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Chronische Schmerzen: wirksame Therapie in Sicht?

Neuropathische Schmerzen sind eine chronische Erkrankung, von der 7-10 % der französischen Bevölkerung (4 Mio. Menschen) betroffen sind und für die es bis heute keine wirksame Behandlung gibt.

Forscher entwickeln innovativen Prototyp mit hoher therapeutischer Wirkung

Neuropathische Schmerzen sind eine chronische Erkrankung, von der 7-10 % der französischen Bevölkerung (4 Mio. Menschen) betroffen sind und für die es bis heute keine wirksame Behandlung gibt. Forscher des Instituts für Neurowissenschaften in Montpellier (Inserm / Universität Montpellier) und des Labors für therapeutische Innovationen (CNRS / Universität Straßburg) haben den Mechanismus entdeckt, der für die Entstehung und den Verbleib des Schmerzes verantwortlich ist.

Dank ihrer Entdeckung haben sie einen innovativen Prototyp zur Behandlung dieser Schmerzen entwickelt, der am Tiermodell eine sofortige und dauerhafte therapeutische Wirkung zeigt. Diese Studie wurde am 12. März 2018 in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

Französische Forscher haben herausgefunden, dass ein bestimmtes Molekül – FLT3 – bei chronischen Schmerzen eine unerwartete Rolle spielt. FLT3 ist bei verschiedenen Funktionen des Blutes aktiv und wird von blutbildenden (hämatopoetischen) Stammzellen (Ausgangspunkt für die gesamte Zellneubildung des Blutes) produziert. Chronische Schmerzen sind das Ergebnis einer Schädigung der peripheren Nerven durch Krankheiten wie Diabetes, Krebs oder Gürtelrose bzw. durch unfallbedingte Traumata oder chirurgische Eingriffe. Die Forscher haben nun gezeigt, dass die Immunzellen im Blut, die den Nerv an der geschädigten Stelle umspülen, ein anderes Molekül – FL – synthetisieren und freisetzen. Dieses aktiviert das FLT3 und hängt sich daran an, wodurch im sensorischen System eine Kettenreaktion ausgelöst wird, die den Schmerz verursacht. Sie haben entdeckt, dass FLT3 den Schmerz erzeugt und aufrechterhält, indem es sehr frühzeitig auf andere Komponenten des sensorischen Systems einwirkt, die für das Andauern des Schmerzes verantwortlich sind: Dieses Phänomen wird Chronifizierung genannt.

Neben der Entdeckung der Rolle des FLT3 haben die Forscher ein anti-FLT3-Molekül (BDT001) geschaffen, das auf die Andockstelle des FL-Moleküls abzielt. Dieses BDT001-Molekül blockiert die Verbindung zwischen FL und FLT3 und verhindert somit die Kettenreaktion, die chronische Schmerzen zur Folge hat. An Tiermodellen führte das BDT001 innerhalb von drei Stunden zu einer Reduzierung der typischen neuropathischen Schmerzsymptome wie Hyperalgesie (übermäßige Schmerzempfindlichkeit) oder Allodynie (eine Schmerzempfindung, die durch Reize ausgelöst wird, welche üblicherweise keinen Schmerz verursachen) und wirkte 48 Stunden.

Der neuropathische Schmerz ist eine stark beeinträchtigende Krankheit mit sehr hohen sozialen Kosten. Die aktuellen Behandlungen sind wenig effizient, da auf Medikamente zurückgegriffen wird, die für andere Krankheiten eingesetzt werden wie Antidepressiva oder Antiepileptika: Bei weniger als 50% der Patienten ist eine deutliche Reduzierung ihrer Schmerzen zu verzeichnen. Zudem können starke Nebenwirkungen auftreten.

Basierend auf diesen Forschungsarbeiten wird das Start-up Biodol Therapeutics eine neue Therapie entwickeln, die zum ersten Mal speziell neuropathische Schmerzen bekämpft.

Weitere Informationen zum Thema wurden auf dem Deutschen Schmerz- und Palliativtag, der vom 08. bis 10. März 2018 in Frankfurt/Main stattfand, diskutiert. Das esanum Kongress-TV war mit Herrn Dr. med. Christoph Specht für eine exklusive Berichterstattung vor Ort.