Diabetes-Prävention durch Viagra?

An der Vanderbilt University wurde eine potentielle Diabetes-Prävention erforscht – das in Viagra enthaltene Sildenafil.

Laut der Amerikanischen Gesellschaft für Endokrinologie wurden bei über 26 Millionen Amerikanern die Diagnose der Diabetes Typ 2 gestellt. Bei den Betroffenen ist das Körpergewebe resistent gegenüber Insulin. Das Auftreten dieser Krankheit wächst rapide, oftmals rückt hier die Assoziation mit Übergewicht in den Vordergrund. Gewichtsreduzierung in Verbindung mit sportlicher Betätigung ist für Übergewichtige nur schwer zu bewerkstelligen. Medikamente, die als Präventon von Diabetes fungieren, sind aufgrund der nachteiligen Auswirkungen mit Vorsicht zu genießen.

Wissenschaftler der Vanderbilt University erforschten nun Alternativen (DOI: 10.1210/jc.2015-3415), die alles andere als prototypisch sind. Im Fokus stand hier die gefäßerweiternde Substanz Sildenafil, unter anderem verkauft als Viagra. Sildenafil steht nun im Verdacht,  die Insulinsensivität der  Menschen zu verbessern, die einem Diabetes-Risiko ausgesetzt sind. Die Insulinsensivität kennzeichnet, wie sensibel die Organe im Körper auf das Hormon Insulin reagieren.

Sildenafil hemmt das Enzym Phosphodiesterase 5 (PDE5), dies führt zur Blutgefäßerweiterung und zu einem erhöhten Blutfluss. Darüber hinaus wird die  Entspannung der glatten Muskulatur initiiert. Die Substanz Sildenafil wird typischerweise zur Behandlung von Erektionsstörungen und pulmonal-artierieller Hypertonie eingesetzt.

Des Weiteren suggerieren an Tieren durchgeführte Studien, dass Sildenafil die Insulinsensivität – die Aufnahme von Glucose aus dem Blutstrom durch die Muskeln –  verbessern kann. Infolgedessen kann der Glukosespiegel reduziert werden und somit möglicherweise das Diabetes-Risiko verringern.

In der Studie der Vanderbilt University, durchgeführt mit übergewichtigen Prädiabetikern, wurde randomisiert über die Verabreichung von Sildenafil oder eines Placebos entschieden. Die mit Sildenafil behandelten Probanden reagierten signifikant sensibler auf Insulin, im Vergleich zu der Placebo-Gruppe.

Es bedarf noch weiterer Forschung, um aussagen zu können, ob eine Langzeit-Behandlung dem Diabetes-Risiko entgegenwirken kann.

“Sildenafil könnte einen potentiellen Weg in der Bekämpfung von steigenden Diabetes-Diagnosen ebnen”, gibt Nancy J. Brown von der Vanderbilt University bekannt.

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Text: esanum/ Daniela Feinhals

Foto: Zerbor / Shutterstock.com

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