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EULAR-RA-Management: Angepasste Empfehlungen 2016

Die European League Against Rheumatism (EULAR) aktualisiert 2016 ihre Empfehlungen zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis mit synthetischen und biologischen Medikamenten. Eine deutsche Übersetzung der Empfehlungen, welche im Mai 2016 von der EULAR verabschiedet wurden, existiert noch nicht.

Die European League Against Rheumatism (EULAR) aktualisiert 2016 ihre Empfehlungen zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis mit synthetischen und biologischen Medikamenten.

Eine deutsche Übersetzung der Empfehlungen, welche im Mai 2016 von der EULAR verabschiedet wurden, existiert noch nicht. Doch Prof. Dr. med. Josef S. Smolen von der Medizinischen Universität Wien (Österreich) gab auf dem 44. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) Einblicke in die zu erwartenden Änderungen, die erstmals in der Geschichte der Empfehlungen als weltweiter Konsens verstanden werden können.

An der Neubearbeitung der EULAR-Empfehlungen 2016 arbeiteten 50 Kommitee-Mitglieder aus Europa, aber erstmals auch aus Asien & Australien, Lateinamerika sowie Nordamerika sehr eng zusammen. Mit einbezogen wurden daneben ebenso Patienten und Vertreter anderer Gesundheitsberufe. Zielgruppe der neuen EULAR-Empfehlungen sind überwiegend Rheumatologen, Patienten, Ärzte anderer Fachgruppen, die RA-Patienten betreuen sowie Versicherungen und Politiker.

Insgesamt betrachtet basiert die aktuelle Version 2016 auf drei systematischen Literaturanalysen und weiteren Expertenmeinungen. Das Dokument beinhaltet vier Allgemeinprinzipien und 12 Empfehlungen. Dabei werden Behandlungsziele und Wege, um diese zu erreichen, erwähnt  (= “treatment to target”). Wesentlicher Bestandteil der Empfehlungen ist ein überarbeiteter hierarchischer Behandlungszugang in Form eines drei-phasigen Flussdiagramms. Ferner finden alle DMARD-Arten in der aktualisierten Version Beachtung, im Detail csDMARD, bDMARD, tsDMARD und bsDMARD.

In den überwiegenden Fällen bestand ein meist hoher Evidenzgrad sowie ein hoher Zustimmunsgrad (8 x 9/10; 4 x 8-9/10). Acht der Empfehlungen erreichten eine Evidenz der Kategorie A gemäß den Oxford Centers for Evidence Based Medicine. Die meisten der Empfehlungen haben zusätzlich eine hohe Zustimmung des Kommitees erfahren, in der Regel zwischen 9 und 10 auf einer Skala von 0 bis 10. Drei der 12 Empfehlungen erhielten jedoch eine etwas geringere Zustimmung, nämlich lediglich 8,5 bis 8,7:

Verglichen mit den ACR-Empfehlungen aus 2015 sind die aktuell vorliegenden EULAR-Empfehlungen aus 2016 sehr viel klarer hinsichtlich des Einsatzes von Glucocorticoiden. Darüber hinaus wird der Einsatz von bDMARD in Kombination mit csDMARD (MTX) empfohlen und nur ausnahmsweise die Monotherapie. Desweiteren sollen die RA-Patienten zukünftig nicht mehr nach der Krankheitsdauer unterschieden werden, sondern vielmehr danach, in welcher Behandlungsphase sie sich befinden. Ist ein Patient csDMARD-naiv oder wird er/sie nach csDMARD-Versagen oder gar einem bDMARD-Versagen vorstellig? In besonderen Situationen empfehlen die neuen EULAR-Empfehlungen zusätzlich eine Stratifikation nach Risikofaktoren.

Interessant für Sie: Lesen Sie mehr vom DGRh und finden Sie weitere spannende Neuigkeiten in der Fokusgruppe Rheumatologie.

Quelle: Smolen JS, Eular-RA-Management: Recommendations revisited. 44. Kongress der DGRh 2016, Frankfurt.