchaus sinnvoll.

Berufsbilder in der Diabetesversorgung: aktuelle Zahlen

Bei dieser Gelegenheit schauen wir einmal kurz auf die aktuellen Zahlen und dafür in den kürzlich veröffentlichten Gesundheitsbericht 2017 der DDG2. Zusätzlich zu den Hausärzten, die 80-90% der Diabetiker permanent versorgen, befassen sich mit der Diabetesversorgung in Deutschland die folgenden Berufsgruppen (Stand 2016):

Eine Tabelle mit dem Titel "Wer betreut die Diabetiker? Auf einen Blick" listet die folgenden Zahlen auf:

Niedergelassene Endokrinologen gibt es übrigens nur rund 150.

DDG-Zertifikate bieten Orientierung für die Über- bzw. Einweisung

Eine wichtige Frage für den einweisenden Niedergelassenen: Wie sieht es im stationären Bereich aus? Die Qualitätskriterien der DDG für Typ-1- und Typ-2-Diabetiker als "Zertifiziertes Diabeteszentrum DDG" erfüllen derzeit (Stand: September 2016) 161 stationäre Einrichtungen, davon 46 mit ambulanten Behandlungsangeboten. Ausschließlich für Typ-2-Diabetes stehen 46 Institutionen zur Verfügung, für Pädiatrie 49.

Für die Erfüllung zusätzlicher Kriterien für die weiterführende Qualifikation mit obligatem Qualitätsmanagement vergibt die DDG die Bezeichnung "Diabetologikum DDG". Erworben haben sie gegenwärtig 28 stationäre Einrichtungen für Typ- 1- und Typ-2-Diabetiker, davon 5 mit ambulanten Einrichtungen, 4 für Typ-2-Diabetes und 7 für Pädiatrie.

Seit 2013 stellt die DDG zudem das Zertifikat "Klinik für Diabetespatienten geeignet (DDG)" aus, das auf die Verbesserung der Versorgung von Patienten mit Diabetes-Nebendiagnose gerichtet ist, etwa bei Hüft- oder Herzeingriffen. Jedes Jahr werden rund 2,1 Millionen Patienten mit der Nebendiagnose Diabetes statistisch erfasst, die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Bisher sind 61 Kliniken zertifiziert.

Wichtig ist noch der Hinweis auf die Anerkennung als "Fußbehandlungseinrichtung DDG", mit der die Fachgesellschaft die Qualitätsstandards für die Einrichtungen neu definiert hat. Etwa 240.000 Diabetiker leiden in Deutschland an Fußverletzungen, die zu über 30.000 Amputationen im Jahr führen. Eine immer noch schrecklich hohe Zahl, die nach intensiven Verbesserungsanstrengungen schreit.

Entsprechend zertifizierte Einrichtungen lassen sich hier auf der Website der DDG schnell per Orts- und Postleitzahlen-Suche herausfinden.

Mit der "Versorgungslandschaft Diabetes" werden wir uns noch eingehender beschäftigen. Derweil hätten wir aber noch ein anderes strategisches Handlungsfeld von eminenter Bedeutung anzubieten: die multifaktorielle, zielorientierte Therapie des Typ-2-Diabetes. Sie lohnt sich, wie neue Studienergebnisse unterstreichen. Mehr dazu im nächsten Beitrag.

Referenzen:

  1. Jaursch-Hancke C. Reform der diabetologischen Weiterbildung: Erstmal kein "neuer Diabetologe". Info Diabetol 2016;1(6):3.
  2. Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe (Herausgeber). Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2017. (PDF-Link)