Risikofaktoren für Prädiabetes und Typ-2-Diabetes nach Herzinfarkt

Nach einem ersten Herzinfarkt sollte man alles daran setzen, Risikofaktoren wie Prädiabetes und Typ-2-Diabetes zu reduzieren. In einer norwegischen Kohortenstudie wurde jetzt untersucht, welche beeinflussbaren Faktoren im Follow-up von KHK-Patienten das Risiko für eine diabetische Stoffwechsellage erhöhen.

Studie liefert neue Ansätze für Sekundärprävention

Nach einem ersten Herzinfarkt sollte man alles daran setzen, Risikofaktoren wie Prädiabetes und Typ-2-Diabetes zu reduzieren. In einer norwegischen Kohortenstudie wurde jetzt untersucht, welche beeinflussbaren Faktoren im Follow-up von KHK-Patienten das Risiko für eine diabetische Stoffwechsellage erhöhen.

Bei Patienten mit Prädiabetes – definiert als HbA1C-Wert zwischen 5,7 und 6,4 % – hat man möglicherweise noch die Chance, durch Lebensstiländerungen und Antidiabetika die Manifestation eines Typ-2-Diabetes zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern. Nach bisherigen Daten entwickelt etwa die Hälfte dieser Patienten innerhalb von fünf Jahren einen manifesten Typ-2-Diabetes. Zudem ist bereits bei Prädiabetes das Risiko, nach einem Herzinfarkt ein erneutes kardiovaskuläres Ereignis zu entwickeln, deutlich erhöht. Für die frühe Identifizierung dieser Patienten und ein optimales Management ist es wichtig, prädiktive Faktoren zu identifizieren, die bei KHK-Patienten mit einem erhöhten Risiko für Prädiabetes und Typ-2-Diabetes einhergehen.

Um solche Risikofaktoren zu identifizieren haben John Munkhaugen von der Universitätsklinik Oslo 1.083 konsekutive Patienten nach einem Myokardinfarkt und/oder koronarer Revaskularisation für 2- 36 Monate nachverfolgt. 30 % der Patienten hatten einen ST-Hebungsinfarkt, 50 % einen Nicht-ST-Hebungsinfarkt und bei 20 % wurde aufgrund einer stabilen oder instabilen Angina pectoris eine Revaskularisation durchgeführt.

Normale Blutzuckerwerte nur bei einem Drittel der Herzinfarkt-Patienten

Zum Zeitpunkt der Index-Krankenhausaufnahme aufgrund des koronaren Ereignisses wiesen 16 % der Patienten einen bereits bekannten Typ-2-Diabetes auf, Daten zum Prädiabetes lagen zu diesem Zeitpunkt nicht vor. Während der Nachbeobachtungszeit lag die Prävalenz eines Typ-2-Diabetes bei 22 % (6 % Neudiagnosen) und eines Prädiabetes bei 44 %. Nur ein Drittel der Patienten (33 %) hatten im Follow-up normale Blutzuckerwerte.

Auch Schlafstörungen erhöhen das Risiko für Typ-2-Diabetes

In der Multi-Varianz-Analyse waren folgende Faktoren (im Vergleich zu Patienten mit Prädiabetes)  mit einem manifesten Typ-2-Diabetes assoziiert:

Rauchen als Risikofaktor für Prädiabetes

Ein Prädiabetes war im Vergleich zu Patienten mit normalen Blutzuckerwerten mit folgenden Faktoren assoziiert:

Innerhalb der Gruppe mit Typ-2-Diabetes waren Angehörigkeit zu einer ethnischen Minderheit und geringe Therapieadhärenz mit höheren HbA1C-Werten assoziiert – bei Prädiabetes waren es größerer Hüftumfang, Rauchen, Hypertonie, höheres Alter und die Nicht-Teilnahme an der kardialen Rehabilitation.

Neue Ansatzpunkte für Sekundärprävention

Die Ergebnisse bestätigen die hohe Prävalenz von Prädiabetes und Typ-2-Diabetes bei Patienten mit Herzinfarkt, schreiben die Autoren. Ansatzpunkte für sekundärpräventive Interventionen bei Typ-2-Diabetes könnten nach der Studie neben Übergewicht und Hypertonie-Kontrolle auch die Behandlung von Schlafstörungen und Verbesserung der Therapieadhärenz sein. Bei Patienten mit Prädiabetes könnten Maßnahmen wie Raucherentwöhnung und eine Förderung der Teilnahme an der kardialen Rehabilitation präventiv wirken. In weiteren Studien sollte überprüft werden, ob sich mit solchen Maßnahmen nach einem Herzinfarkt die glykämische Kontrolle verbessern lässt.

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Quelle:
John Munkhaugen et al; Managing patients with prediabetes and type 2 diabetes after coronary events: individual tailoring needed - a cross-sectional study; BMC Cardiovascular Disorders (2018); 18: 160; DOI: https://doi.org/10.1186/s12872-018-0896-z

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