Digital vereint durch die Corona-Krise

Im Angesicht steigender Fallzahlen ist es nicht mehr möglich, schwere Corona-Fälle aus kleineren Krankenhäusern ins nächste Uniklinikum zu schicken. Das digitale Netzwerk "Mediziner für Mediziner gegen Covid19" nutzt Social Media, um sich gegenseitig unter die Arme zu greifen.

Soziale Medien für gemeinsame medizinische Interessen nutzen

Das Coronavirus stellt die Welt der Medizin vor gänzlich neue Aufgaben. Im Angesicht steigender Fallzahlen ist es nicht mehr möglich, schwere Fälle aus kleineren Krankenhäusern ins nächste Uniklinikum zu schicken. Das digitale Netzwerk "Mediziner für Mediziner gegen Covid19" nutzt Social Media, um sich gegenseitig unter die Arme zu greifen.

Durch das Coronavirus hat sich die Arbeitswelt grundsätzlich verändert. Wer kann, nutzt die Möglichkeiten der Digitalisierung und arbeitet aus dem Home-Office.1 Dass dieser Schritt in der Welt der Medizin nicht machbar ist, liegt auf der Hand. Doch auch medizinisches Fachpersonal nutzt zunehmend digitale Optionen, um Kolleginnen und Kollegen bundesweit bei der Eindämmung und Risikominimierung des Coronavirus‘ zu unterstützen. Ob Twitter oder Youtube – alle sozialen Medien, die helfen können, werden genutzt.

Ein solches Netzwerk bietet das Projekt "Mediziner für Mediziner gegen Covid19". In kurzer Zeit haben sich hierbei über 600 Fachleute aus den Bereichen Notfall- und Intensivmedizin, Radiologie, Medizintechnik sowie Fachpflegekräfte zusammengeschlossen, um sich gegenseitig zu Covid-19 auf dem Laufenden zu halten und beispielsweise virtuell zu erläutern, wie Lungenultraschall zur Diagnostik genutzt werden kann. Für die interdisziplinäre digitale Zusammenarbeit soll gegebenenfalls auf lange Sicht eine Website oder eine App eingerichtet werden.

Neue Situation, neue Möglichkeiten

Ein Teil dieses Netzwerks ist der Notfallmediziner Dr. Felix Lorang, Oberarzt am Zentrum für Notfallmedizin des Uniklinikums Jena. Gegenüber dem Nachrichtenportal ntv.de äußert sich der Mediziner zum Hintergrund des Projekts: "Wir haben mit der Corona-Epidemie eine Situation, die für viele Beteiligte neu ist. Selbst für uns, die wir jeden Tag mit schweren Fällen zu tun haben, ist es neu."2 Das Verlegen schwerer Patientenfälle aus kleineren Krankenhäusern ins nächstgrößte Uniklinikum sei nun nicht mehr möglich. Lorenz sagt, Information zu komplexen Krankheitsbildern im Zusammenhang mit dem Coronavirus müssten "schnell bis in den letzten Winkel der Republik" transportiert werden.

Um solch eine schnelle Verbreitung von Wissen zu gewährleisten, greift das Medizinernetzwerk auf den verstärkten Gebrauch sozialer Medien zurück. So besteht beispielsweise der Twitter-Hashtag #M4MvsCOVID, unter dem sich das medizinische Fachpersonal zu Fachfragen sowie den neuesten Forschungsständen und Entwicklungen austauschen kann. Ziel der Aktion sei es, Nicht-Intensivmedizinerinnen und -medizinern aller Professionen zu helfen.

Lungenultraschall bei Covid-19 im Podcast erklärt

Einige Mitglieder des Netzwerks greifen bereits auf Erfahrungen aus der FOAM-Szene, also "Free open access medical education", zurück, wobei binnen kurzer Zeit wichtige Studien für eine größere Öffentlichkeit ausgewertet und zugänglich gemacht werden. So hat Felix Lorang für den interdisziplinären Austausch beispielsweise ein Video / einen Podcast auf Youtube veröffentlicht, das erläutert, wie sich Unterschiede zwischen Covid-19 und anderen Atemwegserkrankungen per Lungenultraschall erkennen lassen.

Quelle: Youtube3

Dies sei im Rahmen der Corona-Krise ein besonders wichtiger Schritt, erläutert der Notfallmediziner: "Wir haben verschiedene Tipps und Tricks, wie wir solche Patienten üblicherweise behandeln. In diesem Fall ist es aber etwas anders. Da stoßen auch erfahrene Intensivmediziner mit ihren Beatmungskenntnissen an ihre Grenzen."2 Die digitale Zusammenarbeit ermögliche es auch, Fehler bei der experimentellen medikamentösen Behandlung kein zweites Mal zu begehen: "Bei einigen Medikamenten, die Kollegen versucht haben zu geben, wissen wir inzwischen, dass sie gar nicht wirken. Das können wir schon transportieren, das muss nicht noch einer versuchen."

Referenzen: 
1. https://www.esanum.de/covid-19/feeds/blogs/posts/wir-ruecken-virtuell-zusammen-gemeinsam-durch-die-corona-krise
2. https://www.n-tv.de/panorama/Mediziner-buendeln-Covid-19-Wissen-article21663962.html 3. https://www.youtube.com/watch?v=xBT3Kbm1d7o&feature=emb_title

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